Reality Collection


Der Weg zum guten Sound ... Teil II

Hallo Leute!

Allseits breite Zustimmung zur letzten Folge. Schreibe ich so einen banalen Kram, weiß das eh jeder? Komischerweise mußte ich diese Sachen alle selbst lernen, denn die einschlägigen Fachmagazine halten sich da eher bedeckt. Wahrscheinlich verkaufen sich die Heftchen schlecht an Leute, die ihren Sound mögen ...

Da hatte ich doch letztes Mal versprochen, jetzt über Gitarren zu schreiben. Hmmm, paßt gar nicht so richtig ins Konzept aber irgendwie bekomme ich ja vielleicht noch die Kurve.

Sound ist oft der Buhmann für etwas ganz anderes. Häufig bedeuten die Worte "ich bin mit meinem Sound nicht zufrieden" nur, daß der geneigte Klampfer eher mit seinem Spiel, seinem Part, der gesamten Band und der Welt im allgemeinen nicht einverstanden ist. Natürlich hilft auch der beste Sound hier nicht weiter, denn der Sound ist einfach nicht das Problem. Um dieser Falle zu entgehen, spiele ich beim Einstellen des Sounds immer nur Akkorde und Tonleitern, die mit dem Stück nachher nichts zu tun haben. Dann heißt es später zwar vielleicht "es klingt zwar gut, aber kannst Du nicht was anderes spielen?" aber dann ist der Part eben das Problem. Und wenn das Problem erst erkannt ist, dann ist die Lösung gar nicht mehr so schwer.

Zurück zum Thema und erst einmal eine Binsenweisheit: "Wenn man nicht genau weiß, wohin man will, kann es sein, daß man ganz woanders ankommt". Anders gesagt beginnt guter Sound im Kopf. Der Sound soll gut sein, soviel steht ja fest. Aber was ist eigentlich guter Sound? Würde Pat Metheny klingen wie Eddie Van Halen, wäre er vermutlich nicht zufrieden, andersrum genauso. Trotzdem behauptet wohl keiner ernsthaft, daß die beiden richtig schlecht klingen. Der Sound muß also "passen".

Zur klaren Abgrenzung erkläre ich mal der falschen Weg. Gitarre umhängen, alles zusammenstöpseln, losspielen. "Klingt ja besch....", Knöppe ziellos drehen, immer noch daneben. Frustriert sein, Gitarre weglegen, Fachmagazin lesen, PC anwerfen und über das Internet neues Equipment bestellen.

Ich halte den folgenden Weg für viel besser. Als erstes kläre ich im Kopf, wie es klingen soll. Angenommen, ich finde den Eddie Van Halen-Sound (Klischee, klar) total gut, dann höre ich per CD erst einmal, wie es bei dem Bengel denn wirklich tönt. Anlage aus und dann den Sound im Kopf reproduzieren! Erst wenn das klappt, wird die Gitarrenanlage angeworfen. Den Sound im Kopf und den Sound aus der Box jetzt in aller Ruhe vergleichen. Wie hoch ist der Verzerrungsgrad? Mehr oder weniger Bässe, Mitten und Höhen? Was ist an Effekten drauf? Mit diesen drei Komponenten ist natürlich ein Sound nicht vollkommen beschrieben, das ist klar. Ob der Klang transparent, fett, weich, knallig, zuckerig oder eher grün ist, läßt sich nicht immer in Worte fassen und auch nicht wie ein Kochrezept zusammenfassen. Hier kommen auch die Finger und die unterschiedlichen Persönlichkeiten ins Spiel.

Sicherlich macht es Spaß, verschiedene Einstellungen am Amp und verschiedene Effekte mal auszutesten und gemütlich "im Sound zu baden". Dabei ergeben sich kreative Anregungen und faszinierende Klänge, aus denen sich dann was machen läßt. Außerdem ist das ein Weg, das eigene Equipment besser kennenzulernen. Mir ging es hier um das Erreichen eines bestimmten Sounds für einen bestimmten Song (oder von mir aus auch nur für einem bestimmten Part im Song).

Irgendwie habe ich die Kurve zu den Gitarren doch nicht bekommen. Aber ehrlich, beim nächsten Mal klappt es bestimmtvielleichtmalsehnnaja...

 

 
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