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Definition von Intervallen, die Intervalle der
ersten und zweiten Oktave, Intervall-Inversion. Feel der Intervalle,
Intervalle auf dem Griffbrett. |
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Intervalle
Zuerst: Die Grundlagen
Drei Intervalle kennen wir schon: Halbton-, Ganzton-Schritt
und Oktave. Damit man versteht, wie Akkorde aufgebaut und verwendet
werden, müssen wir uns die anderen Intervalle zu Gemüte
führen, und das, was nun folgt, ist ganz
ganz ganz wichtig!
Warnung!!!
Was nun folgt, ist ein unglaublich dröges und langweiliges
Kapitel. Es ist so überaus nervig, dass ich mich über
mich selbst wundern muss, es mal durchgearbeitet zu haben. Es
ist erst einmal pure Theorie, ohne dass ein Zusammenhang mit groovigem,
mitreissendem Bass-Spiel sichtbar ist.
Aber ...
Es ist Brot und Butter. Es ist die Basis für das Verständnis
von Akkorden und dem Konstruieren von Basslinien. Man braucht
sie zum Kommunizieren und Songwriting. Und wir müssen da
durch. Wenn Ihr mal irgendwo eine Band hört, bei der ein
Boom-Boom-Bassist das Publikum vergrault: er hat dieses Kapitel
übersprungen. Und alle Kapitel danach. Ich kann nur raten,
diese Dinge so oft wie möglich anzuwenden und sie sich für
den Anfang einfach einzuhämmern. Das Witzige ist, dass sie
im Nachhinein wie selbstverständlich werden und man sie verinnerlicht
wie Schwimmen oder Fahrradfahren. Man kann gar nicht mehr nicht
in Intervallen hören und denken. Und genau da wollen wir
hinkommen.
Snakes and ladders
Was ist ein Intervall? Richtig, es geht um einen Abstand, und
zwar genauer: um den Abstand zwischen zwei Noten. Zwei. Nicht
vier, nicht drei, zwei. Der Abstand zwischen zwei Noten wird ein
Intervall genannt. Ein Halbton-Schritt ist ein Intervall, ein
Bund Abstand, ein Ganzton-Schritt ist auch ein Intervall, der
Abstand von zwei Bünden. Die Oktave auch, 12 Bünde.
Das ist einfach.
Das Intervall kennzeichnet aber mehr, nämlich eine spezifische
Beziehung zwischen diesen beiden Noten. Ein Intervall zwischen
zwei Noten wird im Englischen auch gelegentlich als diad
bezeichnet. Intervalle haben mit Tonleitern nichts zu tun, sie
dienen nur zur Bezeichnung eines Notenabstandes. Sie sind reine
Definitionen, nicht mehr und nicht weniger. Sie sind jedoch auch
ein wesentliches Kennzeichen unserer ganzen Beschäftigung,
sie beziehen sich auf Noten und deren Beziehung zueinander. Und
mehr noch, haben Intervalle sogar einen emotionalen Aspekt. Glaubt
Ihr nicht? Werdet Ihr sehen.
Aber gehen wir einfach direkt in diese Definitionen, hier also
unsere Intervall-Tabelle #1:
|
Distanz in Halbtönen
|
Intervallname
|
interval name
|
Symbol
|
|
0
|
Prime
|
unison
|
1
|
|
1
|
Kleine Sekunde
|
minor 2nd
|
b2
|
|
2
|
(Grosse) Sekunde
|
major 2nd
|
2
|
|
3
|
Kleine/Moll-Terz
|
minor 3rd
|
b3
|
|
4
|
Grosse/Dur-Terz
|
major 3rd
|
3
|
|
5
|
(Reine) Quarte
|
perfect 4th
|
4
|
|
6
|
Verminderte Quinte
|
diminished 5th
|
b5
|
|
7
|
Quinte
|
perfect 5th
|
5
|
|
8
|
Übermässige
Quinte
(oder Kleine Sexte)
|
augmented 5th
( or minor 6th)
|
#5
(b6)
|
|
9
|
Sexte
|
major 6th
|
6
|
|
10
|
Kleine Septime
|
minor 7th
|
b7
|
|
11
|
Septime
|
major 7th
|
7
|
|
12
|
Oktave
|
octave
|
8
|
Und so sieht es, für eine Note auf der E-Saite
als Startnote, auf dem Griffbrett aus:

Ein paar Nebenbedingungen wollen wir uns noch
merken:
-
Die Intervallrichtung ist erst einmal definiert
für die tiefere zur höheren Note.
-
Intervalle mit gleichem Abstand, aber
unterschiedlichen Namen werden (ähnlich wie bei den
Noten, z.B. C# und Db) enharmonische Intervalle
genannt. Wie die kleine Sexte (minor 6th) und die übermäßige
Quinte (augmented 5th), als Zeichen b6 und #5.
-
Warum es nun dann doch zwei gibt? Weil
Namen Inhalte transportieren, und die Intervalle andere
Bedeutung haben, wenn sie z.B. im Zusammenhang mit Leitern
betrachtet werden. So kann eine Note bei Tonleitern eine
#4 sein, weil es im harmonischen Zusammenhang eben um
die Quarten-Beziehung geht. Geht es aber um Akkorde, heisst
das Intervall i.d.R. b5, weil die Quintenbeziehung
in Akkorden wesentlich ist ... merkwürdige Welt.
So, das sind die wichtigen Punkte für Intervalle. Und so
simpel ist es auch, wie es erst einmal erscheint: ein Intervall
ist ein Notenabstand. Von der tieferen zur höheren Note.
eine Sekunde = '2' sind zwei Halbtöne, eine Quinte = '5'
sieben Halbtöne. Eine Oktave sind 12. Und noch eine weitere
Unterscheidung trifft man manchmal an. Nämlich die in melodische
und harmonische Intervalle. Hat aber nichts mit dem Notenabstand
zu tun, sondern nur die pingelige Betrachtung, ob die beiden beteiligten
Noten zugleich (harmonisch) oder nacheinander (melodisch) gespielt
werden. Wer's denn braucht.
Invertierte Intervalle
Nimmt man den Grundton eines Intervalls, erhöht ihn um eine
Oktave und betrachtet nun das entstehende neue Intervall, so handelt
es sich um ein invertiertes Intervall zum vorherigen Intervall.
Das, was dann entsteht, ist natürlich ein anderes, neues
Intervall, denn die vorher unten liegende Note rutscht ja nach
oben. Also ist das, was vorher das Intervall einer Quinte war,
nun eine Quarte, die beiden Noten haben ihre Positionen getauscht.
Und aus diesen Umkehr-Intervallen stellen sich dann die sogenannten
reinen und nicht-reinen Intervalle jeweils anders dar. Und daher
stammen auch die Namen 'rein' oder 'nicht-rein'.
Dieses invertierte Intervall hat bis auf eine einzige Ausnahme
zur Folge, dass der Notenabstand zwischen Ausgangs- und Invers-Intervall
ein anderer wird. Rein rechnerisch kann man konstatieren, dass
das invertierte Intervall + das Ausgangsintervall zusammen immer
12 Halbtöne ergeben (warum?), daher nennt man dieses invertierte
Intervall auch das Komplementär-Intervall. Komplementär
(ergänzend) deshalb, weil die beiden Genossen sich
gegenseitig immer zur Oktave ergänzen. Das genauere Studium
der invertierten oder Komplementär-Intervalle schafft aber
ein paar nette Highlights.
Ein wenig Verwirrung gefällig?
Bitte:
Was ist aber nun bei der Inversion aus dem Grundton geworden?
Also wenn ich in C bin, konkreter: in C spiele, spiele ich dann
später in G? Natürlich nicht! Deshalb auch oben der
Hinweis, dass man Leitern und Intervalle zuerst auseinander halten
muss. Trotzdem weiter zur Antwort, weil dieses Thema viel öfter
auf den Tisch kommt als man denkt
Wenn
Grün eine Grundnote ist (z.B. 'C') und Rot auf der höheren
Saite die Quinte ('G'), dann taucht diese Quinte auf der tieferen
Saite als Note noch einmal auf, allerdings eine Oktave tiefer.
Auf den grünen Grundton bezogen bleibt es aber eine Quinte,
als invertiertes Intervall. Wirft das nicht obige Definition bezüglich
oben und unten über den Haufen?
Nicht wirklich. Eben weil wir die Grundregel verletzt haben,
die da heißt: Intervalle stellen nur einen Notenabstand
dar und sind von Leitern und Tonalität (= Grundton-
oder Leiter-Bezogenheit) zu trennen! Eine invertierte Quinte wird
eine Quarte, basta. Intervall heißt: von der tieferen Note
zur höheren. Auch wenn invertiert. Das Ganze ist eine kleine
Fußangel, in die man immer wieder gerne tappt.
Zurück zum Griffbrett
Aber beginnen wir erst einmal mit einigen Intervall-Übersichten.
Die sollte man dann spielen und hören. Also zuerst einmal
die Intervalle der Dur-Klasse, rein und groß, innerhalb
einer Oktave (der grüne Punkt ist die 1, der Grundton).
Nun noch die kleinen und nicht-reinen Intervalle:

Jetzt komplett
Die folgende Tabelle muss man einfach auswendig lernen, so böse
das klingt. Man kann es sich aber ein wenig vereinfachen und das
Verinnerlichen erleichtern, denn die Noten auf dem Griffbrett
liegen ja immer im Halbton-Abstand. Und wenn man diese Intervall-Tabelle
einfach mal spielt, wird man schon hier feststellen, dass die
Intervalle ein ganz typisches Klangerleben erzeugen. So z.B. die
Quinte und die Quarte, sie klingen sehr harmonisch. Die kleine
Terz hat einen traurigen Klang, die Terz schon fröhlicher.
Die Septime und besonders die übermässige Quinte erzeugen
ein Spannungsgefühl.
Das Übertragen dieser Intervalle auf das Griffbrett, und
besonders über eine einzelne Saite hinaus, ist sehr wichtig.
Hier eine weitere Tabelle mit den Intervallen auf dem Griffbrett
des Viersaiters. In diesem Fall ist die jeweilige Grundnote in
Grünpunkt sowie die dazugehörigen Intervalle auf der
gleichen und auf den Nachbar-Saiten dargestellt:
Zu interpretieren ist das einfach: Angenommen
eine Note auf dem Griffbrett, finden wir auf der nächsthöheren
Saite zwei Bünde tiefer die kleine Terz, oder auf der nächsthöheren
Saite zwei Bünde höher die Quite. Es sagt uns auch,
dass die Saiten unseres Basses in Quarten gestimmt sind. Also
ist da schon einiges an Informationen drin. Aber aufpassen wegen
mit die Tonalität, oben eingeführt.
Ein anderes schönes Beispiel für Intervalle und das
Vertrautwerden/Behalten ist das Beispiel mit bekannten Liedern.
Zum Beispiel sind die ersten beiden Noten der britischen Nationalhymne
eine Prime, die ersten beiden Noten von 'Fuchs du hast die Gans
gestohlen' eine Sekunde u.s.w. u.s.f. Lasst hier Eure Kreativität
nicht einschränken. Hauptsache, Ihr macht Euch wirklich intensiv
mit dem Klang der Intervalle und ihren Namen vertraut. Es gibt
auch PC-Programme für dieses
Gehörtraining (ear training).
Was hier noch auffällt ist, dass die englischen Bezeichnungen
wesentlich klarer und eindeutiger sind. Sie drücken sogar
noch mehr aus als nur das Intervall, nämlich auch die Intervall-Qualität
(major, minor, perfect). Das tun die deutschen Begriffe erst,
wenn man langatmig wird (Grosse Terz, Reine Quinte). Das Erkennen
von Intervallen nach Gehör ist eine lebenswichtige Fähigkeit
für Bassisten, und besonders dann, wenn man einen 'Fake'
braucht, weil man ein Stück spielen soll, es aber nicht kennt.
Liebe und böse Intervalle
Na ja, vielleicht etwas übertrieben. Es soll ausdrücken,
dass mit dem Klang der Intervalle gewisse emotionale Assoziationen
verbunden sind. Die Intervall-Qualitäten ermöglichen
erst mit Musik Stimmungen und Eindrücke zu übertragen,
deshalb sind die Intervalle auch noch wesentliche Grundbausteine
im Verstehen von Musik. Etwas verallgemeinert kann man sage, dass
die engen und weiten Intervalle eher Spannungs-geladen bis dissonant
sind, und die mittleren Intervalle (Quinte und Quarte) eher neutral
und harmonisch.
Hört Euch den Klang der Intervalle mal an und was sie so
ausdrücken. Da hätten wir z.B. die
| Kleine Sekunde |
Der Tonabstand zwischen 1 und b2 ist sehr gering,
daher klingt die kleine Sekunde als Intervall sehr schrill
oder beißend. Es ist ein sehr dissonantes Intervall,
das viel Spannung erzeugt. |
| Große Sekunde |
Auch noch dissonant, aber nicht ganz so. Aber
auch noch ein spannungsgeladenes Intervall. |
| Die kleine Terz |
ist einfach nur traurig. Dieses Intervall wird
daher auch für alle später zu behandelnden Moll-Tonleitern
wesentlich. Und wie ihre Schwester, macht sie jede Tonleiter
mit ihr dem Moll-Geschlecht angehörig. |
| Die Große Terz |
... die so richtig lieb und fast schon ein wenig
schleimig klingt. Nicht umsonst ist sie der Angelpunkt der
Dur-Leiter, auf der so viele Kinderlieder und der ganze Volksmusik-Kitsch
aufbauen. Und noch mehr. Alle Tonleitern, die eine große
Terz enthalten, rechnet man dem Geschlecht Dur zu. |
| Die Quarte |
Nicht so neutral wie die Quinte, aber auch ein
recht harmonisches Intervall. |
| Die verminderte Quinte |
Der unangefochtene Liebling aller Metal- und
Heavy-Musiker. Sie klingt sowas von schräg und brutal,
man muss sie einfach liebhaben. Die enorme Spannung dieses
Intervalls resultiert aus seiner Lage, denn die verminderte
Quinte liegt genau in der Mitte der Tonleiter, wo man nicht
mehr weiss, wohin. Und dieses Intervall hat noch einen eigenen
Namen: Tritonus. Sollte man sich merken. |
| Die Quinte |
ist sehr neutral und sachlich. Und sehr harmonisch. |
| Die übermäßige Quinte |
Fast so schräg wie zwei Halbtöne drunter. |
| Die Sexte |
Nicht Fisch, nicht Fleisch. Die Sexte ist ein
sehr wabbeliges Intervall und hat etwas von einer Orientierungs-Losigkeit.
Sie ist aber mehr Dur- als Moll-orientiert. |
| Septimen |
Auch spannend, aber nicht so schräg. Aufgrund
ihrer Position am Ende der Tonleiter tragen sie die Spannung
zur Auflösung zum nächsten Grundton. Haben Jazzer
diese Spannung in sich und lieben deshalb die Septimen so
sehr? |
Intervalle und Tonleitern
Nun kommen wir doch zu einer Beziehung zwischen Leitern und Intervallen,
aber nicht eben mit invertierten Intervallen. Mit dem Wissen um
Intervalle können wir auch etwas mehr mit den Tonleitern
machen, denn wir können die Beziehung zwischen den Noten
der Tonleitern genauer analysieren. Im vorherigen Kapitel war
schon von Bildungsregeln für Leitern gesprochen worden, und
diese Bildungsregeln können wir mit Intervallen greifbarer
machen.
Nehmen wir die C-Dur-Leiter und schauen wir uns die Intervalle
in Beziehung zum Grundton an. Nebenbei bezeichnen wir noch die
einzelnen Noten der Leiter mit römischen Ziffern, um die
gewonnenen Erkenntnisse verallgemeinern zu können:
|
|
Intervall |
Halbschritte |
Position |
|
Von C nach ... |
C
|
Prime
|
0
|
I
|
|
D
|
Sekunde
|
2
|
II
|
|
E
|
Terz
|
4
|
III
|
|
F
|
Quarte
|
5
|
IV
|
|
G
|
Quinte
|
7
|
V
|
|
A
|
Sexte
|
9
|
VI
|
|
B
|
Septime
|
11
|
VII
|
|
C
|
Oktave
|
12
|
VIII
|
Siehe da. Die Dur-Leiter enthält nur grosse
oder reine Intervalle, keine minors oder augmenteds. Und darum
klingt eine Dur-Tonleiter auch so entspannt und friedlich, denn
die Intervalle, die traurig oder spannungsgeladen sind (z.B.
minor und augmented) finden sich hier nicht. Ist also doch was
dran an den Impressionen der Intervall-Qualitäten. Wenn
Ihr Euch jetzt das Ganze mal für die Moll-Leitern aufzeichnet,
werdet Ihr eine andere Intervall-Abfolge finden, und die Intervalle,
der der Moll-Leiter ihre Qualität geben.
Gruppieren der Intervalle
Einerseits gibt es dadurch noch etwas Gedankenstütze, andereseits
auch noch weitere Erkenntnisse. Die deutschen Intervallnamen beinhalten
diese Gruppierung nur teilweise, die englischen Namen sind das
deutlich:
Perfect intervals = Reine Intervalle: Das sind unison,
perfect 4th, perfect 5th und octave. Reine Intervalle werden bei
der Umkehrung wieder reine Intervalle.
Major intervals = große Intervalle: Und die kehren
sich beim Umkehren wirklich um.
Minor intervals = kleine Intervalle: Dito bezüglich
Umkehrungen.
Augmented/diminished intervals = vermindert/übermäßig:
Wichtig bei den Akkorden sind nur #5 und b5. In den Tonleitern
gibt es noch #4. In der Umkehrung sind das Flippies. Macht das
mal, diese Intervalle umkehren.
Und noch mal auf dem Griffbrett in TAB
|
Prime
unison
|
Kl. Sekunde
minor 2nd
|
Gr. Sekunde
major 2nd
|
Kl. Terz
minor 3rd
|
|
G -----
D -----
A --0--
E --5--
|
G -----
D -----
A -0-1-
E -----
|
G -----
D -----
A -0-2-
E -----
|
G -----
D -----
A -0-3-
E -----
|
|
Gr. Terz
major 3rd
|
Quarte
perfect 4th
|
Verm. Quinte
diminished 5th
|
Quinte
perfect 5th
|
|
G -----
D -----
A -0-4-
E -----
|
G -----
D --0--
A --0--
E -----
|
G -----
D --1--
A --0--
E -----
|
G -----
D --2--
A --0--
E -----
|
|
Überm. Quinte
minor 6th
|
Gr. Sexte
major 6th
|
Kl. Septime
minor 7th
|
Gr. Septime
major 7th
|
|
G -----
D --3--
A --0--
E -----
|
G -----
D --4--
A --0--
E -----
|
G --0--
D -----
A --0--
E -----
|
G --1--
D -----
A --0--
E -----
|
|
Oktave
octave
|
|
|
|
|
G --2--
D -----
A --0--
E -----
|
|
|
|
Wer nennt die Namen ...
Ein letzter zu erwähnender Punkt bei den Intervallen sind
noch die Namenskonventionen für die beteiligten Noten. Unklar?
Denkt noch einmal zurück an die enharmonische Verwechselung
aus dem Kapitel Leitern. Hier kann man die Uneindeutigkeiten sehen.
Nehmen wir einen Grundton C und die Moll-Terz dazu:
|
'1'
|
+1HS
|
+2HS
|
+3HS
|
+4HS
|
+5HS
|
|
C
|
C#
oder
Db
|
D
|
D#
oder
Eb
|
E
|
F
|
Nach den Regeln über enharmonische Verwechselung
haben wir für die Moll-Terz nun zwei Noten zur Verfügung,
nämlich D# oder Eb. Welches ist nun die 'korrekte' Note?
Die Regel lautet: Es wird der Notenname verwendet,
der stufengerecht im Abstand zur Grundnote steht (wobei
hier C die Stufe 1 ist). Für den Fall Terz = '3' wird also
die Note verwendet, die in der chromatischen Abfolge auf Position
3 steht, und das ist die Note 'Eb'.
|
1
|
D-Bereich
|
E-Bereich
|
F-Bereich
|
|
0
|
+1HS
|
+2HS
|
+3HS
|
+4HS
|
+5HS
|
+6HS
|
|
C
|
C#
oder
Db
|
D
|
D#
oder
Eb
|
E
|
F
|
F#
|
D# wäre nämlich wegen der D-Zugehörigkeit
nur eine Stufe entfernt. Für die Dur-Terz funktionierte
es dann automatisch richtig. Die Sekunden wären Db und
D, nicht C# und D, und so weiter.
Noch mehr Intervalle
Intervalle sind für den Bereich von zwei Oktaven über
dem Grundton (root) definiert. Aber nicht alle Intervalle
haben eine harmonische Bedeutung. Kurz: einige Intervalle sind
nur um eine Oktave erhöhte Grundintervalle ohne eigenen Einfluss
auf Klangqualitäten in Akkorden.
Hier sind sie nun alle:
| Half steps |
Intervall-Name |
interval name |
Comment |
Symbol |
|
0
|
Prime |
unison |
Grundton, auch 'root' |
1 |
|
1
|
Kleine Sekunde |
minor 2nd |
|
b2 |
|
2
|
(Große) Sekunde |
major 2nd |
|
2 |
|
3
|
Kleine/Moll-Terz |
minor 3rd |
Kennzeichnet Moll |
b3 |
|
4
|
Große/Dur-Terz |
major 3rd |
Kennzeichnet Dur |
3 |
|
5
|
Quarte |
perfect 4th |
|
4 |
|
6
|
Verminderte Quinte |
diminished 5th |
In Tonleitern auch #4 |
b5 |
|
7
|
Quinte |
perfect 5th |
|
5 |
|
8
|
Überm. Quinte/
Kleine Sexte |
augmented 5th/minor 6th |
in Akkorden i.d.R. #5 |
#5, b6 |
|
9
|
Sexte |
major 6th |
|
6 |
|
10
|
Kleine Septime |
minor 7th |
|
b7 |
|
11
|
Septime |
major 7th |
|
7 |
|
12
|
Oktave |
octave |
|
8 = 1 |
|
13
|
Kleine None |
flat 9th |
|
b9 |
|
14
|
None |
9th |
|
9 |
|
15
|
Kleine Dezime |
sharp 9th == minor 3rd |
das ist b3 eine Oktave höher |
#9th == b3 |
|
16
|
Dezime |
major 10th == major 3rd |
das ist 3 eine Oktave höher |
10 == 3 |
|
17
|
Undezime |
11th |
|
11 |
|
18
|
Überm. Undezime |
augmented 11th |
|
#11 |
|
19
|
Duodezime |
perfect 12th == perfect 5th |
5th eine Oktave höher |
12 == 5 |
|
20
|
Verminderte Tredezime |
flat 13th |
|
b13 |
|
21
|
Tredezime |
13th |
|
13 |
Nun noch einmal das auf dem Griffbrett, diesmal
mit den erweiterten Intervallen:
| -|-b9-|-9--|-b3-|-3--|-11-|-#11|-5--|-b13|-13-|----| |
| -|-#5-|-6--|-b7-|-7--|-8--|-b9-|-9--|-b3-|-3--|-11-| |
| -|-b3-|-3--|-4--|-b5-|-5--|-#5-|-6--|-b7-|-7--|-1--| |
| -|-b7-|-7--|-1--|-b2-|-2--|-b3-|-3--|-4--|-b5-|-5--| |
| .....-2...-1....0...+1...+2...+3...+4...+5...+6...+7 |
Was heisst: nur die 9, 11 und 13 sind echte höhere
Intervalle, die restlichen jenseits der Oktave sind Spiegelungen
der ersten Oktav-Intervalle ohne wirkliche harmonische Funktion.
Die Betonung dabei liegt auf dem Begriff 'harmonische Funktion'.
Spielt man z.B. auf einem Keyboard die Grundnote, die Terz,
die Quinte und nimmt die Oktave der Terz dazu, klingt der Akkord
immer noch gleich. Nimmt man aber statt der hohen Terz eine
9 oder eine 11 dazu, verändert sich auch der Klang des
Akkordes. Das wird spätestens bei den Akkorden und den
erweiterten Akkorden sichtbar, denn die 9, 11 und 13 entstehen
bei der Bildung von Akkorden, die hohen Terzen und Quinten nicht.
Hörbar machen kann man das auch. Hier ein Grundakkord,
der gleiche mit der okativierten Terz, dann noch mit einer 9
und einer 11 dazu:
| D-Akkord mit 9 und 11: |
 |
Herzlichen Glühstrumpf
Das gesamte Kapitel der Intervalle ist ein übles.
So schlimm es schon ist, sich erst einmal die Intervalle innerhalb
der ersten Oktave zu merken, wird es dann in der nächsten,
zweiten Oktave noch übler. Tredezime, Undezime, übermäßig
und vermindert. Lasst Euch nicht demotivieren, das ist die Sprache,
das Grundvokabular der Musik-Theorie, und auch der Praxis. Beschränkt
Euch zuerst auf die erste Oktave und die Intervalle 1 ... 7,
das ist paletti und reicht für den Anfang. Die höheren
Intervalle bekommen ihre Bedeutung erst mit den großen
Akkorden. Und das ist für den Bass eh nicht sooooooo bedeutend.
Für das Bestimmen oder Finden von Intervallen habe ich
ein kleines Hilfsmittel: die Chord Clock. Sie findet
sich im Kapitel Little Helpers.
Mit der BACK-Taste kommt Ihr wieder zurück. Und viel Spass
beim Basteln!
So, wenn wir das alles intus haben, sind wir schon einen grossen
Schritt weiter. Und unser theoretisches Wissen hat doch schon
erheblich zugenommen. Wenn Ihr nun mit den Intervallen vertraut
seid, ist die Konstruktion von Akkorden nur noch einen Katzensprung
entfernt.
Gehen wir dann weiter zu den Grund-Akkorden
...
Übungen
Ein paar Übungen gefällig? Kein Problem.
| 1.) |
LEARN THE INTERVALS!!! Insbesondere die Intervall-Tabellen
solltet Ihr auf Eurem Bass in der Hand gehabt haben. |
| 2.) |
Gehörbildung kommt sehr oft zu kurz. Dabei ist das
enorm wichtig für das Transkribieren von Songs und für
Eigenkompositionen. Sucht Euch aus vertrautem Songmaterial
einezelne, charakteristische Intervalle heraus. Die Riffs
bei Deep Purple, Metallica oder den Beatles sind ein unerschöpfliches
Feld. Analysiert und merkt Euch die Intervalle und ihre klanglichen
Qualitäten!
Beispiel: Rhapsody In Blue (war ein Scherz ... ),
Smoke On The Water/Deep Purple, Bouree/Jethro Tull, Paranoid/Black
Sabbath, etc. Was ist das erste Intervall in diesen Stücken?
Die britische Nationalhymne beginnt zum Beispiel mit einer
Quarte, Meister Jakob mit einer kleinen Sekunde. Bitte mehr
finden.
|
| 3.) |
Mit Würfeln Intervalle würfeln. Man nehme eine
beliebige Note als Grundton, würfle mit ein oder zwei
Würfeln. Wie heißt das Intervall und wo liegt die
entsprechende Note? |
| 4.) |
Oder umgekehrt: Feste Note, z.B. D, und dann die gewürfelte
Zahl an Halbschritten zurück und dieses neue Intervall
benennen. Wenn man die Intervalle auf dem Griffbrett kennt,
ist das einfach. Wenn nicht, weiss man, dass man hier ein
Loch hat. |
|