Hörbeispiele ... 'Revisited'
Ja ja ... ich wälze mich des Nachts schon seit zweiWochen
im Bett herum, und zwar weil ich den Eindruck habe, dass meine
Liste von Hörempfehlungen für Gitarristen einfach
noch nicht besonders aussagekräftig war. Da war ja fast
nur reines Shredding dabei, es war mir einfach alles zu einseitig.
Ich gebe offen zu: Würde ich eine Woche lang nur Platten
aus der erwähnten Liste hören, würde ich auch
bescheuert werden ... also jetzt noch 'mal, der zweite Teil
der Liste, mit etwas mehr Abwechslung ...
Fangen wir mal an:
| Die Klassiker |
| Johann Sebastian Bach
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Tocatten und Fugen
Das wohltemperierte Klavier |
Obwohl die Bassisten denken, sie könnten J.S.B
mit Beschlag belegen, hat der Gute, ohne es zu wissen,
'ne ganze Menge für Gitarristen getan: Pedalton-Licks,
harmonische Grundlagen für klassisch-lineare Tappinglicks,
wunderschöne Melodienführung sowie tolle Arpeggios
("Präludium in C-Dur" aus dem "Wohltemperierten Klavier").
Natürlich sind die beiden Tips nur Kratzer an der
Oberfläche von Bach's beeindruckendem Gesamtwerk.
Ich empfehle auch einmal die "Brandenburgischen Konzerte"
... lang, aber wundervoll. |
| Vivaldi |
Die 4 Jahreszeiten |
Ja ja, ich weiss, keine erschreckenden Neuigkeiten hier,
aber wer sich mal Zeit nimmt und sich die Werke von Leuten
wie Bach und Vivaldi sehr genau anhört und einige
Passagen analysiert, dem könnten sich neue Welten
auftun. Und was der gute Antonio hier an Melodien in die
Musik packte, würde die meisten Popstars zum schamvollen
Erröten bringen. |
| Paganini |
Eliot Fisk plays the 24 Caprices |
Die guten alten 24 Capricen ... ein gar wahnwitziges
Werk von Nicolo Paganini, der neben seinem Hauptinstrument
Violine auch Gitarre spielte. Was man als Gitarrist an
Licks für Arpeggios, Oktavenläufe und Sweeps
findet, kriegt man in keinem Shredding-Songbuch (und erst
recht nicht in meinen Workshops geboten). Ich habe mir
damals mal die Fleissarbeit gestellt, sämtliche Capricen
für die Gitarre umzuarrangieren (war nicht der Erste,
um es vorsichtig auszudrücken), und was ich da an
Einflüssen her bekam, spottet jeder Beschreibung.
War nach dem GIT mein nächster grosser Schritt ... |
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| Ebenso gibt es noch mehr hörenswerte
Klassikplatten für Gitarristen, z.B. von Schubert,
Beethoven, Mozart, Bartok, Slonimsky (zeitgenössische
Klassik), Edgar Varese ... aber ich will mich auf's Wichtigste
beschränken. |
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| Die Blueser: |
| Robert Johnson |
King of the Delta Blues |
Auch heute noch findet man hier neuen Stoff für
die Akustikgitarre ... was der Gute hier mit offenen Tunings,
'nem Slide und 'nem bisschen Stampfen zustande brachte,
ist schon der schiere Wahnsinn. |
| B.B.King |
King of the Blues |
... der Meister der Pentatonik. Ein toller Sound, sehr
lebendige Phrasierungen, 'ne Menge Humor ... |
| John Lee Hooker |
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Hier sollte man mal nach einem Boxset suchen, denn der
Mann war schon immer, angefangen bei seiner Zeit beim
Chess-Label, eine Attraktion. Manchmal nichts als Gitarre,
Gesang und Stampfen mit 'nem Kronkorken unter dem Schuh,
aber dermassen intensiv ... |
| Buddy Guy |
Feels like Rain |
Ja, ich weiss, Guy war schon beim Chess-Label beeindruckend,
aber was er auf dieser verhältnismässig neuen
Platte an Bluesphrasings abzieht .. oh Mann! |
| Robben Ford |
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Da hab ich hier ein Live Bootleg aus San Franzisco,
und was ich da so höre, kann nur als perfektes Beispiel
für modernes Bluesgitarrenspiel bezeichnet werden:
Ein Wahnsinnston, tolle Phrasierung, starke Licks ...
tolle Band übrigens, mit Tom Brechtlein an den Drums
und Roscoe Beck am Bass. |
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| Natürlich gibt es auch hier noch Hunderte
von Tips, von Popa Chubby über Stevie Ray, Bonnie
Raitt, Eric Clapton, Jimmy Vaughan ... |
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| Die Rocker
Zu Jeff Beck habe ich beim letzten Mal schon Tips
gegeben, genauso zu Richie Blackmore und Jimmie Page
sowie zu Eric Clapton ... hier aber noch ein paar mehr
...
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| The Police |
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Die stehen hier eher zwischen den Sparten ... sorry
deswegen. Immer ein tolles Beispiel für kreative
Trioaarbeit, und Andy Summers hat uns ein paar tolle Riffs
geschenkt. |
Alvin Lee,
Ten Years After |
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Seine Performance in Woodstock (noch heute auf diversen
Samplern zu finden) schiebt mir manchmal immer noch den
Draht aus der Mütze .... für alle, die wissen
wollen, wie das Shredding begann ... I'm going home ... |
| Alex Lifeson (Rush) |
Retrospective |
Die 2CD Box mit den Greatest Hits ... ein überaus
überzeugender Gitarrist. Dazu eine Wahnsinnsband
mit 'ner Menge "Punch" ... mein Favorit bis heute: "Limelight". |
| Ted Nugent |
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Der Maniac ... ein wahnsinnig energetischer Gitarrist
mit Killerlicks und einer Menge Attitüde. Hier empfehle
ich das erste Album der Damn Yankees, mit Ex-Bandmitgliedern
von Styx und Night Ranger ... mit der Mörderballade
"High enough". |
| Michael Thompson |
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Ein erfolgreicher Studiogitarrist, der mit seinem Soloalbum
"World according to MT" sehr überzeugt. Rock, Blues,
etwas Fusion und Soul ... tolle Band, by the way. |
| Carl Verheyen |
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Der Ex-Supertramp-Gitarrist, zuletzt mit ihnen auf Tour.
Sein Soloalbum "Slang Justice" ist eine wahnsinnig frisch
klingende Bluesrockproduktion mit einem sehr puren Ton,
der fast schon verzaubert. |
| Richie Kotzen |
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... hatte ich letztes Mal schon erwähnt, hier noch
ein Tip: "Motherhead Family Reunion", klasse Hippierock
mit tollem Gesang und immer wieder beeindruckendem Gitarrenspiel
von Richie. |
| Brian May |
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Für mich enorm wichtig ... was der Mann sich da
an Melodien und Harmonien erarbeitet, ist fast unglaublich.
Empfehlenswert seine Arbeit mit Queen (allein das 9' Gitarrensolo
"Brighton Rock Solo" auf "Live at Wembley" ist eine Wucht!),
aber auch seine Soloalben (z.B. "Back to the Light"). |
| T.M. Stevens |
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... ist eigenlich schon Metal, Metal-Funk nämlich.
An den Gitarren finden wir illustre Namen wie Al Pitrelli
(Ex-Widowmaker, Ex-Alice Cooper), heute bei Savatage,
Richie Kotzen und Stevie Salas. Und Bassisten kriegen
hier die Bassgewitter nur so um die Ohren gehauen. Allein
das Introsolo der CD haut mich als Gitarrist um ... [wenn
ich nich' auch so rumlaufen muss ... d. Sätzer] |
| Blues Saraceno- Plaid |
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BOAAAAAAH ... ein echtes Wunderkind ... was der gute
Blues da an Ideen und Soli abliefert, lässt die Meisten
wohl eher im Boden versinken ... ein absoluter Tip, genau
wie seine anderen Alben "Never look back" und "Hairpick". |
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| wieder mal nur eine ganz kleine Auswahl, aber
das sind halt einige meiner Favoruten. Mehr Tips in der
ersten Liste... |
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| Die Jazzer... |
| John McLaughlin |
The Promise |
Sehr abwechslungsreiche Platte, u.a. mit Sting und Jeff
Beck. |
| Mahavishnu |
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Santana und Mc Laughlin in kreativen und beseelten Jams.
Tolle Atmosphäre |
| Scott Henderson |
Dog Party |
Ein Blues-Fusion-Rocker. Hat mich damals in den GIT-Workshops
echt umgehauen! |
| Django Reinhards |
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Der "Gypsy" ... ich erspare mir Kommentare. |
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| Hier habe ich mich sehr zurückgehalten.
Jazz ist weniger mein Gebiet. [Äh,
..., wenn ich hinzufügen dürfte: Larry Coryell,
Ralph Towner, Philip Catherine, eventuell noch Robert
Fripp aus der mittleren, jazzigen King Crimson-Phase (z.B.
Sailor's Tale!) ... d. Sätzer] |
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| Die Schwermetaller |
| Judas Priest |
Metal Works |
Über Jahre hinweg boten uns Glen Tipton und KK
Downing tolle Riffs und Soli, und abshredden konnten die
auch ("Painkiller"). |
| Iron Maiden |
Best of the Beast |
Schöne Sounds, tolles Harmoniespiel und immer nette
Riffs. |
| Black Sabbath |
Best of ... |
Tony Iommi, der ungekrönte Meister der Metalriffs.. |
| Ozzy |
Live & Loud |
Zakk Wylde mit geilem Sound und scharfen Soli ... altes
Ferkel! |
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| Metalfreaks haben eh' mehr Empfehlungen. Ich
habe nur mal versucht, auch Nicht-Metalfans einen kleinen
Einstieg zu ermöglichen. |
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| Sampler |
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In from the Storm |
A tribute to Jimi Hendrix ... sehr schöne Arrangements,
mit Steve Vai, Lukather, Eric Schenkman, John McLaughlin,
Carlos Santana .... |
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A Tribute to Jeff Beck |
... mit Paul Gilbert, George Lynch, Steve Lukather,
Jake E.Lee, Vivian Camphell, Phil Collen ... |
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Merry Axemas |
Weihnachtslieder, kreativ intoniert von Eric Johnson,
Kenny Wayne Shepherd, Steve Morse, Joe Satriani, Steve
Vai, Richie Sambora, Jeff Beck. |
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A tribute to Otis Redding |
... die Klassiker von O.R., instrumental intoniert z.B.
von Steve Lukather, Phil Upchurch, Steve Cropper .... |
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Angelica |
Operngesang mit Orchester, Drum-Computer und Leadgitarre
(jene wurde u.a. gespielt von Vai, Steve Stevens, Dweezil
Zappa, Eric Johnson ...) ... ein sehr erfrischendes Konzept. |
Auch hier gibt es noch viele andere Beispiele
Also, wieder einmal gilt: "Kein Anspruch auf Vollständigkeit"
... Bitte keine Beschwerdebriefe von wegen "Wo ist denn..."
... ich habe einfach versucht, die erste Liste ein wenig zu
erweitern. Wie gesagt, bei den erwähnten Alben handelt
es sich um meine Favoriten und Tips ... wer die Aufstellung
einfach sch****e findet .... das ist vollkommen ok.
Trotzdem musste es einfach sein. Ich kann nicht 45698245
Workshops über's Gitarrespielen schreiben, ohne den Lesern
Tips für Hörbeispiele nachzuliefern, wo sie praktisch
die erklärten Techniken und Konzepte als Hörmaterial
kriegen ...
Also, Post an talkinghands@web.de
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