The Theory Collection


Terz-Schichtung, die zweite, Sept-Akkorde. Harmonisierung mit Sept-Akkorden.

Jenseits der Dreinoten-Akkorde

Noch mehr Akkorde

Wir haben gesehen, wie wir mittels Terzschichtung die Grundakkorde gebildet haben. Der nächste Schritt wäre, dieses Verfahren fortzusetzen, also auf die zwei Terzen noch eine dritte zu packen. Was bekommen wir denn dann? Gar nichts, denn dann kippt der Akkord um (sehr witzig). Zwei Terzen ergeben vier mögliche Kombinationen. Nun können wir auf diese vier Kombinationen wieder je eine Terz aufsetzen, und haben dann acht mögliche Kombinationen: : 3-3-3, 3-3-b3, 3-b3-3 und so weiter. Also acht neue Akkorde. Nun mal langsam ...

Zuerst schauen wir uns noch einmal zur Erinnerung das Thema Grundton-relative und Terz-relative Struktur an. Ein Akkord reicht uns dazu, eine weitere Terz-Schichtung vorzunehmen und das Konzept zu testen, beziehungsweise zu sehen, was dabei heraus kommt:

Basis Akkord Terz-Struktur Neue Terz Neue Terz-Struktur

major

3 b3

3

3 b3 3

Nun rechnen wir die Terz-relative Struktur in eine Grundton-relative Struktur um: C-Dur: Akkordstruktur = root + 3 + b3, und 3 oben drauf, ergibt:

Root = C
1. Terz (3) = E
2. Terz (b3) = G
3. Terz (3) = G + 4HS = B

Was ist B in Relation zu C? Schauen wir in unsere Intervall-Tabelle! Das neue Intervall ist eine große Septime! Jetzt ist's raus. Durch das Schichten einer dritten Terz auf die Grundakkorde entstehen Sept-Akkorde (seventh chords). Aber gibt es acht Sept-Akkorde? Schauen wir mal vollständig hinein:

 

Basis

Zusätzl. Terz

Neue Terz

Intervallstruktur

Akkordname

Kurzform

1.

major

major 3rd

7

1 3 5 7

major 7

maj7

2.

major

minor 3rd

b7

1 3 5 b7

dominant 7

7, dom7

3.

minor

major 3rd

7

1 b3 5 7

minor major 7

mmaj7

4.

minor

minor 3rd

b7

1 b3 5 b7

minor 7

m7

5.

augmented

major 3rd

8 == 1

1 3 #5 1

übermäßig

augm
6.

augmented

minor 3rd

7

1 3 #5 7

augmented 7

augm7

7.

diminished

major 3rd

b7

1 b3 b5 b7

half diminished 7

m7b5

8.

diminished

minor 3rd

6

1 b3 b5 6

diminished 7

dim7

Ergeben sich also nur sechs neue Akkorde, die tatsächlich vier Noten enthalten, nicht acht. Augmented + große Terz (Zeile 5) führt in eine neue Oktave statt einer Septime und wieder auf den augmented chord. Diminished + kleine Terz (Zeile 8) erzeugt einen wirklich interessanten Akkord, aber wo ist die Septime? Hier haben wir es mit einer doppelt verminderten Septime zu tun, und bb7 ist enharmonisch 6, so dass wir korrekter Weise schreiben müssten:

8.

diminished

minor 3rd

bb7

1 b3 b5 bb7

diminished 7

dim7

Aber das ist ein Sonderfall, den wir an dieser Stelle nicht im Detail betrachten wollen. Ging ja nur um's Prinzip.

Testen des Konzepts

Tatsächlich sind alle sechs Septime-Akkorde scheinbar richtig und sinnvoll. Aber nicht alle sind Brot-und-Butter-Akkorde. Wie können wir herausfinden, welche die wichtigsten sind? Genau, durch diatonische Harmonisierung, diesmal aber für vier Noten statt nur drei. Ihr wisst wie das geht, ja???? Und Ihr macht das auch selbst auf Papier, ja??? Ok, trotzdem hier die Resultate:

I

II

III

IV

V

VI

VII

C

D

E

F

G

A

B

maj7

m7

m7

maj7

dom7

m7

m7b5

Überrascht? Nicht wirklich.

Wie sinnvoll und praktisch vorhanden diese Sept-Akkorde sind ergibt sich auch aus der Frage, ob sie in der tatsächlichen Harmonisierung von Skalen wirklich vorkommen. Dazu kann man bei Langeweile einen genaueren Blick auf verschiedene Leitern werfen. Da kann man dann feststellen, dass so selten anmutende Akkorde wie mmaj7 und augm7 keine synthetischen Produkte sind, sondern tatsächlich leitereigene Akkorde, Stufenakkorde.

Und was ist mit dem dim7? Der kommt tatsächlich auch als Stufenakkord vor, z.B. hier in dieser Leiter. Und auf dieser Seite kann man auch erkennen, warum es selbst in der Harmonisierung zu diesem Akkord kommt, nämlich durch große Intervalle in Leitern.

Now for something completely different

Tja, so entstehen sie, die Septime-Akkorde oder kürzer Sept-Akkorde. Und die vier obigen sind die wichtigen im Rahmen der Leiter-Harmonisierung. Tatsächlich kann man das Spiel noch weiter treiben. Packt man noch eine Terz drauf, entstehen die Non-Akkorde (ninth chords), dann die Elfer-Akkorde (eleventh chords) und dann noch die Dreizehner-Akkorde (thirteenth chords). Für uns Bassisten reicht es bis zu den Septime-Akkorden. Und wir haben schon reichlich Input gesammelt.

Zusammenfassung

Ich liebe es ..

  • Erneute Terzschichtung auf die Grundakkorde mit zwei Terzen erzeugt sechs neue Akkorde, die Septime-Akkorde. Alle haben eine Septime als grösstes Intervall.
  • Mittels diatonischer Harmonisierung haben wir vier Akkorde als wichtige Septime-Akkorde identifiziert: maj7, m7, dom7 und m7b5.
Übungen

Ihr ahnt es? Genau, macht die scale harmonization und kreiert Fingersätze für Euren 1string, 2string, 3string, 4string, 5string, 6string oder 10string Bass, für den 10string Stick und den 12er Grand Stick, für Gitarren, für Mandolinen, für Harfe und ... (Colonel Zero darf seinen Eierschneider nehmen :-))

 
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