400 Watt an 8 Ohm? 200 Watt an 4 Ohm? Ist was mit Oma?
Das scheint ja ganze Generationen von Musikern zu beschäftigen,
diese Fragen der Sparte «Darf ich eine 8 Ohm-Box an einen 4 Ohm-Verstärker
hängen?» oder «Warum bringt mein Amp an der 8 Ohm-Box
nicht volle Leistung?». Prinzipiell war ich schon in diesem
Artikel darauf eingegangen, aber vielleicht war das zu technisch.
Hier also noch mal ein Versuch mit Reduktion auf das Wesentliche.
Nehmen
wir etwas, was uns vertrauter ist. Der Vergleich hinkt an mehreren Stellen,
ist physikalisch falsch, aber eventuell doch verständlicher: Verstärker
= Batterien, Boxen = Lampen. Und wir schauen mal, was passiert, wenn
wir verschiedenen Lampen und Batterien kombinieren.
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Lampe
Batterie
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3 V-Lampe
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6 V-Lampe
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| 3 V-Batterie |
Lampe liefert ihre
Nennleistung
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Lampe liefert weniger
als ihre Nennleistung
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| 6 V-Batterie |
Batterie und/oder
Lampe überlastet
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Lampe liefert ihre
Nennleistung
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So, übertragen wir das nun auf Verstärker und Boxen:
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Box
Amp
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4 Ohm-Box
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8 Ohm-Box
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| 4 Ohm-Verstärker |
Box liefert volle
Amp-Leistung
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Box liefert weniger
als Amp könnte
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| 8 Ohm-Verstärker |
Amp und/oder
Box überlastet
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Box liefert volle
Amp-Leistung
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Warum ist das so?
Wenn ein Verstärker entwickelt wird, werden seine Interna (Netzteil,
Endstufen-Transistoren und alle anderen Bauteile, Kühlung) für
eine bestimmte Leistung ausgelegt. Bei der Berechnung der Bauteile legt
der Entwickler alle Parameter fest, die das Gesamtsystem betreffen,
und dazu gehört auch, welche Impedanz (= Widerstand) der Box angeschlossen
ist. Und für Transistor-Verstärker ist das das untere Limit,
darum wird es auch bei den Kennwerten des Verstärkers ganz vorne
in der Liste der Eigenschaften angegeben. In etwa kann man das mit einem
Auto vergleichen, nämlich welcher Motor mit wie viel PS bei welcher
Umdrehungszahl. Das maximale Drehmoment (= Beschleunigung) des Motors
kommt nämlich auch nur dann auf die Straße, wenn der Motor
in einer bestimmten Umdrehungszahl läuft, z.B. bei 3600 U/min. Bei
1500 U/min bringt die Maschine nicht ihre optimale Leistung, und bei
8000 U/min geht der Motor wegen Überlastung zum Teufel.
So ähnlich sieht auch die Leistungskurve eines Transistor-Verstärkers
aus:
Angenommen der Verstärker ist für eine Ausgangs-Impedanz
von 4 Ohm ausgelegt, dann ist das einfach ein Wert, der so vorgegeben
ist, wie auch die Netzspannung oder maximale Umgebungs-Temperatur. Ist
einfach Gesetz des Herstellers. Also hier angenommen ein Amp mit minimal
4 Ohm angeschlossenen Speaker.
Weniger als 4 Ohm darf man nicht betreiben, da wird der Amp überlastet.
Bei 4 Ohm gibt es die optimale = maximale Leistung. Je höher nun
die Impedanz der angeschlossenen Lautsprecher wird, desto weniger Leistung
gibt der Verstärker ab. Das ist wie eine 6 V-Lampe an einer 3 V-Batterie,
da kann die Batterie einfach nicht den Strom in die Lampe treiben, um
sie voll leuchten zu lassen.
Wie die Kurve nun im Detail verläuft, ist von Verstärker
zu Verstärker unterschiedlich. Als Faustregel kann man nehmen,
dass 8 Ohm- statt 4 Ohm-Box ca. 20 .. 25% weniger Leistung ergibt. 8Ohm-Box
am SWR Workingman's 4004 macht demnach maximal 300 bis 320 Watt. Lösung
kommt gleich.
Noch einmal: mit einem 8 Ohm-Lautsprecher bekomme ich aus einem 4 Ohm-Amp
niemals die volle Leistung. Und mit einem 4 Ohm-Lautsprecher an einem
8 Ohm-Transistor-Verstärker gibt es Rauchsignale. So. Was tun? Die
Antwort heißt: Serien- und Parallel-Schaltung.
Etwas Mathematik und E-Technik

Habe ich nur eine 6 V-Batterie, und nur 3 V-Lämpchen, brauche aber
trotzdem Licht, kann ich mir behelfen: ich schalte zwei der Lämpchen
hintereinander, so dass sich die Batterie-Spannung auf die beiden
Lämpchen verteilt. Das wäre Serien-Schaltung. Parallel-Schaltung
würde nix bringen, da dann ja beide Lämpchen direkt an der
Batterie hängen würden. Anders herum: ich habe nur 3 V-Batterien,
aber 6 V-Lampe. Schalte ich zwei 3 V-Batterien hintereinander, bekomme
ich 6 V.
Was passiert jedoch in diesen Fällen mit Lautsprecher-Impedanzen?
Ganz einfach. Vorausgesetzt, dass alle verwendeten Lautsprecher/Boxen
die gleiche Impedanz haben, passiert das:
- In der Serien-Schaltung addieren sich die Einzel-Impedanzen
- In der Parallel-Schaltung ist die Gesamt-Impedanz der n-te Bruchteil
der Einzel-Impedanzen (n = Anzahl Lautsprecher)
Konkret:
- Zwei 8 Ohm-Lautsprecher in Serie ergeben 16 Ohm
- Zwei 4 Ohm-Lautsprecher in Serie ergeben 8 Ohm
- Zwei 8 Ohm-Lautsprecher parallel ergeben 4 Ohm
- Drei 8 Ohm-Lautsprecher parallel ergeben ca. 2,6 Ohm
- Vier 4 Ohm-Lautsprecher, je zwei in Serie, diese Päärchen
dann parallel, ergeben 4 Ohm (warum?)
- etc. pp.
Habe ich also einen Verstärker mit 4 Ohm-Ausgang, und hänge
zwei 8 Ohm-Lautsprecher in Parallel-Schaltung dran, ergeben beide zusammen
eine Impedanz von 4 Ohm, und ich bekomme wieder die volle Leistung. Beträgt
diese 'volle Leistung' 400 Watt, so verteilen sich diese gleichmäßig
auf die beiden Boxen, jeweils 200 Watt pro Box. Schließe ich nur
einen Lautsprecher an, so müsste dieser aber 300 oder 320 Watt abkönnen,
weil er dann ganz alleine dran ist, und die Maximal-Leistung verdauen
können muss.
Habe ich einen 8Ohm-Transen-Amp, aber nur 4Ohm-Speaker, müsste
ich zwei Boxen in Serie schalten, so dass die Summe wieder 8Ohm ergibt.
Klar?
Der Haken
An vielen Bass-Verstärkern und auch an Bass-Boxen finden sich
zwei Lautsprecher-Ausgänge. Werden beide Verbindungen benutzt,
handelt es sich automatisch um eine Parallel-Schaltung! Nehme
ich also zwei 4 Ohm-Boxen und hänge sie an die beiden Ausgänge
eines 4 Ohm-Verstärkers, ist die Belastung des Verstärkers
eine 2 Ohm-Belastung. Schaden droht. Mehrfach-Ausgänge an Amps und
Boxen sind in 99,99995% aller Fälle Parallel-Schaltungen. Für
Serien-Schaltungen muss man sich ein spezielles Kabel bauen.
Fazit
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Box
Amp
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4 Ohm-Box
|
8 Ohm-Box
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2 x 4 Ohm-Box
|
2 x 8 Ohm-Box
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| 4 Ohm-Verstärker |
 Box
liefert volle
Amp-Leistung
|
 Box
liefert weniger
als Amp könnte
|
 Amp
und/oder
Box überlastet
|
 Box
liefert volle
Amp-Leistung
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| 8 Ohm-Verstärker |
 Amp
und/oder
Box überlastet
|
 Box
liefert volle
Amp-Leistung
|
 Amp
und/oder
Box überlastet
|
 Amp
und/oder
Box überlastet
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