| Fazit: |
Nicht
dass ich auf der Suche nach dem ultimativen Effektgerät
wäre, aber die Schrauberei an meinem BOSS-Rackgerät
nervt mich immer noch. Dabei schrecke ich auch vor solchen
Billigangeboten zurück.
Der BP80 kommt in einem erst einmal nicht sehr vertrauenserweckenden
Kunststoffgehäuse daher. Wenigstens scheint es ein recht
dickes Plastik zu sein, denn es ist dann doch nicht so zerbrechlich,
das Pedal zwar ein wenig klein geraten, aber insgesamt könnte
es noch schlechter sein. Wenigstens hat Digitech gleich ein
Netzteil dazu gepackt, und ein ausführliches englisches
Manual.
Eine ganze Reihe von Funktionen sind in diesem kleinen Gerät
untergebracht, als da wären:
- Fretless/Wah
- Compressor
- Amp-Simulation/Verzerrer-Simulation
- Noise Gate
- Modulationseffekte (Chorus, Phaser, Flanger, Detune, Octaver,
Whammy, Vibrato, SynthTalk, Envelope, Pitch Shift etc. pp.)
- EQ
- Reverb
- Delay
- Tuner
- Elektro-Drummer mit 30 Patterns
Als Modulationseffekt kann immer nur einer gewählt werden,
was aber der Brauchbarkeit nicht abträglich ist. Das
Pedal kann ein oder zwei Parametern zugeordnet werdern, z.B.
beim Chorus Level oder Speed, auch Min/Max-Werte sind einstellbar.
Die Programmierbarkeit des BP80 hält sich stark in Grenzen.
So kann man zwar unter neun Varianten der Modulationseffekte
wählen, aber Parameter können nur über das
Pedal beeinflusst werden. Aber das wollte ich ja auch mal
sehen. Reverb-Programme gibt es von Room über Cathedral
und Plate bis Pinp-Pong. Der Compressor kann zwischen verschiedenen
Übergangsfrequenzen und Threshold eingestellt werden.
Die Fretless- und Whammy-Effekte halte ich für den Bass
für völlig verzichtbar. Wah brauche ich persönlich
auch nicht. Der Oktaver spricht zwar recht zügig an,
verreckt aber auch sehr früh, vor allen Dingen bei Bässen
mit geringerer Ausgangsspannung. Dafür arbeitet das Noise
Gate sehr gut. Der Compressor ist wesentlich besser als erwartet.
Die Modulationseffekte sind für die Preisklasse akzeptabel
bis ganz gut. Die Amp-Simulationen scheinen etwas übertrieben
zu sein, eignen sich zur Soundformung aber schon, da die Cabinett-Simulation
beim Einschalten extra aktiviert werden muss. Auf der Digitech-Seite
findet sich die Bedienungsanleitung zum Herunterladen.
Rauscharm kann man das BP80 nicht gerade nennen. Besonders
der Compressor und die Amp-Simulationen legen schon einen
Teppich, der beim Üben zu Hause stören könnte.
Im Proberaum mit dem kompletten Team stört es aber kaum
noch, weil das Noise Gate bei Stillstand zuverlässig
stumm schaltet.
Das Pedal find ich sehr praktisch, weil man beispielsweise
den Chorus sehr schön beeinflussen kann ohne auf dem
Boden herum zu schrauben. 40 User und 40 Preset-Patches finde
ich auch völlig ausreichend. Die Programmierung mit dem
zweistelligen Display ist etwas fummelig, mit der Zeit gewöhnt
man sich aber daran. Die Elektrodums sind ganz nett zum Üben,
aber auch nur anstatt eines Metronoms zu nutzen. Bei den 30
festen Patterns sind aber einige nette Sachen dabei.
Für den Preis von 90€ ist das ein nettes Kistchen,
und ich behalte es auch. Wie brauchbar und zuverlässig
es letzten Endes ist muss es noch in den nächsten Monaten
beweisen. Die erste Probe mit dem BP80 gefiel mir aber auf
Anhieb gut. Der gut arbeitende Compressor und die Amp-Simulationen
sind das Geld schon wert. Und mehr als ein bisschen Chorus
oder Reverb brauche ich eh nicht.
Nachtrag: bei höheren Lautstärken, weil
die Ketarristen aufgewacht sind, ist der Rauschpegel doch
nun ziemlich heftig. Was sich zu Hause und beim Experimentieren
als noch tragbar zeigte, ist bei 'üblichen' Probe-Pegeln
doch sehr störend. Da muss ich mal drüber nachdenken
...
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