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Fender Steve Harris Signature Precision (Japan, 2001)
Steve Harris Signature Precision
Reviewer: tribble
Website: http://www.fender.com/FrontlineExtra/product/show.php?partno
Typ: Elektrisch Magnet-PUs (4saitig)
Preis: ca. 1800 DM (Neu)
Korpus: Basswood (Erle)
Hardware: offene Fender Mechaniken, Badass II Bridge
Hals: Ahorn
Griffbrett: -
Bundierung: 20 Medium Jumbo
Pickups: Seymour Duncan PB-3 Quarterpounder (passiv)
Elektronik: Volume, Tone (passiv)
Fazit: Ich weiss, ich weiss eigentlich haben wir hier schon einen Preci-Test, aber der Steve Harris unterscheidet sich doch um einiges von den momentanen Standard Ausführungen.

Der Steve Harris Preci ist ein Instrument für harte Rocker mit einem gewissen Retro-Touch. Dabei ist er keineswegs nur für Iron Maiden Jünger geeignet. Ich mag Steve Harris eigentlich gar nicht so besonders, klinge aber auch trotz Signature Bass kein bischen nach Maiden.

Das gesamte Instrument wirkt enorm wuchtig und klingt auch so. Der Hals ist sehr kräftig, das gefällt absolut nicht jedem, sorgt aber für massig Sustain. Nachteil der Konstruktion ist allerdings auch eine ziemliche Kopflastigkeit, man sollte also nochmal ein paar Euro mehr für einen fetten, gepolsterten Gurt drauflegen.

Ausserdem ist dieser Bass aufgrund seiner Bauart etwas schwerer zu bespielen als Standard Precisions (von Warwick oder so reden wir jetzt gleich gar nicht). Meistens muss man mit ihm schon um jeden Ton raufen und er will kräftig angepackt werden, allerdings hat er gerade deswegen halt klanglich auch das gewisse Etwas. Ich muss aber auch dazusagen, dass mein Steve Harris erst wirklich spielbar war, nachdem ich ihn habe plekken lassen (http://www.plek.de/index.php?master=start), vorher war eine gute Einstellung ob des saumässigen Fretjobs, den die Japsen da geleistet haben schlicht nicht möglich.

Massig ist auch die fette Badass II Bridge, da klappert und wackelt auch bei rüdem Anschlag im Eifer des Live-Gefechts gar nichts.

Nicht gerade für sanfte Pop und Jazz Töne gebaut ist auch der Seymour Duncan Quarterpounder PU, der hier anstelle des normalen Fender P-Bass PU's seinen Dienst verrichtet. Dieser rein passive Tonabnehmer hat soviel Output, dass man ihn bei kleineren Amps oft in den Aktiveingang stöpseln muss, weil er den Passiveingang total überbläst. Allerdings hat er trotzdem einen "passiven" Ton, wer HiFi Sounds mag, holt sich besser was anderes, der Sound hat sehr viel Punch in den Tiefmitten, Badewanneneinstellungen mit viel Bass und vielen Höhen kann, und mag er nicht. Eben durch die fetten Tiefmitten setzt er sich aber auch in lauten Bands optimal durch, entsprechender Amp vorausgesetzt. Dank passiver Ausstattung kann dieser Bass aber auch in Balladen einen sanften, sehr warmen und knurrenden Ton bringen, er reagiert hier sehr feinfühlig auf den Anschlag des Spielers.

Eine kleine Ungenauigkeit hat Fender sich zum Originalinstrument von Steve Harris erlaubt: das Tone Poti des Basses ist ganz normal funktionstüchtig und nicht wie bei Steve abgeklemmt.

So sehr ich diesen Bass liebe, er hat(te) ein grosses Manko und zwar die unglaublich miese Verarbeitung. Bei mir waren innerhalb der ersten Wochen die Gurtpins ausgerissen, eine Mechanik verabschiedete sich, der Lack bröselt an allen Ecken und Enden und zu guter letzt hat wegen einer kalten Lötstelle in der Elektrik irgendwann alles gebrummt wie Hölle. Die schauerliche Einstellung resultierend aus einem grottenschlechten Fretjob habe ich ja oben schon erwähnt. Für fast 2000 DM hatte ich ehrlichgesagt mehr erwartet, mein alter 400 DM Korea Bass war da um Lichtjahre besser !
Allerdings konnte ich noch nicht mit Sicherheit feststelln, ob ich schlicht einen Montagsbass erwischt habe oder ob das ein Problem der ganzen Serie ist. Fender Deutschland zumindest hat das Ganze gar nicht interessiert, anscheinend verkaufen die so viel, dass ihnen die Kundenzufriedenheit schlicht wurscht ist....
Bewertung:
Bespielbarkeit: 9 / 10
Sound: 10 / 10
Optik: 4 / 10
Preis/Leistung: 5 / 10

GESAMT: 7 / 10
 
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