| Bücher etc., die ich empfehlen kann, die ich
vermute empfehlen zu können und von denen ich gehört
habe, sie seien empfehlenswert
Paul Westwood: The
Bass Bible
(AMA-Verlag, ISBN 3-927190-84-5)
Ganz kurze Einführung in Notenschrift und Rhythmik,
eine der kürzesten, die mir je untergekommen ist.
Danach geht Mr. Westwood mittels mehr als 1000 Bass-Linien
aus allen Stilrichtungen und zwei CDs mit einigen hundert
prägnanten Beispielen auf den Bassisten an sich
los, und zwar stufenweise von Leseübungen über
Standard-Rock/-Blues/-Boogie-Linien bis zu Stilstudien
grosser und kleiner Bassisten (z.B. Jaco Pastorius,
Stanley Clarke, Chuck Rainey, Mark King). Etwas überbetont
sind Latin und Afro-Linien, aber trotzdem eine gute
Orientierungshilfe und zur Verwirrung Nirvana-fixierter
Gitarristen sehr geeignet.
Ich würde das Buch für schon etwas fortgeschrittene
Bassisten empfehlen, und besonders für solche,
die technisch oder stilistisch an einen toten Punkt
angekommen sind oder einfach Stilwanderungen betreiben
möchten. Das Buch ist grossartig und sichert Beschäftigung
für lange Zeit. Es ist aber kein Lehrbuch im eigentlichen
Sinne, sondern ein Arbeitsbuch und auch als solches
deklariert.
Enthält TAB und Standard-Notation, auch eine
gute Quelle für das Erlernen des Notenlesens. Die
zwei CDs sind nur Bass + Drums. Schwierigkeitsgrade
reichen von sehr einfach bis schon ganz schön happig.
Fritsch/Kellert/Lonardoni: Harmonielehre
und Songwriting
(LEU-Verlag, ISBN 3-928825-23-2)
Ja, es ist der Bass-Kollege aus Gitarre und Bass,
der hier mitgewirkt hat.
Der Titel täuscht etwas, es geht um einiges mehr
als nur die zwei Themen. Dieses Buch im DIN A4-Format
ist derartig vollgepackt mit Theorie, dass es den Anfänger
sicher erschlägt. Die Harmonielehre wird hier recht
vollständig angegangen und reicht bis in ziemliche
Tiefen hinab. Rhythmik wird dagegen kurz abgehandelt.
Songwriting: Na ja, ich hatte so ein wenig das Gefühl,
dass das im Grunde nicht das ist, was ich erwartet habe.
Streckenweise etwas wenig Substanz. Trotzdem für
den Anfang sicher ausreichend.
Trotz des oft sehr formalen Ansatzes und des etwas
unbeholfenen Umgangs mit den englischen Begriffen lohnt
sich das Buch in jedem Fall, allein wegen der ausführlichen
Harmonielehre. Und auch das Thema Songwriting bis hin
zu Demo-Produktionen und rechtlichen Fragen ist behandelt.
Matthieu Leschen: TablEdit
(Homepage: http://www.pointtopoint.de/TablEdit/
für Deutschland)
Kein Buch, sondern ein Programm für Win95/NT,
aber mindestens so hilfreich wie ein gutes Buch und
einen Lerneffekt wert. TablEdit ist ein mehrstimmiges
Notationsprogramm, mit dem man sowohl TAB als auch Standard-Notation
schreiben kann. Die Stücke sind über MIDI
abspielbar und exportierbar und TablEdit kann so ziemlich
alles, was ein Saitenspieler braucht, inklusive Bendings.
Dieses Beispiel ist in TablEdit erstellt und als MIDI
exportiert:
Ein Blick auf die Homepage bringt noch weitere Informationen
und eine schon verwendbare Demo.
Dan Erlewine: Guitar
Player Repair Guide
(Erhältlich z.B. bei Musik
Produktiv)
Der Titel täuscht, Dan geht auf alle Fragen der
Reparatur von Gitarren und Bässen ein. In der zweiten
Auflage nun noch vollständiger. Für jeden,
der selbst an seinem Holz herumschraubt, unverzichtbar.
Allerdings in Englisch, aber leicht verständlich.
Auch wenn man nicht selbst an die Details geht, lernt
man doch eine Menge über Aufbau und Probleme der
Instrumente.
Steve Bailey: Fretless
Bass
(Video, ca. 49,-- DM, Englisch, erhältlich z.B.
bei Musik
Produktiv)
Das erste Lehr-Video, das ich gekauft habe. Steve
Bailey gibt eine Einführung zum bundlosen Bass,
die bei den ersten Grundlagen beginnt (Intonation, Fingerhaltung)
und bei Melodiebildung endet. Seitenblicke auf Anschlaghand
und Spielmethoden sowie einige Sessions mit Steve füllen
die fast 90 Minuten Bandmaterial.
Das Video ist wirklich unterhaltsam und witzig gemacht,
lässt aber trotzdem nie den Ernst der Sache ausser
Acht. Steve präsentiert gut abgestufte Übungen,
die er komplett vormacht, daher die doch beachtliche
Länge. Die Jam Sessions des Teachers halten sich
eher im Hintergrund, dienen aber nicht gerade der Motivation
des Schülers (denn Steve Bailey ist ein toller
Bassist ... ). Zieht man die Übungen komplett mit
durch plus Übungen darüberhinaus, ist man
eine Weile beschäftigt.
Empfehlen würde ich das Video Fretless-Anfängern.
Wer die Hürde akzeptable Intonation und Fingerhaltung
schon hinter sich hat, wird nicht mehr soviel aus dem
Video holen. Wobei es aber noch mal zum Wiederholen
und als Materialquelle verwendet werden kann.
Barry Green/W. Timothy Gallwey:
Der Mozart in uns
(OT: The inner game of music, Verlag Im Waldgut)
Basierend auf einer Methode für Tennis und Golf
sowie Skifahren erläutert ein Solo-Kontrabassist
einen Weg, Beschränkungen, Ängste und Blockierungen
in uns selbst zu umgehen. Was zuerst etwas esoterisch
klingt, entpuppt sich beim Lesen als eine Analyse von
bewusstem und unbewusstem Agieren. Auf einen kurzen
Nenner gebracht: wie befreie ich meine Kreativität
von den Behinderungen durch Erwartungshaltungen und
Blockierungen von innen und aussen, wie ermögliche
ich Lernfortschritte, wo ich sonst immer wieder scheitere
und warum.
Das Buch wird dadurch etwas schwierig, weil der Autor
in amerikanischer Manier triviale Grundlagen, wertvolle
Anregungen und Erkenntnisse verheiratet. Wenn man sich
Zeit nimmt und das Buch kritisch liest, sich auch Vordergründiges
auf den Prüfstand stellen lässt sowie einen
Anteil Offenheit für andere Betrachtungsweisen
an den Tag legt, kann man aus dem Buch einiges ziehen.
Es ist kein einfaches Buch, keine Sammlung von Kochrezepten.
Es ist Anregung und ein wenig Methodik. Es ist kein
überflüssiges Buch, aber es offenbart zum
Teil die Unterschiedlichkeit amerikanischen und europäischen
Denkens.
Norbert Dömling: Bass-Flageoletts
(AMA-Verlag, 1996, ISBN 3-927190-77-2, ca. 40DM, inkl.
CD)
Wahrscheinlich das beste Buch über Flageolettes
in Deutsch. Das Buch holt seinen Wert aus einer gelungenen
Mischung aus Theorie und Praxis sowie einer Reihe von
Hörbeispielen und Flageolette-Riffs. Man kann sich
aus dem Material eigentlich jeden passenden Level zusammensuchen,
vor ein paar eingestreuten Harmonics bis zu kompletten
Akkord-Reihen. Gut und professionell geschrieben, sein
Geld wert.
David Gross: Harmonic
colors for bass
(Warner Bros. Publ., 1997, ISBN 1-57623-935-7, ca. 38DM,
inkl. CD)
Die Einleitung beschreibt die Zielgruppe Fortgeschrittene,
was ich mehr als unterstreichen würde. David Gross
arbeitet sich durch das Thema Leitern & Skalen und
wie man durch Anwendung selbiger mehr Farbigkeit in
sein Bass-Spiel bringt. Der theoretische Anteil hält
sich in Grenzen, dafür gibt es sehr viele Beispiele
und Riffs für bekannte und eher unbekannte Skalen.
Leider ist das Layout und die Gliederung sehr unübersichtlich,
auch die Hörbeispiele auf CD lassen öfter
eine praktische Anwendung im Dunklen. Glücklicherweise
nicht alle Beispiele ...
Die Arbeit in diesem Buch und mit ihm ist nicht einfach,
es wird viel Beschäftigung und Lernen gefordert.
Ich schätze auch, dass, wenn diese Dinge nicht
zum Tagesgeschäft werden, das Gelernte wieder schnell
verschwindet. Das Buch hat seinen Sinn erfüllt,
wenn ein Feel und ein grundsätzliches Begreifen
der Thematik Skalen zurückbleibt. Das kann es,
entsprechende Aufwände vorausgesetzt. Ein Buch
zum Mal eben ein paar Riffs lernen ist es nicht. Eher
etwas für die Hartnäckigen.
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