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Grundlagen Kontrapunkt. Kontrapunktische
Formen, Canon, Fuge. |
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Punkt, Punkt, Kontrapunkt!
Nachdem ich mich nun lange genug um dieses Thema herumgedrückt
habe ... na gut, versuchen wir es mal ... also es geht um
Kontrapunkt, Counterpoint, um Kanons und Schule und
Chöre, und um Djei-Ess-Bieh. JSB&CP, so könnte
man es auch nennen. Da bin ich wieder bei unserem alten Freund.
In the beginning
Auf das Thema Kontrapunkt bin ich, bevor ich mich darüber
auslasse, was das ist und was man damit macht, auf dieses
Thema also bin ich schon recht früh gestossen. Zuerst
fand ich Anfang der Siebziger die Stücke von Gentle
Giant oder auch Gerry Rafferty so geil, weil es in dieser
Musik so enorm viel Farbigkeit und Vielfalt gab. Weil da eine
Komplexität zu finden war, die trotzdem immer harmonisch
stimmig und eingängig blieb. Und mehr durch Zufall stiess
ich, angeregt durch Wendy
(Ex-Walter) Carlos, auf die Musik von Djei-Ess-Bieh.
Und siehe da, da waren in diesem alten Geranze wieder genau
die Sachen, die mich im damals modernen Progressive Rock so
faszinierten. In den Fugen, Toccatas und Concertos. Und erst
einmal auf der Spur, fand ich so auch einen Weg zu Mussorgky,
Strawinski und Debussy, zu den Feuervögeln und Kahlen
Bergen und Cakewalks. Djei-Ess-Bieh hat mir die Augen,
nein, die Ohren geöffnet. Und wodurch? Kontrapunkt! Und
heute: Spock's Beard, Steve Morse, Frank Zappa, Keith Emerson.
CP (Kontrapunkt, CounterPoint, Contra
Punktum) wohin man schaut. Doch zuerst zurück
zu den Formalien.
Was ist CP?
Also erst einmal die ganze Geschichte formal und faktisch,
roh und theoretisch, um nicht zu sagen: brutal. Unter Kontrapunkt
versteht man die Verwendung von zwei oder mehr simultanen
Melodien. Der Begriff Kontrapunkt leitet sich vom lateinischen
punctus contra punktus ab, zu Deutsch Punkt gegen
Punkt. Natürlich sind hier keine Geometrie-Aufgaben
gemeint, sondern die Punkte sind der bekannte Fliegenschiss
auf dem Notenpapier, nämlich Noten. Also: Kontrapunkt
heisst Note gegen Note, genauer Melodie gegen Melodie.
Was damit (seit dem 16. Jahrhundert) nicht gemeint ist: die
gleiche Melodie parallel oder einfach nur transponiert parallel
(Gitarre spielt Melodie, Bass spielt die Quinten dazu). Wie
nennt man es, wenn zwei Gitarristen unisono spielen? Kontrapunkt.
Nein, so eben nicht. Die Grenzen, was ist kontrapunktisch
und was nicht, sind allerdings eher schwer zu ziehen. Es gibt
da nämlich noch einen anderen Begriff, der in dieses
Thema hereinspielt: Polyphonie. Die haben wir meistens
schon dann, wenn wir mehrere Instrumente haben, die unabhängig
innerhalb einer vorgegebenen Tonalität (also Tonart)
unterschiedliche Sachen spielen. Machen wir es uns einfach:
wir wollen hier, in diesem Geschreibsel und diesem Rahmen,
Kontrapunkt als Verwendung unterschiedlicher, unabhängiger
Melodien parallel gespielt verstehen. Das heisst dann aber
auch, dass Kontrapunkt im einfachsten Falle schon dann anzutreffen
ist, wenn man harmonisiert! Das ist ja tatsächlich schon
Kontrapunkt! Ja, so einfach kann das sein:
| Kontrapunkt durch Harmonisierung: |
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Hier gibt es eine führende Melodie (Cantus Firmus),
die zweite sind nur die jeweiligen Terzen. Und so ergeben
sich schon zwei unabhängige Melodien, denn die zweite
ist ja nicht nur eine transponierte Melodie, sondern ist in
den Schrittweiten von der ersten unabhängig. Es muss
auch nicht so sein, dass die Melodien überall unterschiedlich
sind. Es können auch Unisono-Parts auftreten, oder eben
nicht nur Terzen, sondern auch andere Intervalle:
| Kontrapunkt durch Intervalle: |
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Ja, das ist schon voll kontrapunktisch. So simpel kann das
sein. Zumindestens haben wir nun, was kontrapunktisch ist
und was nicht. Unisono spielende Gitarristen sind's, doppelnde
Basser eben nicht.
Wozu das Ganze?
Die Frage steht im Raum. Wieder könnte man die beliebte
Frage stellen, was das eigentlich bringt. Mit Kontrapunkt
kann man Stücke aufpeppen und eine Farbigkeit einbringen.
Das geht in den normalen Versen und Refrains, in den Bridges
und auch in den Solos, oder in Coda oder Intro. Eigentlich
überall. Nur nicht zuviel, denn dann kann es auch leicht
unübersichtlich oder verwirrend werden. Gesangsparts
ohne Instrumente sind das Feinste für Kontrapunkt. Beispiel?
Bitte, gerne, danke ... Gibberish, von Spock's
Beard:
| Rock und Kontrapunkt (400kB): |
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Is' das nicht geil? Klar!
Wie sind nun die beiden obigen Melodie-Beispiele entstanden?
Im einfachsten Fall durch Versuch und Irrtum. Ausprobieren,
was klingt und passt und was nicht. Aaaaaaaber .... hier kommt
wieder Djei-Ess-Bieh in's Spiel, denn der hat sich
in das Thema unwahrscheinlich tief reingehängt und hat
ein Regelwerk für Kontrapunkt verbrochen. Wie ist Gibberish
entstanden? Nun, ich würde sagen, Mr. Morse (SB's Mastermind,
Alan, nicht Steve!) hat sich da auch mehr reingezogen als
nur ein wenig zu probieren. Also versuchen wir einmal, uns
wenigstens ein paar simple Regeln zu erzeugen, die uns die
Arbeit mit dem Kontrapunkt erleichtern. Dass wir die Grandiosität
und Detail-Feinheit vom alten Bach nicht erreichen werden,
ist logo. Aber wir wollen ja auch nicht Kantor oder Basser-Vorbild
für alle Generationen werden.
Der Weg zum Kontrapunkt
Dont imitate, innovate!
So verschwommen oft die Gelegenheit, Kontrapunkt als solchen
zu identifizieren: es gibt Varianten, die es etwas deutlicher
machen. Dazu sollte man wissen, dass es verschiedene Arten
von Kontrapunkt gibt. Zwei gängige Unterscheidungen sind
der imitative und der nichtimitative Kontrapunkt. Wie der
Name schon sagt, ahmen in ersterer Form die Folgestimen die
erste nur nach. Im zweiten Fall haben die Folgestimmen ihre
komplett eigene Melodieführung. Gibberish ist
nichtimitativer Kontrapunkt, denn die Stimmen laufen zwar
abschnittsweise unisono und parallel ab, sind aber nicht in
der Stimmführung identisch oder direkt verwandt. Dafür
dürfen aber auch Formen des imitativen Kontrapunktes
mal da und dort ihre eigenen Wege gehen und eben nachahmen,
sei es im Intervall-Abstand oder im Oktavabstand. Und in der
zeitlichen Form sich verselbstständigen (kütt gleich
...).
Zwei gängige Formen des imitativen Kontrapunktes sind
der Kanon und die Fuge. Fugen sind, trotz der 'einfacheren'
Form, auch ein Hammer für sich. In der Fuge wird die
Leitstimme, der Cantus Firmus, von den anderen Stimmen übernommen,
aber im Gegensatz zum Kanon variiert. das kann harmonisch
oder rhythmisch der Fall sein. Die leitende Funktion des CF
bleibt jedoch immer erhalten. Nicht so beim Kanon. Kanon!
Da war doch was, ..., Kanon, .... wartet mal, ... Ja! Schule,
Musikunterricht, irgendwelche abgedrehten Schrapnellen an
ihrem verstimmten Steinway-Clone! Da gab es doch diesen Kanon.
Zu deutsch hiess das Teil Meister Jakob, der fränzösische
Original-Titel ist mir leider entfleucht. Was aber irgendwas
mit Jacken ...
Dieser doch recht bekannte Kanon soll uns dazu dienen, auf
Djei-Ess-Bieh's Spuren zu wandeln und zu analysieren,
wie Kontrapunkt funktioniert. Und wenn wir das gemacht haben,
können wir vielleicht für eine vorgegebene Melodie
methodisch vorgehen. Oder unseren eigenen Kanon schreiben.
Hier ist jetzt also Meister Jakob im TablEdit-Format und als
MIDI, dreistimmig. Gut zuhören!
| Meister Jakob-Kanon: |
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Der Kanon besteht hier aus einer Melodie, die jeweils von
drei Stimmen im Versatz eines Taktes identisch geführt
ist. Identische Stimmen? Ist das dann überhaupt Kontrapunkt?
Jawoll, is'ses, denn parallel heisst nicht nicht nur auf Noten
bezogen, sondern auch auf den zeitlichen Raum bezogen. Also
noten-parallel, aber nicht zeit-parallel, also doch Kontrapunkt.
Hier tritt es denn auch auf, dass einzelne Stimmen pro Takt
identische Noten spielen, denn für den Kontrapunkt ist
das Gesamtbild massgebend. Man darf eben auch manchmal parallel
identisch.
Die Analyse
Nicht ganz einfach. Zuerst nehmen wir uns die Noten mal im Textformat,
als Tabulatur, damit wir mit vertrauterer Notation umgehen können
(wir hätten auch Row, row, row your boat ... nehmen
können, für die Trekkies).
|--------|--------|--------|--------|
|--------|--------|--------|--------|
|--------|--------|--------|--------|
|----2---|----2---|2-3-5---|2-3-5---|
|3-5---3-|3-5---3-|--------|--------|
|--------|--------|--------|--------| |
| |
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|--------|--------|--------|--------|
|--------|--------|--------|--------|
|-2------|-2------|--------|--------|
|5-532---|5-532---|--------|--------|
|------3-|------3-|3---3---|3---3---|
|--------|--------|--3-----|--3-----|
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Fairly simple, das ist die Grundmelodie. C-Dur, geradeaus.
Nun nehmen wir die erste Simme dazu und vergleichen, welche
Intervalle denn dann entstehen (und es muss etwas
mit Intervallen zu tun haben, denn es geht ja um eine harmonische
Funktion), zwischen erster und
zweiter Stimme. Vorher jedoch
noch ein paar Dinge, die wir beachten sollten:
- Die Tonart ist C-Dur
- Es handelt sich um einen 4/4 und die überwiegende
Zahl von Noten sind Viertel
- Im 4/4 ist die erste und dritte Zählzeit stark, die
zweite und vierte Zählzeit schwach betont.
- Untergeordnete Zählzeiten (Achtel) sind immer schwach
betont.
Alles easy? Here we go ...
1.Stimme
|--------|--------|--------|--------|
|--------|--------|--------|--------|
|--------|--------|--------|--------|
|----2---|----2---|2-3-5---|2-3-5---|
|3-5---3-|3-5---3-|--------|--------|
|--------|--------|--------|--------| |
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2.
Stimme
|--------|--------|--------|--------|
|--------|--------|--------|--------|
|--------|--------|--------|--------|
|--------|--------|----2---|----2---|
|--------|--------|3-5---3-|2-5---3-|
|--------|--------|--------|--------|
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Intervalle
|........|........|..b.b...|..b.b...|
|........|........|3.3.3.5.|3.3.3.5.|
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1.
Stimme
|--------|--------|--------|--------|
|--------|--------|--------|--------|
|-2------|-2------|--------|--------|
|5-532---|5-532---|--------|--------|
|------3-|------3-|3---3---|3---3---|
|--------|--------|--3-----|--3-----|
|
2.
Stimme
|--------|--------|--------|--------|
|--------|--------|--------|--------|
|--------|--------|-2------|-2------|
|2-3-5---|2-3-5---|5-532---|5-532---|
|--------|--------|------3-|------3-|
|--------|--------|--------|--------| |
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Intervalle
|b....b..|b....b..|b..bb...|b..bb...|
|3454235.|3454235.|33876.1.|33876.1.|
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Welche Intervalle kommen also vor? Es sind 1, 2, b3, 3, 4,
5, b7 und 8. Die 2 und die 4 sowie die b7 aber auch nur als
Achtel und sozusagen als Passing Notes, rhythmisch betrachtet.
Stabile andauernde Intervalle, also die, die eine Viertelnote
lang betont stehen bleiben, sind die 1, die 3 und b3, die
5 und die 8=1. Und das scheint wichtig zu sein, denn diese
stabilen harmonischen Intervalle treffen wir ja auch in der
Harmonisierung an. Zusammen mit den vorab noch einmal erwähnten
Regeln kann man dann ableiten:
| CP Regel
#1: |
Zwischen Cantus Firmus und kontrapunktischen
Linien sind als stabile Intervalle nur die 1, b3/3 5 und
8 erlaubt. |
| CP Regel #2: |
Die anderen Intervalle dürfen
nur als Passing Notes auf unbetonten (schwachen) Beats
vorkommen. |
| CP Regel #3: |
Die b3/3-Zuordung erfolgt nach den
Regeln der Harmonisierung. |
Buff! Klingt ganz schön theoretisch, aber irgendwie
brauchen wir ja Regeln, um das Verfahren zu beschleunigen.
Die klassischen Betrachtungen geben uns noch einige weitere
Regeln an die Hand, die aus unserem Kanon nicht ohne weiteres
ersichtlich sind:
| CP Regel
#4: |
Die Leitstimme sollte sich innerhalb
der zugrundeliegenden Leiter nicht mehr als eine Quinte
bewegen (nicht zwangsweise, aber erleichtert die Sache). |
| CP Regel #5: |
Enden beide Stimmen auf einer Quinte, Prime oder
Oktave, sollten sich die Stimmen jeweils aus Gegenrichtungen
auf dieses Intervall zubewegen.
Und last but not least:
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| CP Regel #6: |
Gleichbleibende Notenlängen vereinfachen
wiederum die Gestaltung, Offbeats und Synkopen erschweren
sie. |
Also rein mechanisch ist Kontrapunkt dann wohl doch nicht
zu machen. Aber diese Regeln geben schon einen ganz guten
Rahmen vor, in dem man sich einen Teil von Fussangeln erst
einmal vom Hals hält.
Nehmen wir unsere Simpel-Linie vom Anfang noch einmal und
wenden diese Regeln an. Wie üblich gibt es dann mehrere
Lösungen. Indem nämlich rhythmisch variiert wird.
| Achtelig aufgemischt: |
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| Achtelig durchgemischt: |
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Na, das grooved ja wie Schmidts Katze. Klingt wie die Pausenmusik
in einer Telenorma-Telefonanlage. Aber funktionieren tut es
denn wohl doch. Zumindestens sind die Ergebnisse ganz brauchbar.
Hatten wir noch die Aufgaben 'Schreiben Sie einen Kanon in
64 Takten'. Man muss es nicht übertreiben. Aber klauen
darf man auch nicht. Tief durchatmen und ...
Was ist zu beachten? Also die Noten müssen so angelegt
sein, dass zu jeder Zählzeit in jedem Takt nur die erlaubten
Intervalle aus den obigen Regeln entstehen, und nur andere
Intervalle als Passing Notes, wenn überhaupt. Also im
Kopf geht das nicht, Notenpapier her und dann los.
| Rainer's Kanon: |
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Na gut, klingt dem Meister ohne Nussecken immer noch ähnlich,
ging ja auch nur um's Prinzip. Ach ja, apropos Prinzip ...
- Man nehmen eine gerade Anzahl von Takten. Die Zahl der
Takte bestimmt die maximale Anzahl von Stimmen. Bei vier
Takten wird's eben maximal vierstimmig (Froh zu sein
bedarf es wenig ... da sind's max2, tauchen Erinnerungen
auf?).
- Man lege das Metrum fest. 3/4 oder 4/4 geht gut, mit Achteln
wird es haarig.
- Nun konstruiere man alle Noten so, dass die Noten der
Takte zu den jeweiligen gleichen Zählzeiten immer stabile
Intervalle bilden, also 1, 3/b3, 5 oder 8.
- Braucht man Passing Notes kommen die als Teilschritte
dazu. Aber immer zwischen dem Grundmass, wenn möglich
die Intervalle 2, 4 und b7.
Dat war Kanon.
Fugen und weitere Verkomplizierungen
Fugen sind dem Kanon in dem Sinne ähnlich, dass sie
imitativer Kontrapunkt sind. Nur können die Folgestimmen
gegenüber dem CF variiert werden. Als Beispiel könnte
ich nun im reichen Fundus an Fugen bei Djei-Ess-Bieh
kramen. Tu ich Euch aber nicht an, sondern hier ist eine der
grellsten Fugen überhaupt.
Vom Gentle Giant Tribute Album 'Giant Tracks': Suite Canon
- Fugue of the A&R Staff von Kevin Gilbert (der leider
viel zu jung an einer Medikamenten-Unverträglichkeit
in seinem Home-Studio gestorben ist). Achtet auf den Text!
| Kevin Gilbert's Suite Canon
(690kB): |
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Übrigens gibt es zu diesem Werk auch eine
Transkription von Eric Frampton, die mir Daniel Dungen freundlicherweise
zu kommen ließ:
| Kevin Gilbert's Suite Canon: |
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Neo-klassisch geht's natürlich auch, und
da greifen wir auf meinen alten Freund Keith Emerson zurück.
Greg Lake und Keith Emerson mit der Fuge aus The Endless Enigma
von 'Trilogy'. Achtet auch mal besonders auf Greg's Bass und
wie er sich dort eingliedert ohne der Fuge tatsächlich
eigenständig zu folgen.
| K.E.: The Fugue (430kB): |
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Hach, is' dat schön ...
Und jetzt noch mal etwas daneben
Um noch einmal auf die eingangs erwähnte Avantgarde-Rockband
Gentle Giant zurückzukommen: auch die bewusste Verletzung
der CP-Regeln und Abwandlung der Grundmethodik muss nicht
zwangsweise in's tonale Chaos führen. GG hatte da ein
glückliches Händchen, wie hier zu zeigen am Stück
Design von 'Interview', ausschnittsweise zwei Parts
aus diesem Track:
| GG: Design (Excepts) (390kB): |
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Was zeigt, dass man aus dem Thema Kontrapunkt auch mal einfach
seine Stückchen herausschneiden kann. Design ist
aber sicher auch für die Siebziger Jahre in der Rock-Musik
ungewöhnlich und experimentell gewesen. Aber das war
GG sowieso. Darüber sollten wir heute in den Zeiten von
Boygroups und Silikon-Tralala-Divas auch mal wieder nachdenken.
Mal wieder ein bisschen aufmischen, die Sache.
Rock me, Amadeus!
Also sowas wie Gibberish werde ich nicht hinbekommen.
Aber ich habe mir mal wieder selbst bewiesen, dass die Theorie
alles andere als nutzloses Zeug ist.
Jetzt habe ich mich lang und breit über das Thema ausgelassen,
aber wo sind meine Ergebnisse? Ich habe es mal versucht und
musste für Rock doch einen erheblichen Schwierigkeitsgrad
attestieren. Das liegt vor allem an der variablen Rhythmik.
Was dabei herauskam, ist nicht gerade das Gelbe vom Ei, aber
ein erster Ansatz. Auch ist die Basslinie nicht durchgängig
kontrapunktisch. Aber ansatzweise. Nennen wir dies einen teil-kontrapunktischen
Ansatz im Rock mit Haken und Ösen. Macht's doch besser
...
| Rock the counterpoint: |
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Für die, die weiter und tiefer gehen möchten, gibt's
dann noch einen zweiten Teil
über ein wenig Geschichte und ganz grundlegende Methoden.
Ansonsten ist einmal das Lehrsystem von Johann Fux aus dem
Jahre 1725 zu empfehlen, und auch noch teilweise Heinrich
Schenker. Schaut mal bei Amazon
rein. Dieter de LaMotte würde ich weniger weiterempfehlen,
auf den trifft man bei der Suche nach Kontrapunkt auch, aber
er treibt die Sache ziemlich auf die Spitze (mehr was für
unsere GIT-, GTI- und IBM-Absolventen).
Oder fragt Alta Vista
mal nach 'kontrapunkt counterpoint fuge kanon canon'. Eine schon
sehr tiefgehende Beschreibung ist die
hier.
Ansonsten ... happy counterpointing!
Und wenn es nach mehr gelüstet, hier ist der zweite Teil, zur Vertiefung des Themas. |