The Talking Hands Collection


Creative Leadguitar

Part III: Pentatonik und mehr

Willkommen !!!

Zum dritten Teil der Miniserie über kreative Sologitarre. Dieses Mal geht es um die gute, alte Pentatonik. Und da haben wir auch schon das Problem ... gute, alte, .... der Pentatonik hängt ein Ruf nach, veraltet, sogar tot zu sein ... nun, dazu kann ich nur eines sagen: QUATSCH.

Die Pentatonik ist überhaupt nicht tot, nur falsch angewendet.

Es geht einfach darum, bei Verwendung der Pentatonik aus den alten Klischees auszubrechen und mal ganz andere Licks zu spielen. Ich werde jetzt nicht, wie z.B. Kollege von Reininghaus, den Taschenrechner bemühen um klarzumachen, wie viele verschiedene Melodien man mit diesen berühmten fünf Tönen so spielen kann ... es sind unendlich viele, besonders wenn man Faktoren wie Legatospiel und Ähnliches einbaut.

Viele Gitarristen fragen immer nach einer neuen Skala, weil sie aus der Pentatonik keine Ideen mehr kriegen ... nun frage ich mich, wie soll ein Gitarrist denn neue Ideen aus einer 9-Ton-Skala beziehen, wenn er nicht mal was Erfrischendes, Inspirierendes aus 'ner 5-tönigen Skala herauskriegt ?

Nein, wirklich: Es geht darum (wie auch beim Gear) das bestehende Material zu betrachten und das Beste daraus zu machen, einfach alles herauszuholen ...

Wir wollen uns in diesem Artikel mal ein paar Licks ansehen, um vielleicht andere Anwendungsmöglichkeiten für die Pentatonik zu finden (schliesslich wollen wir's ja nicht wie Bassisten machen, die zwar Pentatonik spielen, aber an einigen Punkten grimmig zu gucken und die Saite zu irgendeinem Ton zu ziehen, worauf die Bassisten im Publikum mit den Worten "geniale Melodieführung, das war C#9b5 4 gezogen, 2 fallen gelassen ... sorry jetzt schon an alle Bassisten.) [das trifft uns nicht wirklich ... der Sätzer]

Also, hier neue Anwendungsmöglichkeiten für die Pentatonik, mit Hilfe von frischen Intervallen und Techniken wie Tapping, Legato u.a.

Also ...

Lick 1:

MIDI

Für alle, die sich immer beschweren, mit der Pentatonik keine langen Läufe spielen zu können. Hier geht es darum, die Pentatonik in kleine Parts aufzuteilen, und diese in einem sich wiederholenden Schema zu spielen.

Lick2:

MIDI

Hier ein aufsteigender Lauf in der Pentatonik, jedoch enden wir ausnahmsweise auf der Dursept (als kleiner Durchgangston, das wird ja wohl erlaubt sein), und dann in einem kleinen G-Dur-Arpeggio runter.

Lick 3:

MIDI

Ein Repeating Pattern, jedoch mit einem etwas komplexeren Scheme, um keine Langeweile aufkommen zu lassen ... einfach mal was anderes als was sonst mit der Pentatonik verbrochen wird.

Lick 4:

MIDI

Wieder ein aufsteigender Lauf, allerdings gehen wir hier mal diagonal (= eine der drei Grundbewegungsarten auf dem Griffbrett ...) mit vielen Lagenwechseln. Zum Ende dann ein kleines Tapping, Pull off und abwärts

Lick 5:

MIDI

Wieder mal ein Repeating Pattern. Wie gesagt ... ich gebe hier nur ein paar kleine Ideen, jeder sollte sich ein eigenes kleines Lickarsenal aufbauen, dabei aber versuchen, die Pentatonik auf eher neue Arten zu benutzen.

Lick 6:

MIDI

So, hier haben wir jetzt String Skipping drin. Das soll zeigen, dass man auch verschiedene Spieltechniken mit der Pentatonik ausprobieren sollte. Hübsches Lick übrigens ...

Lick7:

MIDI

So, nun tappen wir mal die Pentatonik ... das führt zu weiten Intervallen ... obendrein rutschen wir dabei ein wenig in den Lagen nach oben, um Abwechslung zu bringen.

Lick8:

MIDI

So, hier noch einmal Lagenwechsel, und zwar springen wir mit der Pentatonik über das ganze Griffbrett und zurück ...


So, das war's auch schon wieder. Wie gesagt, ich will hier nur ein paar kleine Denkansätze geben, einen Angriffspunkt fuer Ideensuchende. Statt also jede Woche 'ne neue Skala zu lernen und unsicher anzuwenden, sollte man sich die üblichen Skalen einmal ansehen, versuchen sie auf alle möglichen Arten zu spielen und sie obendrein mit Legato- und sonstigen Tricks aufzupeppen.

So kann man eine gewisse Sicherheit entwickeln, ohne jedoch mit dem Forschen und Lernen aufzuhören.

Hassbriefe, Fragen und Ideen an talkinghands@web.de (lasst mir den Sätzer in Ruhe! [Danke!])

 
©Rainer Böttchers, 1995-2021      Impressum/Credits & Maintainer