Kabel, Kabel, Kabel:
Die Fortsetzung
Gut, also Kabel selber machen ist gar nicht so schwierig
wie es zuerst aussieht. Dann hat man Kabel, und wie weiter?
Da kommt man dann aus dem kuscheligen Wohnzimmer in einen
Proberaum, so als Neuling, und wird mit Leuten konfrontiert,
die das Proberaum- und Gig-Business etwas länger betreiben.
Und dann fliegen einem die Begriffe um die Ohren. "Sam'ma,
wo is' eigentlich die schimmelige DI-Box?" oder "Das
geht so nich', da musst Du 'nen Looper zwischen machen!",
oder als Steigerung "Wenn noch mal einer das XLR aus
dem Multicore reisst, schieb' ich ihm meine Röhren-AB
in den ...". Verwirrende Namen und Worte. Was sind das
alles für Sachen? Und wozu braucht man die?
Daher noch ein paar Erklärungen zu dem, was so im Proberaum
und später einem in den Weg kommt. Einfach so aufgezählt,
Kistchen, Themen und Probleme.
D.I. Box
Abkürzung für Direct Inject Box.
DIs haben zwei Funktionen. Erstens die galvanische Trennung
zwischen Signal-Quelle und Eingang, zweitens die sogenannte
Symmetrierung von Signalen. Erinnern wir uns an Kabelage
I hatten wir da den Unterschied zwischen symmetrischer
und unsymmetrischer Signalführung. Und hatten auch gesagt,
dass man ein symmetrisches Signal relativ simpel in ein unsymmetrisches
umwandeln kann. Aber andersherum, da muss man aus dem Leiterpaar
Signal/Masse die Signale Signal+, Signal- und Abschirmung
machen. Und das macht die D.I.-Box. Unter anderem.
Das passiert in einer normalen D.I. mittels eines kleinen,
aber sehr hochwertigen Trafos. Dieser wird angesteuert und
liefert auf der anderen ('sekundären') Seite ein identisches
Signal. Durch den Trafo hat das Signal aber einerseits keine
Beziehung zur Signal-Masse mehr, zwischen den Windungen der
beiden Seiten besteht ja keine leitende Verbindung, und: der
Trafo liefert dieses Signalpaar + und - für unsere symmetrische
Signalführung. Und mit symmetrischen Signalen kann man
dann direkt in Mischpulte oder Aufnahme-Geräte gehen.
Das obige Schaltbild ist übrigens eine D.I.-Box, die
ein Line-Signal in ein Mikrophonpegel-Signal wandelt, indem
der Trafo auf der Ausgangsseite weniger Windungen hat als
auf der Eingangsseite. Hat der Trafo auf beiden Seiten gleich
viele Windungen, kommt aus der Box gerade so viel raus, wieviel
reingegangen ist. Nur eben symmetrisch, so dass man das Signal
nun in ein Mischpult leiten kann, mit einem symmetrischen
Eingang. D.I.-Boxen heutiger Couleur (H&K Red Box, AAC
Standard, Zeck D.I.) sind meistens umschaltbar, so dass man
sie sowohl für eine 1:1-Übertragung (Gitarre/Bass
-> Mischpult) als auch für Transformation (Speaker-Signal
-> Mischpult) verwenden kann.
D.I.-Boxen gibt es als aktive und passive Versionen. Das
Teil oben ist passiv, hat keine verstärkenden oder verändernden
Bauteile, dafür kann man die meisten passiven DIs aber
auch umdrehen, also symmetrisch in asymmetrisch wandeln, einschliesslich
galvanischer (leitender) Trennung. Aktive D.I.-Boxen habe
noch Verstärker im Eingangskreis, die das Eingangssignal
erst auf einen höheren Pegel umsetzen, bevor es durch
den Trafo wieder auf den Ursprungspegel reduziert wird. Weiteres
Ergebnis: hoher Eingangswiderstand für die Instrumentenseite,
niedriger Ausgangswiderstand für Pult/Recorder. Zusätzlich
ist es mit einer aktiven DI-Box möglich, das Signal von
sehr hohen Frequenzanteilen zu bereinigen, damit es mit Overdrive/Distortion
nicht kreischig klingt (speaker emulation). Strom kommt
für aktive DIs entweder über ein Netzteil, eine
Batterie oder über Phantom-Speisung.
Wann aktiv und wann passiv? Aktive DIs bieten sich für
den Direktanschluss Instrument an Mixer/Recordinggerät
an, passiv reicht für Einschleifen in die Leitung Amp/Speaker.
Aktive DIs haben generell bessere Übertragungseigenschaften
und weniger Nebengeräusche. Also aktiv ist immer besser,
aber eben auch teurer. Wer sich für die inneren Details
von DIs und Schaltpläne interessiert, findet reichlich
Material bei Jensen
Transformers.
Nun ist aber im Schaltbild zu sehen, dass die Gehäusemasse
unten doch wieder durchgezogen ist. Der 'Ground Lift'-Schalter
trennt diese Verbindung, zum Aufbrechen von Brummschleifen.
Und damit kommen wir zum nächsten Thema ...
Brummschleifen, DI-Einsatz 2. Teil ...
Auch Erdschleifen genannt. Diese entstehen, wenn sich innerhalb
einer Verkabelung im Raum, auch innerhalb eines Racks mit
mehreren Geräten,
eine geschlossene Leiterschleife bildet. Diese Schleife wirkt
wie eine Spule, so dass magnetische und/oder elektrische Felder
aus der Umgebung (bevorzugt von unserem allgegenwärtigen
240Volt-Hausnetz) in der beteiligten Schleife eine Wechselspannung
induzieren, und das wieder heisst, das auf den Abschirmungen
der Signalkabel ein Strom fliesst. Hauptschuldiger ist meistens
der Schutzleiter unseres Stromnetzes, der mit dem Gehäuse
der Geräte verbunden ist und verhindert, dass bei einem
Fehler im Gerät das Gehäuse unter Netzspannung kommt.
Diese entstehende Schleife wiederum bewirkt diesen Wechelstromfluss
auf den Schirmungen, der in den Kabeln das Nutzsignal 'verschmutzt'.
Es brummt. Was tun? Schutzleiter abklemmen? Um Gottes Willi!
Man muss diese Schleife aufbrechen, z.B. mit einer D.I.-Box.
Diese rote Verbindung, die die Schleife macht.
Jetzt ist die Schleife aufgebrochen, weil die DI die beiden
beteiligten Massen voneinander trennt. Aber dazu muss natürlich
der 'Ground Lift'-Schalter an der D.I.-Box aktiv sein, denn
sonst würde die äussere Schleife ja doch wieder
geschlossen. Die Schleife entsteht nämlich aus dem Schutzleiter
der Netzversorgung über die Massen der Geräte.
Für solche Zwecke gibt es übrigens auch ganz kleine,
einfache D.I.s, sogenannte Line Isolators, die in einem
Rack oder vor dem Mischpult untergebracht werden können.
Die aber fast so teuer sind wie komplette DIs ... aber eben
kleiner.
Nun ist so ein Gitarristen-Rack mit 49 Effekt-Geräten
und acht Amps natürlich nicht so übersichtlich.
Daher muss man sich, wenn es im Rack oder in der PA brummt
und rauscht, ein Bildchen machen und herausfinden, wo die
Brummschleife entsteht. Aber das Prinzip ist immer gleich.
Da war doch gerade noch so ein böses Wort ... ach ja
...
Phantom-Speisung
Brauchen denn Phantome etwas zu essen? Nein, Phantom-Speisung
heisst, dass man Geräte, z.B. DI-Boxen, aktive Mikrophone
oder sogar Instrumente über die gleiche Leitung mit Strom
versorgt, über die auch das eigentliche Nutzsignal überträgen
wird. Aber gehen dann nicht die Mikros kaputt, wenn man Strom
darüber schickt? Normal ja.
Aber es gibt ja Kondensatoren, und die haben die nette Eigenschaft,
Wechselspannungen zu übertragen und Gleichspannungen
abzublocken. Und dadurch kann man beide Sachen, Versorgungs-
und Signal-Spannung, über einen Draht schicken, indem
man über Kondensatoren die Nutz-Wechselspannungen abblockt.
Auf den roten Drähten läuft nur Nutzsignal, auf
den schwarzen läuft sowohl die Versorgungsspannung als
auch das Nutzsignal. Die 'Standard'-Phantomspeisungsspannung
ist übrigens 48V=, also die, die die Mischpulte liefern.
Tatsächlich sind in Mischpulten und Mikros noch ein paar
Bauteile mehr für das Abtrennen der Phantom-Versorgung
zuständig, nämlich solche, die Einstreuungen und
hochfrequente Anteile aus der Leitung beseitigen. Im Prinzip
geht as aber wie in diesem Bildchen.
Der Weg zum Soundman
Mittels einer DI können wir also unser Instrument auch
direkt an ein Mischpult anschliessen. Wird sicher lustig aussehen,
Gitarrist, Basser und Sänger fröhlich im Umkreis
von zwei Metern um's Pult geschaart. Auch das geht anders.
Neben ein paar etwas längeren Kabeln braucht man auch
die Möglichkeit, die vielen einzelnen Mischpulteingänge
in die Band zu bringen, oder auch die Band zum Mischpult.
So schwer verständlich der Begriff zuerst ist, es ist
ganz einfach. Man nehme ein Multicore. Und ein Multicore
ist nur ein Verlängerungskabel für die Mischpult-Ein-
und Ausgänge. Ausgänge? Jawoll, denn aus dem Mischpult
kommen auch Signale raus, nämlich für die Monitor-Lautsprecher
(damit Ihr Euch auch spielen hört) und die anzusteuernden
PA-Endstufen.
Ein Multicore besteht aus einem vielpoligen Kabel mit einzeln
abgeschirmten Adern, an einem Ende eine Stagebox mit XLR-Ein-
und Ausgängen (z.B. 16 x Eingänge in's Pult, 2 Ausgänge
für Monitore und 2 für Enstufen), am anderen Ende
entsprechend viele XLR-Stecker für den Anschluss an's
Mischpult. Je nach Zweck und Geldbeutel gibt es dann noch
Multicores mit 8, 16, 32 oder auch 64 Eingängen, 6, 8,
12, 24 und mehr Meter lang, mit XLR-Steckern an dem einen
Ende oder mit Multipin-Steckern (64 Kontakte in einem Stecker,
möchte ich nicht löten).
Das sind Multicores. Und teuer sind die auch noch. Und schwer
zu transportieren. Aber notwendig, wenn z.B. das Mischpult
in einem anderen Raum oder 20 Meter entfernt von der Bühne
steht.
So, DI-Boxen, Multicore, Brummschleifen und Phantom-Speisung.
Was haben wir denn noch so im Proberaum und Studio? Aaaaahhhh
ja ... Döschen und Tretminen, Racks und Looper.
AB-Box
Nicht Arminia Bielefeld, sondern Gerät A und Gerät
B sind gemeint. AB-Boxen, analog ABC-Boxen, dienen der Umschaltung
von Eingängen oder Ausgängen. Beispiel: eine Gitarre,
zwei Verstärker und der Wille, mal den einen und mal
den anderen Amp zu benutzen ohne Umstecken von Kabeln. Eine
AB-Box ist also einfach ein Umschalter. Aber meist doch ein
wenig mehr.
Nehmen wir also mal an, wir wollten obiges Szenario realisieren,
bräuchte man doch eigentlich nur eine Schachtel mit zwe i
Schaltern, wo mal der eine Eingang beschaltet wird, mal der
andere, so irgendwelcher Elektiker-Kram. Würde sogar
grundsätzlich funktionieren. Zwei Katastrophen bahnen
sich aber an. Erstens können wir mit solch einer Simpel-Schaltung
wieder herrliche Brummschleifen bauen. Und zweitens: das Umschalten
wird mit tollsten Umschaltgeräuschen verbunden sein,
mal gelinde ausgedrückt. So einfach geht das Umschalten
also doch nicht, denn wir wollen es ja geräuschlos, damit
der Bassist nicht geweckt wird, und wir bräuchten in
der Praxis noch etwas mehr. Und deshalb sind AB-Boxen auch
nicht für 30DM zu bauen, sonder so teuer wie komplette
Effektgeräte.
Schauen wir mal genauer auf dieses Teil, fällt gleich
mehreres auf: erstens kann der Pegel für die beiden Ausgänge
getrennt eingestellt werden. Dann haben wir da noch zwei LEDs,
die den aktuell eingestellten Zustand signalisieren. Und man
kann das Ding umdrehen, also entweder zwei Geräte auf
einen Eingang schalten, oder einen Ausgang auf zwei Eingänge.
Was man nicht sieht: keine Schaltgeräusche, keine Brummschleifen,
keine pfeifenden Rückkopplungen durch beieinander liegende
Speaker/Instrumentenkabel. Und zuletzt: man kann nicht nur
das Instrument auf A oder B schalten, sondern auch auf A
+ B. So wird die AB-Box dann auch zum aktiven Splitter,
die beiden Amp-Eingänge erhalten nicht das gleiche Signal,
sondern sind voneinander getrennt und entkoppelt. Meistens
durch einen kleinen Trafo wie in einer DI-Box.
Sie sehen simpel aus, aber sie sind es eigentlich gar nicht.
Einer der Hauptlieferanten für solche Dinge ist Nobels.
Eine ABC-Box schaltet nun analog drei Ein-/Ausgänge um.
Manchmal verwechselt werden AB-Boxen mit den Loopern. Weiss'
auch nicht, warum. Bevor wir uns den Loopern zuwenden, ein
paar Vorworte, warum und wo man solche Geräte benutzt.
Racks
Im Laufe des Lebens durchläuft der Saitenartist verschiedene
Zustände des Equipments. Am Anfang steht vielleicht ein
Instrument und ein Verstärker. Dann kommt die erste Tretmine,
zum Beispiel ein Verzerrer oder ein Chorus. Da der nicht immer
passt, kommt ein zweiter dazu, dann noch vielleicht ein Delay
('Echo'). Irgendwann fällt noch die Entscheidung für
ein weiteres Gerät, das aber nicht als Tretmine, sondern
als Rack-Gerät konzipiert ist. Spätestens
dann, wenn man nicht mehr nur einen Amp, sondern getrennte
Vorverstärker (Preamps) und Endstufen benutzt,
ist es soweit: ein Rack muss her! Und was ist nun ein Rack?
Das ist ein Gehäuse mit genormten Einbauvorrichtungen
und Ausmaßen, i.d.R. das 19"-Format.
Die
Einbaubreite dieser Racks beträgt 19", auch die
Schraubenabstände und zum Teil Einbautiefen sind genormt.
Ein weitere Fakt ist die Einbauhöhe. Eine sogenannte
Höheneinheit beträgt ca. 44,45mm. Viele Effektgeräte
sind eine Höheneinheit (HE) hoch, Endstufen 2 oder 3
HE. Befestigt werden die Geräte von vorn. Das obere Mini-Rack
im Bild hat 2HE, man könnte also beispielsweise ein 1HE-Effektgerät
und einen 1HE-Preamp einbauen. Aufpassen muss man bei den
Einbautiefen, denn einfache Geräte sind nicht so tief
wie Endstufen.
In einem solchen Rack bringt man dann seine Gerätschaften
sicher und gut transportierbar unter. Plus: die Geräte
sind innerhalb des Racks verkabelt und bleiben es auch beim
Transport.
Für 19"-Geräte ist das alles fein. Rack aufgestellt,
Speaker dran, fettich. Was aber nun mit den 47 Tretminen?
Die müssen weiter aufgestellt und verkabelt werden. So
entsteht ein Wust von Kabeln, und eine feine Stolperfalle.
Besser wär, man hätte das auch alles im Rack mit
drin, aber wie soll man dann drauftreten? Und während
die einen Geräte in den Effektweg des Verstärkers
kommen, gehören die anderen vor den Amp oder Preamp.
Da ist das Stichwort: Looper!!!
Looper
Ein Looper dient dazu, via Fernsteuerung (= Fernschalter)
ganze Geräte in einen Signalweg zu schalten oder herauszunehmen.
Besonders wichtig ist das für Tretminen, die in einem
Rack montiert sind. Prinzip-Schaltbild, aber fix!!!!
Da haben wir das Prinzip. Der Looper hat einen Eingang, einen
Ausgang und zwei Anschlüsse für das zu schaltende
Gerät. Dann noch einen Steuereingang, der ihm sagt, ob
das Teil nun im Signalweg liegen soll oder nicht. So schaltet
er es heraus, oder hinein. Prima Sache. Jetzt können
wir die Tretmine in's Rack mit einbauen und verkabeln, und
brauchen nur noch eine Leitung für den Fußschalter,
der am Looper eingesteckt wird. Der Rest ist im Rack. Und
da der Looper auch nicht mit simplen mechanischen Schaltern
arbeitet, sondern elektronisch oder mit hochwertigen Relais
schaltet, ist das Umschalten fast oder sogar völlig geräuschlos.
Aber halt, rechnen wir mal ... vier Tretminen, also vier
Fußschalter, vier einzelne Schalterkabel auf der Bühne?
So ganz riesig ist der Vorteil ja nicht. Das müsste doch
komfortabler gehen, und mit maximal einem Kabel zum Rack.
Und dann noch vier Looper? Da müsste dann bald ein passendes
Rack mit 28HE her. Also was ein Looper ist, ist nun klar.
Aber wirklich schön wird das erst mit MIDI, und einem
MIDI-Board, und Multi-Loopern. Und kommen schon diese neue
Fremdwörters ...
MIDI
MIDI, Musical Instrument Digital Interface,
erfunden in den Siebzigern. Wie bringe ich meinem Computer
das Singen bei. MIDI ist eine Hardware-Schnittstelle, eine
serielle Schnittstelle wie die Verbindung zwischen Eurem Modem
und dem PC. Nur werden bei MIDI nicht Zeichen, sondern Noten
und Steuerinformationen für Musikinstrumente übertragen.
Am besten verständlich wird MIDI bei einem Keyboard an
einem PC mit Soundkarte. Wird eine Taste betätigt, schickt
das Keyboard über die MIDI-Schnittstelle eine Information
an den PC. Aber jetzt kommt's: nur eine Repräsentation
der Note? Mitnichten, da sind noch Steuerinformationen notwendig.
Wie stark wurde die Taste angeschlagen (velocity)?
Hat der Tastenmann am Bend-Rad gedreht und zieht den Ton nach
oben (pitch)? MIDI ist nicht nur Notenwert, sondern
auch Steuerinformationen. Und eine davon sind die Patch
Changes oder Control Changes, denn man kann am
Keyboard auswählen, ob man nun ein Piano, eine Orgel
oder eine Violine hören möchte, welches Instrument
also emuliert werden soll.
Und diese Patch Changes helfen uns nun auch mit unseren Loopen.
MIDI controlled Looper
In unserem Prinzip-Schaltbild hatten wir den Looper mit einem
Fußschalter bedient. Das ist eine Möglichkeit.
Aber für ein paar Kröten mehr bekommt man auch Looper,
die eine MIDI-Schnitttstelle haben. Die brauchen also eine
MIDI-Steuerinformation zum Umschalten. Und wie schickt man
die? Über ein MIDI-Floorboard. Von Nobels, zum Bleistift.
Ein solches Board hat einen kleinen Prozessor, der beim Betätigen
eines Schalters durch den Musiker eine MIDI-Information senden
kann. Bei Taste '1' z.B. 'PatchChange 01'. Wenn die
Schuhe nicht zu breit sind.
Jetzt noch der pure Luxus: MIDI-gesteuerter Multi-Looper!
Das ist ein Looper, der nicht nur ein, sondern vier oder mehr
Geräte schalten kann. Und das MIDI-gesteuert! Und jetzt
kommen wir unserem Ziel endlich nahe, alles in einem Rack,
nur ein Kabel, und wenn wir wollen, noch viel mehr! Denn nicht
nur der Looper kann mit MIDI gesteuert werden, auch Preamps
und Rack-Effektgeräte können MIDI. Und dann ist
MIDI nicht nur eine Einbahnstrasse, sondern kann durchgeschleift
werden, über mehrere Geräte. Nun noch ein kurzes
Schaltbild unseres Luxus-Racks, voll MIDIfiziert und vollelektronisch.
Nun haben wir nur noch unser Rack, stöpseln
MIDI-Floorboard, Instrument und Speaker ein, und ab geht die
Post. Beinahe, denn was ist nun notwendig? Programmierung.
Das ist nämlich nun der Nachteil des Luxus und der Komplexität.
Programmieren heisst hier Festlegen, wann was wohin geschaltet
ist, und welche Effekte aktiv sind. Dazu macht man sich am
besten eine Tabelle und heftet sie gut weg, falls mal eine
Neuprogrammierung notwendig ist. Und diese Tabelle zeigt dann
auch die neuen Möglichkeiten.
| MIDI Patch |
Looper |
Multi-Effekt |
Amp |
|
001
|
Mine 1 an,
Mine 2 an |
Chorus,
Delay |
Clean |
|
002
|
Mine 3 an |
Chorus,
Reverb 'Hall' |
Clean |
|
003
|
Mine 2 an,
Mine 3 an,
Mine 4 an |
Reverb 'Room1',
Phaser |
Overdrive |
|
004
|
alle aus |
Harmonizer |
Overdrive |
|
..... etc.
|
|
|
|
Nebenbei bemerkt: dass das alles nicht unbemerkt
an unserem Giro-Konto vorbei geht, ist ja wohl klar. Aber
wer Luxus will, muss halt ein paar Überstunden einschieben.
Tja, da ist wohl zuletzt wieder der Hardware-Informatiker
mit mir durchgegangen. Wollte aber nur mal die Möglichkeiten
darstellen, und warum man so etwas (eventuell) braucht.
Hoffe, es hat trotzdem gedient.
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