Oder: eine Form des Leidens?
Für die Süchtigen unter uns; und für den
Rest, um uns zu verstehen
| G.A.S. (n.) |
Abkürzung für Gear
Acquisition Syndrom (dt.: Geräte-Erwerbs-Syndrom).
Ein besonders unter Musikern verbreitetes psychisches
Leiden, das den Erkrankten zum Erwerb immer neuer Instrumente
und Verstärker/Effektgeräte treibt, im Glauben,
dadurch musikalische oder persönliche Fortschritte
machen zu können. Folgeerkrankungen insbesondere:
chronischer Geldmangel, destruktive Agonie oder Depression.
Spätfolgen: Rückbildung musikalische Fähigkeiten,
Verlust der Urteilsfähigkeit. |
Eine Versuch der Selbst-Therapie
Nachdem ich mich jetzt gerade erst wieder von einem nicht
unerheblichen Anfall von G.A.S. erholt habe, wieder überlebend
auf dem harten Boden der Realität aufgeprallt bin und
erst langsam zu mir zurück finde, aber auch wieder aus
unerfindlichen Gründen in Kataloge von Musik Produktiv
oder Art Of Sound schaue (oder WebSites, Anzeigen, G&B-Magazine)
...
Also deshalb habe ich mich entschlossen, in schonungsloser
Offenheit und bar jeder peinlichen Zurückhaltung von
meiner leidensvollen Geschichte bis heute zu berichten. Es
geht um G.A.S., von dem zuweilen nicht einmal rein akustische
Instrumentalisten verschont bleiben. Nur Sänger bleiben
nicht nur verschont, sondern weigern sich sogar, ein Taschengeld
für ein eigenes Mikro zu investieren, von einem XLR-Kabel
ganz zu schweigen. Diese Glücklichen.
Wie es alles begann
Schweifen wir nicht ab. G.A.S. ist kein Kind unserer Zeit.
G.A.S. gab es schon in den frühsten 70er Jahren, aber
man hatte damals noch keinen Begriff dafür. Wenn sich
jemand acht Gitarren und sechs Amps in die Bude stellte, war
er entweder total bescheuert, oder er genoss ungeheures Ansehen.
Je nachdem. Zu bedenken ist, dass zu diesen seligen Zeiten
der Erwerb eines Fender Jazz Basses (die Werke in Mexiko und
die Firma Squier gab es noch nicht) oder einer Gibson SG Standard
für einen Schüler oder Studenten fast unmöglich
war. Ein Freund hatte tatsächlich eine Tele, und er war
der King. Er hatte sogar einen Twin Reverb, was ihn in die
Nähe von Apollo und Athene rückte, denn wir besuchten
ein altsprachliches Gymnasium.
Ich hatte damals, wie schon berichtet, eine Jazz Bass-Kopie
von Framus, einen Dynacord Eminent II (2 x EL34) und eine
Genz 2x12"-Box (ich muss dazu sagen, dass ich den Amp
abgestaubt hatte, weil der erwachsene Besitzer einen kaputten
Netztrafo vermutete, doch es war nur der Spannungs-Wahlschalter).
Und das war für damalige Zeiten schon eine ziemlich fette
Sache. Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, gab
ich nach zwei Jahren Unterricht in klassischer Gitarre und
weiteren Jahren mit diversen Versuchen des Etablierens auf
Gitarre, dann auf Bass, das Musizieren auf. Da war dann noch
eine Kopie eines Gibson EB-2, eine 12-saitige Gitarre unbekannter
Herkunft, eine Framus Jazzmaster und eine argentinische Nylon-Gitarre
hinzugekommen. Das Sharango habe ich vergessen, und die Sitar.
Erste Formen von G.A.S. Unbemerkt, schleichend.
Am Equipment kann es also nicht gelegen haben, dass ich mit
22 alles verkaufte, bis auf die Nylon-Säge und die Sitar.
Ich verkaufte (besser: verscheuerte) alles, weil ich nicht
zu Potte kam. Nicht, weil mir die Muuuuhhhhsi keinen Spass
machte. Aber ich war depremiert und niedergeschlagen, hatte
kein Ziel und keinen Erfolg. Und schon damals glaubte ich,
wenn ich nur ein besseres Instrument hätte, einen lauteren
Amp oder eine Schaller Echolette, ja dann ... es wäre
schon besser gewesen, es hätte mehr gegeben als Peter
Bursch und die drei Songbooks von Led Zeppelin, Cream und
den Beatles. Es war tatsächlich so, dass es am Beginn
der 70er nur klassische Musik-Literatur gab, und die packten
wir natürlich nicht mal im Traum an. Lernen konnte man
also nur mit sozialverträglichem Lehrer, von anderen
Musikern oder mit eiserner Selbstdisziplin. Das eine war zu
teuer, letzteres hatte ich ja nun überhaupt nicht im
Repertoire.
Reboot
Es kam das Jahr 1995. Ich war fast neun Monate lang beruflich
in Holland tätig, die Spesen sammelten sich auf meinem
Konto, denn ich ernährte mich überwiegend bei McDonalds
und hatte zuhause keine Zeit zum Geld-Ausgeben. Kam dieser
denkwürdige Tag, als ich auf dem Rückweg von Den
Haag nach Hause noch Station bei meinen Eltern machte. Rainer-sein-Bruder
(der heisst Armin, verdammt noch ma' !!!!) wollte noch zu
MPO-Norbert in Oberhausen, weil er ein paar Schrauben für
sein Drum-Rack brauchte, und mehr aus Langeweile fuhr ich
mit. Lümmelte dann so im Laden herum, und da stand eine
wundervolle Epiphone Les Paul Studio Standard in Flame Cherry
Red. Da hat es irgendwie 'Tick!' gemacht, ich nahm sie in
die Hand und konnte immer noch 'From The Beginning' oder 'Oh
Well' intonieren. Der Kauf war eine spontane Sache. Die Verblüffung
dagegen unendlich, denn ich hatte mir geschworen, kein Instrument
mehr anzufassen.
Das Unglück nahm seinen Lauf. Ich lernte Musik Produktiv
kennen, es folgte ein ZOOM 2020, ein Peavey Classic30, ein
TS5, eine Fender Telecaster Plus, eine Yamaha APX4A. Nur eins
war diesmal ganz anders: es gab das Internet! Und ich war
20 Jahre älter. Da waren auf einmal Hunderte von Artikeln
über Gitarre, Musiktheorie, Anleitungen, Foren, Newsgroups.
Und ich hatte genug Nerven, mich endlich hinzusetzen
und zu lernen, zu üben. Ich konnte mir ein erneutes Scheitern
nicht leisten. Nicht zuletzt aus dieser Zeit stammt ... Just
Chords.
Es kam noch schlimmer
Das ging sechs Monate so. Ich hatte nun tatsächlich
jede Menge Songs drauf, Tull, EL&P, hatte erste eigene
Transkriptionen gemacht (sucht mich mal in OLGA!). Aber zufrieden
war ich nicht. Als Ian Anderson- oder Greg Lake-Verschnitt
war man so gesucht wie Zahnschmerzen. Erste Versuche, mich
mit meiner Les Paul und meinem Amp in einer Band zu positionieren,
schlugen erbarmungslos fehl.
Ich merkte schnell, was nicht stimmte: die Gitarre war nicht
mein Ding, jedenfalls nicht in der aktuellen Musik-Welt! Zurück
in die Tiefen, wo ich aufgehört hatte. Die Tele ging
über die Wupper, ein Fender Mexico Jazz Bass und ein
Peavey TKO115S nahmen die kurzfristige Liquidität auf
(Merken!!! Komme ich noch mal drauf zurück!). Alesis
NanoVerb und BOSS CE-5 komplettierten den Sound, geringfügig
später.
Wenige Monate später, unter Umständen, die ich
heute lieber verschweige, war ich zum ersten Mal in meinem
Leben in einer 'echten' Band. Meine Referenzen als Basser
waren so ausreichend wie ein Hauptschulabschluss für
eine Professoren-Stelle. 'Echt' im rückblickenden Sinne
von fester Besetzung, festem Proberaum, festem Set. Unterschied
zu früher: Worte wie Kadenz, Ionisch, Akkord waren mir
nicht mehr fremd, ich wusste, was eine Terz und ein Tritonus
ist (was ich mit 20 nicht wusste). Und noch wichtiger: Namen
wie Geddy Lee, Stanley Clarke, Jeff Berlin und David Pegg
hatten Bedeutungen und Inhalt. Da war nun endlich das Ziel,
das mir in den frühen Jahren gefehlt hatte. 20 Jahre
habe ich dazu gebraucht. Lacht Ihr nur, Ihr Rotärsche.
Mein Schicksal haben viele Leute geteilt.
Wie es so weiterging
Machen wir es stichwortartig: Fender Mexico Jazz Bass, Peavey
TKO115S, Washburn XB600, Epiphone Thunderbird, Guild Pilot
fretless, Diverses von ZOOM, BOSS, Ibanez, Roland, Laney RBW100,
BOSS SX-700, Alesis NanoCompressor, usw. usf. etc. pp. Ein
Rest von Vernunft hielt mich von großen Bass-Anlagen
ab. Nur auf einen zweiten TKO wollte ich nicht verzichten,
auch wenn Stereo Teufels-Zeuch is', vor allem für Basser.
Bartolini 9S, Duncan SH-5 in die Paula, mit einem BOSS SYB
wird's dann noch feiner, der BOSS CS-3 war der Gipfel von
Fehlkäufen. Kaufen, verkaufen, abstoßen, neu investieren.
Aber eines kann ich nicht verleugnen: es passierte sehr selten,
dass ich etwas Neues kaufte und es für länger als
drei Wochen seine Faszination behielt. Das neue Effektgerät
rauschte wie der Teufel, der Thunderbird spielte sich kopflastig
und unhandlich, der XB600 litt unter verstopften Pickups.
Für den Fretless habe ich zu wenig Zeit zum Üben.
Der endgültige Crash, und die Erkenntnis, aber die
Heilung?
Natürlich, ich hätte es alles durchblicken müssen,
so wegen Lebenserfahrung und Einsicht, was die Welt im Innersten
zusammenhält. Nein, ich gebe zu: ich habe noch einen
draufgesetzt.
Im Februar 2000 beschloss ich, mir nun endlich ein Instrument
zu kaufen, das mich glücklich macht. Irgendwie erschien
mir der Mexico JB als billig, machte keinen Eindruck, hat
ja jeder. Auch nicht sparen wollen wir, vergleichen und testen,
hören und sehen. Einen e.s.h, einen Cort, einen Kost,
einen Alembic hatte ich in der Hand. Ibbenbüren ist groß
und weise, alles, was Rang und Namen hat. Es wurde ein Dean
Edge Select Custom, sonst 1640 Schleifen für 1250 im
Sonderangebot, da muss man doch zugreifen. To keep a long
story short: ich wurde doch nicht glücklich. Der Bass
ist nicht das Problem, Hardware prima, EMG-Pickups, durchgehender
Hals, 35"-Mensur. Also habe ich für 200DM Saiten
ausprobiert. Ja, Pepe, die Rotosound klingen gut, aber das
war es nicht. Nein, Bernd, die Elexir helfen mir an dieser
Stelle nicht weiter.
Welches Instrument ich immer wieder mit Liebe in die Hand
nehme und spiele? Es ist mein neuer alter erster Bass, der
Fender Mexico Jazz Bass, heavily modified, Bartolinis, Schaller
3D4-Bridge, Vintage Tuner. Ich liebe seinen Sound und wie
er sich spielt, das schmale Griffbrett, auf dem man so schön
herumflitzen kann, die D'Addario-Saiten, die nicht so hell
klingen, aber halten und keine Geräusche machen. Dieses
eigentlich billige Instrument (bin ich ehrlich, hat der Bass
+ Pickups + Bridge + Gitarrenbauer-Eingriffe auch so 1500DM
gekostet). Jeff Berlin hatte recht, was man auf vier Saiten
nicht zustande bringt, bringt man auch nicht auf sechs zusammen.
Aber ich habe ihm nicht geglaubt. Sorry, Jeff ... I'm so sorry
...
Hätte ich das Geld für Unterricht bei einem Jazzer-Bassisten
genommen, hätte es sich eher rentiert. Sogar Bücher
und Videos hätten mehr gebracht. Ich habe mir eine Menge
Frust eingehandelt. Und einen Bass, der nun an der Wand hängt
und nur als Backup-Instrument dienen wird. Eine Menge Knete
ausgegeben. Und die gleichen Fehler wie früher gemacht.
Aber warum?
Wie kommt man nun aus diesem Teufelskreis?
Keine Ahnung. Nicht wirklich jedenfalls. Wenn, dann nur völlig
subjektiv, für mich selbst. Und ich würde mich hüten
zu schwören, dass ich nicht in drei Monaten mit einer
Ampeg-Anlage im Proberaum stehe, oder einem Gallien-Krüger-Combo.
Oder weil ein Behringer Modulizer völlig ungefährlich
erscheint. [Nachtrag 11/2000: es sind ein Trace Elliot
AH300-7 und eine Trace Elliot 1028H geworden, nicht ohne schlechtes
Gewissen, aber ohne wesentliche finanzielle Verluste, die
drei Peaveys sind in der Hand andere Nutzer :-)].
Ich will damit nicht sagen, dass der Kauf einer US
Strat, eines PODs oder einer Ukulele mit vergoldeter Hardware
nicht sinnvoll ist. Aber das Warum muss klar sein.
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Kippen wir doch nur ruhig noch mehr Öl in's
Feuer. G.A.S. ist eine Verschiebung, eine Ablenkung
von einem Frust oder einer Unzufriedenheit. Eine mögliche
Ursache ist die, dass man mit seinem musikalischen
Fortkommen, seiner Entwicklung am Instrument selbst,
nicht zufrieden ist. Oder sich einbildet, man müsste
mehr und schneller vorankommen. Ein neues Instrument,
ein neuer Sound kann da doch prima vom eigentlichen
Problem ablenken. Üben ist ja wohl keine Antwort.
Üüüüüben ... also weis'se
... neeeh, Du ...
Das Fatale ist, dass dieser angebliche, erkaufte
Fortschritt nicht aus uns selbst kommt. Und daher
nicht wirklich satt macht. Es fehlt das wirkliche
Erfolgserlebnis. Und die Spirale geht weiter.
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Der Hinweis, sich selbst gegenüber
brutal offen zu sein, warum eine Neuerwerbung
notwendig ist, ist trivial. Ein weiterer Schritt ist
jedoch, sich vor einem Neuerwerb auch ernsthafte Gedanken
über Alternativen zu machen. Gemeint ist Alternative
nicht im Sinne Gibson oder Fender, BOSS oder Obinez,
Bodentreter oder Fullstack. Gemeint ist echte Alternative
wie neue Ketarre vs. Unterricht, noch'n Overdrive-Pedal
vs. Lehrvideo vom Meister, 150Marks-Kabel vs. Aufräumen
seines Racks.
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So wie der Alkoholiker den Schnaps-Laden
meiden sollte, sollte man nicht mit unklaren Vorstellungen
oder 'nur so' in einem Musikalien-Handel auftauchen.
Wir sind derartig vom Marketing und vom Dummschwatz
der Hersteller durcheinander, dass wir da Wirklichkeit
und Traum nicht mehr unterscheiden können, wenn
unser Ziel und unser Streben nicht klar ist. Ziele,
die kein oder wenig Geld kosten und etwas mit Menschen
zu tun haben, sind ungefährlich. Das Haben und
Besitzen ist die Richtung, die in die Irre führt.
Der Glaube, man könne sich Fähigkeiten und
Eigenschaften kaufen.
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Um mich jetzt ganz unbeliebt zu machen: wir haben in
unserem hemmunglosen Fortschritts-Glauben die Theorie
aufgestellt, dass man, die passenden materiellen Mittel
in der Hand, jedes Ziel erreichen kann. Wir haben verleugnet,
dass es Meister und Schüler gibt, dass der eine weit
und der andere weniger weit kommt, dass es einfach gute
und schlechte Musiker gibt. Wir haben die Ordnung der
Dinge zu einem historischen Fehlglauben erklärt.
Heute weiß jeder Schüler mehr als die Lehrer,
jedes Kind mehr als die Eltern, und sie werden an der
Allmacht, die sie sich zumuten, ersticken. Denn sie glauben,
dass heute alles kaufbar ist, oder sogar kostenlos. Uns
fehlt die Demut und die Orientierung an Höherem =
ideell Besseren, nicht materiell Wertvollerem. Und uns
fehlt die Disziplin und der Wille zum Arbeiten. |
Und deshalb kaufen wir lieber, bis die Bank den roten Teppich
ausrollt, statt uns in die Hände eines Lehrers zu begeben.
Deshalb investieren wie lieber DehMack als Zeit. So glauben
wir lieber den Marketing-Leuten von Soldano, Fender und Line6
als uns selbst gegenüber ehrlich zu sein. So wird die
allgegenwärtige Lüge so vertraut, dass wir uns auch
selbst belügen, ohne es zu merken. Da kommt G.A.S. her,
IMVHO.
Eigene Jacke
Mein Bier? Ich garantiere für nix, aber ich denke darüber
nach, mir wieder einen Lehrer zu suchen. Eventuell auch ein
zweites Instrument zu erlernen, am Anfang aber auch erst ein
Leihinstrument zu benutzen. Es stehen sicher auch noch ein
paar Bücher auf der Liste, oder das eine oder andere
Video. Ich werde auch mein liebes Weib bitten, mich zu erinnern,
wenn es wieder so weit ist und ich mit sabberndem Mund vor
einem American Fender Jazz DeLuxe oder einem Glockenklang
Heartcore stehe.
Geheilt bin ich nicht, und werde es wahrscheinlich auch niemals
wirklich sein. Aber ich bin dem 'trockenen' Zustand ein Stückchen
näher gekommen. Übrigens, noch mal zu Rainer-sein-Bruder,
der ja Armin heisst. Der hatte diesen Drive und sitzt heute
ohne deutliche G.A.S.-Verluste hinter seinem Kit und spielt
Gigs, von denen ich nur träumen kann ...
Nachtrag Februar 2001
Aktueller Stand ist nun: zwei Instrumente (Fender Jazz, Guild
Fretless), die beiden Peaveys gegen einen Trace Elliot-Stack
(AH300, 1048H) ausgetauscht, ein SX-700 als Effektgerät.
Den Dean habe ich verkauft, die Peaveys auch, verschiedene
Tretminen und der Nanocompressor sind über eBay
weggegangen, teilweise sogar zu sehr guten Preisen.
Ich bekenne offen, dass ich nun noch ein Zweitinstrument
als Backup für den Jazz Bass suche. Entweder einen zweiten
Fender Mexi Jazz oder einen Precision, oder irgendetwas anderes
Jazz Bass-artiges. Ich habe in den letzten Monaten meine Energie
auf's Üben konzentriert. Equipment-Anzeige überblättere
ich, den Musik Produktiv-Katalog 2001 werde ich mir wahrscheinlich
nicht holen.
Ich habe einiges an Lehrgeld gezahlt. Um es in Zahlen zu
bringen: ich habe auf der Suche nach den Besseren rund 1.500DM
in den Sand gesetzt. Aber ich habe gelernt ...
Stand März 2002
Der Fretless hat einem Fender Japan Precision aus der 80ern
Platz gemacht (650DM, eBay). Es fällt mir schwer mich
zu entscheiden, ob ich den Jazz Bass oder den Precicion in
die Hand nehme, beides gute und liebe Instrumente. Das SX-700
war zu kompliziert zu programmieren, ein unerwarteter Geldsegen
zum letzten Weihnachtsfest hat eine J-Station und eine 15er
TE 1153 ermöglicht. Eine Yamaha Pacifica 112 dient zum
Schrammeln und Basteln daheim.
Stand Juni 2002
Die Band, in der ich gespielt habe, hat ein Ende gefunden.
Fünf Auditions waren teils nett, aber erfolglos, einige
waren auch deprimierend. Ein 46-jähriger Basser in einer
Rock-Band? Wenig Chancen. Also habe ich mich entschlossen,
mich aus dem aktiven Band-Leben zurück zu ziehen. Die
Trace Elliot-Anlage ist ebenfalls über eBay weg gegangen,
der finanzielle Verlust hält sich sehr in Grenzen, Gott
sei Dank. Ich werde mich vorerst auf's Üben, Schreiben
und Home-Recording konzentrieren.
Die Pacifica musste einer Fender MIM Strat weichen. Echt
kein Vergleich. Das restliche Geld vom Amp-Verkauf liegt auf
dem Sparbuch und harrt entweder der Neuinvestition (wenn,
dann Ashdown-Combo oder kleine Amp/Speaker-Kombination) oder
der anderweitigen Verwendung. Ich muss feststellen, dass es
auch Spaß macht Gitarre zu spielen, die J-Station war
in dieser Hinsicht eine kluge Entscheidung, rückwirkend
betrachtet.
Abwarten ...
Stand Januar 2003
Nach dem Ausstieg im Juni 2002 sollte ich seit August eigentlich
in einer Top40-Band spielen, habe mir aus den Reserven des
TE-Verkaufs einen SWR Workingman's 4004 + 4x10T zugelegt,
dann aber hat sich die Band vor der ersten gemeinsamen Probe
nicht mehr gemeldet. Wie ich gehört habe, hatten sie
nämlich plötzlich drei Basser engagiert. Vor ein
paar Tagen sah ich in einer lokalen Mucker-Site, dass sie
dringend einen Basser suchen. 
Seit Oktober spiele ich in einer Akustik-Combo, p/g/b. Mein
kleiner Laney leistet hervorragende Dienste, sowohl für
Proben als auch für Kneipen. Mehr als laut genug. Da
ich keine Lust hatte, für die Proben meine J-Station
abzubauen, habe ich mir wieder ein Stressbrett gebaut, einen
zusätzlichen BOSS CEB-3 brauchte ich, einen Nobels CO-2
dazu. Der Jazz Bass passt im Sound sehr gut, aber ich meinte,
ein Fretless wäre noch besser. Der Hoyer Jack Bass hat
nur 275€ gekostet, ich hatte allerdings vergessen, dass
mir für den Fretless die Übezeit fehlt, und Fehlintonationen
bereiten mir selbst geradezu körperliche Schmerzen. Die
Idee mit dem Fretless war also Scheiße. Dafür musste
ich nach Saiten-Experimenten konstatieren, dass der Japan
Precision mit Fender 45er-Flatwounds genau den Sound hat,
den ich suchte. 275€ versus 23€ für die Saiten,
das war mal wieder ein Schuss in den Ofen. Falls jemand einen
Fretless sucht: der steht in eBay.
Die SWR 4x10T ist mit 43kg ein Brecher, daher habe ich eine
Hartke VX115 dazu genommen, um für größere
Gigs etwas mehr allein transportierbaren Wumms zu haben. Unglücklicherweise
stieg wenige Tage vor so einem größeren Gig unser
Gitarrist aus, und der Auftritt fiel in's Wasser. Es sieht
jedoch so aus, als wenn ein neuer Gitarrist käme, wenn
auch aus Kassel. Aber auf den würde ich mich dann höllisch
freuen.
Fazit bis zu diesem Monat: das mit dem Fretless war ja mal
wieder der Brüller, Rainer, wie schnell man eigene Erkenntnisse
doch wieder vergisst. Der CEB-3 und der CO-2 waren nicht soooooo
teuer, das geht paletti. Die VX115 mit ihren 23kg klingt schön
weich und voll, das ist schon eine gute Anschaffung, außerdem
ist die aus dem Weihnachtsgeld meiner Oldies bezahlt. Der
Amp und die Boxen bleiben, die sind gut und können nötigenfalls
noch auf meine Kinder vererbt werden. Die MIM Start bleibt
auch, man kann doch keine Strat verkaufen. Die APX4A habe
ich übrigens auch immer noch, die spielt jetzt mein Weib.
Nicht wirklich von G.A.S. betroffen, denke ich.
Oder doch? Nicht ganz sicher,
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