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Trace Elliot AH300-7 und Trace Elliot 1048H
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Zur Einführung einer neuen Serie von Amps hatte TE den
AH300-7 im Angebot, statt Listenpreis 1650,-- DM für
975,-- DM bei diversen Händlern. Da ich eh mal von meinen
zwei Monster-Combos wegkommen wollte, war dies die passende
Gelegenheit. It's a G.A.S. ....
Anzumerken ist hier, dass folgende Aussagen von mir bis nun
nur aus dem Proberaum gelten, auf einer Bühne stand die
Anlage noch nicht. Aber unser Proberaum ist akustisch derart
problematisch, dass es in jeder Kneipe nur Klassen besser
werden kann.
Test-Instrumente waren Fender Mexico Jazz Bass mit Bartolini
9S-Pickups und Dean Edge Select5 mit EMG HZ. Als Effektgerät
kommt ein BOSS SX-700 im Einschleifweg zum Einsatz.
Trace Elliot AH300-7
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Dieser Amp ist ein Nachfolger des alten AH300 SMC. Überarbeitet
wurde der Preamp (eine abgemagerte Version des 12-Band-Preamps)
und die Endstufe.
Der Amp leistet 300 Watt RMS an 4 Ohm, was für Hobbyzwecke
weitgehend ausreichend sein sollte. Das Gehäuse und die
Verarbeitung erlauben das Attribut 'bombensicher', was sich
auch in 19kg Gewicht ausdrückt. Optional gibt es den
AH300 auch als Rack-Version.
Kleiner Wermuts-Tropfen nach dem ersten Einschalten: Die
berühmte illuminierte Frontplatte geht nach einer Minute
aus. Grund ist ein Designfehler im Netzteil, das Problem tritt
nur bei echtem Schutzleiter auf. Musik-Produktiv hat eine
Behebung, welche von Trace Elliot abgehakt werden muss, danach
bekomme ich als staatlich geprüfter Hardware-Mensch eine
kleine Platine zum Ersetzen und brauche den Amp nicht einzuschicken.
Dabei war das schöne Leuchten doch mit ein Faktor bei
der Kaufentscheidung :-))
Der AH300 ist ein übersichtlicher Verstärker. Input
Gain einstellen, Output Level und die Pegel sind in Ordnung.
Auch das SX-700 meinte sofort, der +4dB-Eingangspegel in der
seriellen FX-Loop sei bestens. Als Lautsprecher-Ausgang gibt's
nur zweimal Klinke. Speakon hätte hier drin sein können.
Nu ja. Die 1048H drangehängt, da geht das aber einfacher
als mit zwei Combos und Stereo- Verkabelung für das SX.
Erster Eindruck: na ja, umhauen tut's mich nicht. Zwar klingt
es sehr definiert, aber auch steril. Mal sehen,
..., etwas am 7-Band-EQ arbeiten bringt es auch nicht so recht.
Da wird wohl noch etwas Arbeit fällig. Also EQ wieder
aus und mal die Pre Shape-Taste drücken.
Aaaaaaahhhhh, da geht aber die Sonne auf! Die Pre Shape-Funktion
hebt 50Hz und 2kHz um 6dB an und senkt bei 400Hz um 4dB ab.
Und so klingt es dann auch. Ein enormer Wumm und transparente
Höhen. Ich lasse den EQ sein und geniesse den
Sound. So hatte ich mir das vorgestellt.
Wie klingt denn nun dieser AH300-7, mal ganz sachlich? Neutral.
Es ist nicht der traditionelle Sound des 70ies-Rock. Der AH300
liefert scheinbar sehr neutral an die Speaker ab, was vorne
reinkommt. Zwar kann man mit Pre Shape und dem 7-Band-EQ eine
Menge beeinflussen, notwendig ist es im Grunde aber nicht.
Dabei bleibt der Amp aber schon fast peinlich ehrlich. Jede
Spielnuance
(Anschlags-Punkt, Pickup-Mix, Pickup-Typ) kommt deutlich raus.
Aber auch jede Unsauberkeit beim Spiel. Das alles kraftvoll
und klar, ohne Matschen. Zwischen Singlecoil-Jazz und Humbucker-Dean
liegen dann auch Welten. Die Unterschiedlichkeit der beiden
Bässe in Konstruktion und Technik kommt deutlich raus.
Beeindruckend. Das sind nicht nur zwei verschiedene Bässe,
der Amp macht das auch im Sound ganz klar.
Zum ersten Mal hat TE nun auch einen Compressor im Amp. Der
Zweiband-Compressor (schaltbar, Trennfrequenz 350Hz)) arbeitet
tatsächlich 'unhörbar'. Einstellbar von 1:2 bis
1:10 denkt man erst, da tut sich kaum was. Aber dann bei Spiel
wird der Einsatz sehr deutlich hörbar. Und er ist gut,
er pumpt nicht, er lässt den Höhenbereich mit schnellem
Attack knacken, regelt den Bass-Bereich sauber und weich.
Gelungen. Mein Alesis NanoCompressor hat leider ausgedient.
Lob: der Amp ist gut, schwer, solide gebaut und liefert ein
ungefärbtes, transparentes Klangbild. Man merkt aber
auch seine Power, die satte Auslegung des Netzteils und der
Endstufe. Obwohl einfach und übersichtlich, sind sehr
viele Sound-Varianten möglich. Mit einem guten Effekt-Gerät
(das SX-700 ist eins) hat der AH300 auch keine Probleme. Zu
sauber? Null Problemo mit dem SX. Ein bisschen Overdrive,
ein langsamer Leslie-Effekt dazu, nicht zuviel Effekt-Signal.
Und auch damit hat der AH300 keine Schwierigkeiten. Die Phasen-Tremolos
und die leichte Säge kommen unüberhörbar. Durch
seine saubere, HiFi-mäßige Arbeitsweise kann der
AH300 auch das wunderschön rüberbringen. Der Lüfter
ist kaum hörbar.
Mankos: der Bock mit dem Frontplatten-Netzteil, wird aber
hoffentlich schmerzarm behoben. Nur eine serielle FX-Loop.
Kein Speakon für die Lautsprecher. Der Eingangsbereich
des Preamps ist immer noch knapp. Die Output-armen Bartolinis
brauchen vollen Input Gain, dann reicht es aber zur Vollaussteuerung
(die EMGs lassen den Gain-Regler auf 1 Uhr zurückgehen,
auch im Aktiv-Input).
Trace Elliot 1048H
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Noch'n Sonderangebot. 1090,-- DM statt 1490,-- DM. Amp von
Produktiv, Box von Thomann. Böse Blicke bei U.P.S. "Ach
Sie sind das, mit diesem Paket ...".
Mit 49kg nicht gerade rückenschonend, das Teil allein
in meinen Van zu bringen, kostet schon einige Mühe. Zu
zweit, mit den grossen Griffschalen an den Seiten aber easy,
da reichte schon die helfende Hand meines 12jährigen
Sohnes. Input, paralleler Output, L-Regler für den Hochtöner.
Wie der Amp scheinbar für die Ewigkeit gebaut. Die massive
Stahl-Lochplatte vor den Eminence-Speaker hält sogar
randalierende Drummer ab. Und wie klingt nun die Box? Im Grunde
wie auch der AH300. Straff, definiert, transparent, ungefärbt.
Aber, sobald der Pre Shape-Taster im Amp zum Einsatz kommt,
auch mit enormem Druck. Aber nicht wummernd oder schwammig.
Sauber!
Als alter 2 x 15er-Bassist hatte ich mit 4 x 10" so
meine Bedenken. Ich fürchtete zu wenig Tiefbass und Druck,
muss nun aber gestehen, dass unter Proberaum-Bedingungen,
und vermutlich auch in Kneipen und kleinen Sälen, eine
410er deutlich straffer und definiert klingt. Das Dröhnen
meiner 15er ist nun kein Thema mehr. Das Horn klingt zurückhaltend.
Und sonst kann man es auch herunterregeln.
Trace Elliot 1153
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Sagen wir mal: ein Versuch. Die 1153
ist eine 15"-Box ohne Horn, hat aber nur ca 60% des Volumens
der 1048. Gedacht war es so, dass die kleine Box etwas zusätzliches
Tiefen-Fundament bringen soll. Die Box ist kaum größer
als der Speaker plus zwei Bassreflex-Tunnel. Dementsprechend
ist die 1153 keine wirkliche Fullrangebox wie die 1518, die
so groß ist wie die 1048, aber eben mit einem Fünfzehn-Zöller.
Das verringerte Gehäusevolumen fordert seinen Tribut.
Die 1153 klingt TE-gemäß sauber und transparent,
auch wenn sie ohne den Hochtöner allein etwas dumpf klingt.
Aber es fehlt eben der Schub, den einer 15"-Fullsize-Box
bringt und der sich hauptsächlich in der Magengegend
bemerkbar macht. Zusammen mit der 1048H betrieben rundet sie
das Klangbild ein wenig nach unten ab, aber eben nicht vollständig.
Fazit: wenn 4x10 + 1x15, dann die 1x15 auch im Fullsize-Format.
Die 1153 ist etwas für Leute mit kleinem Auto oder eben
für kleine Gelegenheiten. Sie ist schon gut, aber eben
beschränkt.
Gesamt-Urteil
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Gut bis sehr gut.
Der Grundsound der Kombination AH300-7 und 1048H ist im Bereich
steril/HiFi bis knallig/schneidend. Aber immer sauber und
transparent. Tapper und Slapper werden ihre Freude daran haben.
Möchte man mehr oder anderes, hat das Team auch keine
Probleme. Die Soundvarianten, verursacht durch ein Studio-System
wie SX-700, auch Overdrive und Modulationseffekte, werden
sauber abgehandelt und integriert. Der eingebaute Compressor
ist sehr gut. Die Bedienung einfach und übersichtlich.
Zweifelsohne keine Anlage für Schwermetaller, Blueser
oder Hard-Rocker. Aber für Singlecoil-ProgRock geht's
schon prima. Die Anlage präsentiert variables und arbeitsintensive
Bass-Arbeit deutlich und präsent im Bandsound. Jede Spielvariante,
jeder Dreh an den Pickup-Reglern findet seine Auswirkung.
Bedenkt man nun, dass ich die Anlage für gerade 2000,--
DM bekommen habe, ist es eine Top-Sache. Ich glaube, Verstärker-mäßig
habe ich eine Weile Ruhe. Ich werde im nächsten Jahr
noch über eine zweite Box nachdenken. Eine 2x12er wäre
wahrscheinlich ideal. Eventuell aber einfach eine zweite 410er.
Mal sehen ...
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