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Harmonisierung von Tonleitern, Stufen-Akkorde,
erste Ansätze zu Kadenzen. |
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Leiter-Harmonisierung/Scale harmonization
Scale ... was?
Klingt gefährlich? Ist es aber nicht. Es ist nur eine Anwendung
von Dingen, die wir bisher gelernt haben und die ein wenig Leitern
und Akkorde zusammenführen, während wir Akkorde bisher
isoliert betrachet haben. Nebenbei kann man damit feine Sachen
auf dem Bass machen. Stanley Clarke's Spieltechnik beruht stark
auf diesen Themen, und einige seiner schönsten Bass-Riffs
sind auf dieser Basis analysierbar. Interessiert? Na also ...
Ausserdem gibt es uns ein wenig Ablenkung von der Akkord-Theorie,
damit wir die weiteren Dinge entspannt angehen können. Was
ist also scale harmonization?
The Beauty and the Beast: Eine Tonleiter und ihre Akkorde
Das Thema Harmonisierung ist im Grunde nicht schwer zu verarbeiten,
hat aber ein ziemlich fettes Potential in viele Richtungen. Tatsächlich
spielt die Sache sowohl in's Songwriting hinein, als auch generell
in die Linien-Konstruktion auf Bass und Gitarre. Und nicht zuletzt
ist die Harmonisierung die Grundlage zum Aufbau sogenannter Kadenzen.
Und ein eklatanter Teil guter und bester Songs seit langer Zeit
beruht auf Kadenzen. Kadenzen kommen noch. Mehr als Euch lieb
ist ...
Es fängt mit einer ganz einfachen Idee an. Was ist, wenn
wir eine Dur-Tonleiter nehmen und auf jede Note der Leiter einen
Akkord aufbauen, der nur aus Noten dieser Tonleiter besteht? Macht
das Sinn? Versteht das der Drummer? Dringt es durch den Lärmteppich
der Gitarristen? Wie sehen die Akkorde aus? Und so einfach ist
es tatsächlich. Und trotzdem eine ganz wichtige Sache, denn
für ein akkord-orientiertes Spiel als auch für Songwriting
sehr fruchtbar.
Fangen wir an.
Schritt #1: Man nehme eine Dur-Leiter
Welche lieben wir? Klar ... C-Dur.
Wir nehmen also alle Noten von C-Dur und führen mit
jeder als Grundton die Terzschichtung durch. Aber: es dürfen
in den Akkorden nur Noten aus C-Dur vorkommen, das ist Voraussetzung.
Schritt #2: Bauen der Akkorde
Das Verfahren ist immer das gleiche, und es ist eine etwas langwierige
Story. Ich zeige es hier für C, D und B. Macht das bitte
auch selbst einmal, es ist eine sehr gute Übung für
den Umgang mit Noten und Intervallen. Macht wie ich hier eine
Tabelle und verwendet das gleiche Verfahren.
| Akkord für 'C': |
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| root |
1. Terz
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2. Terz
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resultierender Akkord |
das ist |
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C
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b3 = D#, nicht drin,
3 = E, ist drin |
E + b3 = G, ist drin
E + 3 = G#, ist nicht drin |
C E G
(3 b3 => 1 3 5) |
C major |
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| Akkord für 'D': |
|
| root |
1. Terz
|
2. Terz
|
resultierender Akkord |
das ist |
|
D
|
b3 = F, ist drin
3 = F#, nicht drin |
F + b3 = G#, ist nicht drin
F + 3 = A, ist drin |
D F A
(b3 3 => 1 b3 5) |
D minor |
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| Akkord für 'B': |
|
| root |
1. Terz
|
2. Terz
|
resultierender Akkord |
das ist |
|
B
|
b3 = D, ist drin
3 = D#, nicht drin |
D + b3 = F, ist drin
D + 3 = F#, ist nicht drin |
B D F
(b3 b3 => 1 b3 b5) |
B dim |
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Es ist 'ne Menge Arbeit, aber es schafft eine
gute Übersicht. Mit den little
helpers (z.B, mit der Cmajor
scale table und der Chord Clock) geht es aber
schneller.
Wenn man nun die resultierenden Akkorde mal in eine Übersicht
nimmt, ergibt sich folgendes Schema:
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I
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II
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III
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IV
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V
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VI
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VII
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VII
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C
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D
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E
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F
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G
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A
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B
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C
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C
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D min
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E min
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F
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G
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A min
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B dim
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C
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Und das ist die Harmonisierung für
die C-Dur-Tonleiter. Ganz genau ist es die diatonische Harmonisierung,
weil nur Noten aus der zugrundeliegenden Leiter (= diatonisch)
genommen werden.
Und nun?
Hier die Resultate:
- Auf den Stufen (die hatten wir bei den Intervallen
in der C-Dur-Leiter) I, IV and V bekommen wir Dur-Akkorde
- Auf den Stufen II, III und VI bekommen wir Moll-Akkorde
- Auf der Stufe VII einen verminderten Akkord.
Und dies ist natürlich wieder für alle Dur-Tonleitern
der Fall. Wer's nicht glaubt, kann's ja überprüfen ...
Dieses Ergebnis ist spielbar! Indem wir die entstehenden Akkorde
als Arpeggios auf dem Bass spielen, kann man die Harmonik in dieser
Sache gut hören. Was nun Stanley Clarke angeht: wir können
den Pfad der reinen Lehre auch verlassen. Alle major und minor
chords haben eine reine Quinte. Der Unterschied zwischen den beiden
liegt in der Terz. Und den diminished chord können wir in
Beziehung zum minor chord setzen, denn beide haben eine minor
third und unterscheiden sich in der Quinte.
Harmonized C major scale, ohne Quinten:
G ----------------------------------------------------------
D ---2-----3-----5-----7------9-------10-------12-------14--
A -3---3/5---5/7---7/8---8/10---10/12----12/14----14/15-15--
E ----------------------------------------------------------
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Natürlich geht das auch mit Quinten, dann wird's aber etwas
kniffeliger. Da ja die Reihenfolge der Noten nicht massgebend
ist, ist es so einfacher (man erinnere sich an das Thema invertierte
Intervalle, woll?):
Harmonized C major scale, mit Quinten:
G -------------------------------------------------------------
D -----2-----3-----5-----7-------9-------10-------12-------14--
A ---3-----5-----7-----8------10------12-------14-------15-----
E -3-----5-----7-----8-----10------12-------13-------15--------
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('G strings are for strippers ...' -- Tony Levin)
Na dann baut mal schön Bass-Linien mit dieser Methode.
Zusammenfassung
Es geht nicht ohne.
- Leiter-Harmonisierung heisst, auf jeder Note der Leiter
einen leitereigenen Akkord zu bauen, der eben nur Noten
der zugrundeliegenden Leiter enthält.
- Für die Dur-Tonleiter ergeben sich auf den Stufen
I, IV und V major chords, minor chords auf II, III und VI
und ein diminished chord auf VII.
- Die Akkorde auf den Stufen können in Beziehung zu
den Positionen gesetzt werden. Dies ist die Grundlage von
Kadenzen (progressions). Die sogenannte Vollkadenz
I - IV - V Kadenz für C wäre die Akkord-Sequence
C - F - G, II - V - I wäre D min - G - C.
- Akkorde auf den unteren Saiten eines Viersaiters klingen
schrecklich. Kauft mehr Sechssaiter.
Exercises
| 1.) |
Macht die Leiter-Harmonisierung wirklich mal komplett
durch. |
| 2.) |
Versucht mal tatsächlich, mit den Akkorden der
Leiter-Harmonisierung Bass-Linien oder sogar ganze Solo-Stücke
zu entwickeln. ist nicht einfach, aber sehr lehrreich. |
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