Creative Leadguitar
Part IV: Shredding for Oncatchers
[zu deutsch:
Schräbbeln für Anfänger]
So...
nun gehen wir nach String-Skipping und Sweep-Picking mal
wieder einen Schritt zurück und konzentrieren uns wieder
ein wenig auf die Anfänge.
Vielen jungen Schülern wird eingehämmert, dass
sie als Leadgitarrist zuerst eine absolut akkurate Wechselschlagtechnik
entwickeln müssen, bevor sie dann ihre ersten Erfolgserlebnisse
mit etwas Shredding erleben können.
Ich will in dieser Episode (Boah ey, "Episode", Mann, klingt
das wichtig oder, Sätzer??? [Na
ja, ...]) mal zeigen, dass auch Anfänger
ein wenig herumshredden können, und dazu Beispiele zeigen,
die man in sein eigenes Riffarsenal einbauen und entwickeln
kann. Ausserdem sollte man die folgenden Licks eher als Denkansätze
sehen, um darauf aufzubauen, und sich um eigene Licks zu bemühen.
So...hier also wieder die Licks:
Hier handelt es sich um eine Three-Note-Per-String-Abfolge,
bei der Pull-Offs verwendet werden. Das Ganze läuft über
die Akkordfolge Am-G-F-Em, wobei besonders beim G und F Reibungen
zu hören sind, die dann bei Em aufgelöst werden.
Besonders Anfänger sollten ein Metronom verwenden,
um ihre Geschwindigkeit zu steigern.
Lick 2:
So, hier nun ein triolisches Lick mit Pull-Offs und Leersaiten.
Dies ist bei Anfängern besonders beliebt. Die Lagenwechsel
realisiert man, während man die Leersaiten spielt.
Lick 3:
Wieder Pull Offs und Leersaiten, diesmal mit der Am-Pentatonik.
Hier kann man mit der richtigen Geschwindigkeit bei Bassisten
eine Menge Eindruck schinden wegen der grossen Intervalle.
[ ...???]
Lick 4:
Nun geht's auf der C-Dur Skala abwärts. Allerdings
spielen wir ab der G-Saite die Pentatonik mit chromatischen
Durchgangstönen (auch Country Blues-Skala genannt) ...
so sind keine Lagenwechsel und keine weiten Streckungen nötig,
was das Erreichen grosser Geschwindigkeiten begünstigt.
Obendrein ist dann auch durch die Chromatik noch etwas "Dreck"
im Spiel ...
Lick 5:
Nun geht es um eine andere Bewegungsrichtung auf dem Griffbrett:
Wir bewegen uns nicht in einem Shape auf- oder abwärts
oder gar diagonal, nein, wir bewegen uns an einer Saite entlang
das Griffbrett hoch. Das Ganze garniert mit Leersaiten und
Pull Offs ... voila...
Lick 6:
Hier nun ein Lick, dass einem der vorhergehen Licks sehr
ähnelt (alle Bassisten, die herausfinden, wovon ich rede
schreiben mir eine E-Mail und kriegen einen Preis!). [In
der Kaba-Dose geschlafen? ... der Sätzer]
Im Ernst: Dies ist die verlängerte Version von Lick
1, nur mit Wiederholungen. Wie oft hier wiederholt wird, bleibt
im Endeffekt dem Spieler überlassen. (Natürlich
sollte man sich ein wenig an der Akkordfolge orientieren).
Lick 7:
Hier nun ein diagonales Lick mit Three-Note-Per-String Technik
in E-Moll. Mit Licks dieser Art kommen wir schnell übers
ganze Griffbrett.
Hausaufgabe für alle Leser dieses Artikels:
Analysiert dieses Lick und spielt es in wenigstens vier anderen
Tonarten !!!
Lick 8:
Nun wird's klassisch: Ein Pedaltone-Lick. Das heisst, es
kommt eine sich wiederholende Note (in diesem Fall das B)
vor, als Orientierung sozusagen. Eine bekannte Anwendung dieser
Methode finden wir z.B. bei Johann Sebastian Bach, z.B. in
der Toccata in D-Moll sowie deren Fuge (nein, liebe Bassisten,
nicht die Wand-Fuge, ich meine mit Fuge eine bestimmte
Art von Musikstücken) [jetzt
is' gut, ja? ...]
Das ganze Lick steht in B-Moll
So, wieder mal am Ende.
Ganz wichtig ist: Auch wenn ich in der Einleitung etwas
über die Wechselschlagtechnik sagte, heisst das nicht,
dass man als Anfänger sich nicht darauf
konzentrieren sollte ... ganz im Gegenteil! Die Wechselschlagtechnik
sowie Rechte Hand/Linke Hand-Synchronisation gehören
zu den fundamentalsten Dingen für Gitarristen. Jedoch
kann man mit einfachen Licks wie ich sie gerade gezeigt habe,
schon ein grösseres Mass an Geschwindigkeit entwickeln,
was dann unter "Erfolgserlebnis" verbucht werden kann.
Ausserdem sind all diese Licks trotzdem keine "Sandkastenlicks",
sondern Tricks und Techniken wie diese werden auch von den
ganz Grossen verwendet, nur halt etwas abwechslungsreicher
bzw. schneller (wer z.B. mal Licks wie Nr.5 in einer Höllengeschwindigkeit
in einem Instrumental hören will, der sollte sich Yngwie
Malmsteens "Trilogy Suite" anhören ... dort verwendet
er ein ähnliches Lick).
Also...Keep on picking
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