Paul Reed Smith CU 24 (USA, 1993)
Reviewer: Talking Hands
Website: http://www.prsguitars.com/
Typ: Elektrisch Magnet-PUs
Preis: 1400 $US (Gebraucht)
Korpus: Mahagony / Ahorn Decke ( gewoelbt )
Hardware: Gold Hardware... PRS Vibrato, Locking Tuners
Hals: Mahagony Hals, wide-thin shape, PRS-Mensur, 10" radius
Griffbrett: Palisander Griffbrett, Abalone-Bird Inlays
Bundierung: 24 Buende
Pickups: PRS HFS HB ( bridge ), PRS Vintage Bass HB ( neck ) (passiv)
Elektronik: 1 X Volume, 1 X Tone, 5weg-Drehschalter zur Pickupwahl (passiv)
Fazit: Eine klanglich recht vielseitige Gitarre. Ich verglich sie mit der CU 22 ( 22 Buende ), und die Obertonansprache / Klang an diesem Modell gefiel mir besser.
Der Hals ist eingeleimt. Die Gitarre ist enorm leicht und gut ausbalanciert. Klanglich liegt sie irgendwo zwischen Fender und Gibson. Die Tonabnehmer sind heiss, aber nicht so kraeftig wie z.B. "metalbetonte" DiMarzio-Probanden.
Stilmaessig wuerde ich sie im Rock einordnen, obwohl auch gute Jazz-Sounds moeglich sind. Fuer Country stehen einieg recht twangy Cleansounds zur Verfuegung, fuer Metal fehlt mir etwas der Druck bzw. die Artikulation bei komplexeren Chordvoicings.
Das klingt alles etwas halbgar, aber... im richtigen Kontext, mit einem guten Verstaerker, zieht einem diese Gitarre die Schuhe aus, was den Klang angeht... warme, singende Sounds, wunderbares Obertonverhalten, der Sound mit dem Halspickup ist angenehm warm und blubbert ein wenig, was mir sogar gefaellt.
Les Paul maessige Sounds sind drin, genauso wie Strat-mit-Humbucker-Klaenge. Bespielen tut sie sich wie ein Traum, sehr leicht... mein Kumpel Tommy sagte nur "mellow to play"... kein Instrument mit dem man kaempfen muss, dafuer eines, dass spielerische Nuancen gekonnt wiedergibt.
Der Hals liegt enorm gut in der Hand, und laesst sich super bespielen, selbst Shredding geht wie von selbst. Dabei ist das Griffbrett eher breit, was teilweise ungewohnt ist, aber auch seine Vorzuege hat, was das Spielen angeht.
Das PRS-Vibrato funktioniert optimal. Natuerlich sind die Saiten nicht zum Schlabbern zu bringen wie beim Floyd Rose, aber echte Divebombs bis zum undefinierten Blubber sind moeglich, genau wie Vai-typische Manöver wie "Cat Purring", "Windmill" und sogar das Ziehen nach oben laeuft sauber und ohne Aufliegen der Saiten auf den Buenden.
Und man glaubt es kaum: Die Stimmung steht ! PRS hat hier mit den Locking Tunern sowie dem Sattel ( dessen Grundkomponente PRS immer noch nicht preisgibt ) ein enorm gutes, funktionierendes System vorgelegt, dass Konkurrenten wie Wilkinson-Vibrato / LRS-RollerNuts in Sachen Stimmstabilitaet in nichts nachsteht.
Und wenn sich mal eine Saite verstimmt, einfach ( wie von Paul in aelteren Videos gerne vorgefuehrt ) einfach Hebl kurz nach unten druecken, loslassen...die Stimmung ist wieder im Lot !
Einmalig. Wer nach einer Alternative zum schwierig zu besaitenden FR sucht...hier ist sie !
Und was noch etwas ganz besonderes ist an dieser Kombination: Saitenwechsel... ich war der Ueberzeugung, dass das praktischste System fuer Saitenwechsel die Schaller Lockign Tuner samt Stop Bar Tailpiece an meiner Steve Morse-Signature ist...einfach Saite durch die Stimmechanik, ohne gross drumherumzuwickeln, Schraube festziehen, fertig...
aber das PRS-System mit den Locking Tunern ist noch eine Ecke besser:
Jede MEchanik hat einen schwarzen Fluegel, den man ein wenig druekct, um die Saite zu loesen. Dann zieht man die neue Saite durch das vibratosystem, LEGT sie in einen kleinen Schlitz an der Seite der Stimmechanik, und dreht jene ein paar Mal.
Der Fluegel rastet automatisch ein, man drueckt noch einmal, um die Saite festzuklemmen und...fertig. Nach Angaben von PRS soll ein kompletter Saitenwechsel mit diesem System in unter 8 Minuten zu bewerkstelligen sein. Sehr praktisch.
An Saiten verwende ich uebrigens D'Addario XL 120... nach Insiderinfo wurden zur Konstruktion der meisten PRS-Gitarren D'Addarios verwendet, die Gitarren sind also sozusagen fuer und mit diesen Saiten konzipiert worden.
Bendings gehen leicht von der Hand, dank der PRS-Mensur, die laengenmaessig genau zwischen Fender und Gibson liegt.
Im Endeffekt ein wunderschoenes, hervorragend verarbeitetes Instrument, klanglich weit variabler als viele Modelle der Gibson-Konkurrenz, dabei versehen mit einem recht speziellen Ton, der mich persoenlich sofort ueberzeugt hat.
Auch der Spielkomfort und die praxisbezogene Ausstattung sind ueberzeugend.
Bewertung:
Bespielbarkeit: 10 / 10
Sound: 9 / 10
Optik: 10 / 10
Preis/Leistung: 10 / 10

GESAMT: 10 / 10
 
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