| Fazit: |
Für
das Üben im stillen Kämmerlein, und um seine Spielfehler
und Unsauberkeiten besser zu hören, sind einige Mini-Bass-Combos
am Markt verfügbar. Nach ein paar Recherchen blieben für
mich zwei Kandidaten übrig: Peavey Microbass und Behringer
BX300. Ich entschied mich wegen des etwas größeren
Lautsprechers und den besseren Beurteilungen für den Behringer.
Tatsächlich ist der BX300 nicht so klein wie der Microbass
und bringt auch einige Kilos, genauer: 13, auf die Waage, macht
dafür aber auch einen absolut stabilen und wertigen Eindruck.
Dickes Holz, Metallecken, rutschfeste Gummifüße, Regler
versenkt, stabiler Tragegriff. Also 'ultrakompakt' trifft die
Sache nicht wirklich. Es ist halt auch ein 10"-Speaker drin,
kein 8-er. Alle Bedienelemente liegen vorn, auf der Rückseite
ist in einem Fach hiner dem Verstärkerteil genug Platz für's
Netzkabel. Sauber verarbeitet ist er auch. Schon bis hierher ist
das Köfferchen sein Geld dicke wert.
Erster Soundcheck. Nach der damaligen Enttäuschung mit dem
Trace Boxer15 war ich nun natürlich gespannt, ob Behringer
das besser kann. Alle Klangregler auf 12 Uhr, Shape-Funktion aus,
einschalten. Er rauscht ein bisschen, der Kleine. Nicht so besonders
schlimm, und man hört es eigentlich nur, wenn es wirklich
still im Raum ist. Jazz Bass in den Passive-Eingang.
Schon bei moderaten Lautstärken kommt ein einwandfreier,
unverkennbarer Jazz Bass-Sound heraus. Auch die unterschiedlichen
Pickup-Kombinationen modelliert der Mini-Combo deutlich heraus,
wie ein großer. Gibt man noch ein wenig Bässe dazu,
ist das für so eine Schachtel schon ganz amtlicher Sound,
und das bis in Lautstärken, die für den Heimbetrieb
wirklich nicht notwendig sind. Damit könnte man auch noch
eine heftigere Akustik-Session mit einigen Dreadnaughts dicke
bestreiten. Für 30 Watt ist der Zwerg heftig laut, und bringt
tatsächlich auch in den Bässen für seine Größenordnung
reichlich Schub und Volumen. Mehr, als ich erwartet hätte.
Die Klangregelung arbeitet effektiv und für Bass gut abgestimmt.
Alles ohne Probleme und so, wie man es für einen Bass-Combo
braucht. Mankos? Einen Lautsprecher-Ausgang hätte ich mir
noch gewünscht, und einen symmetrischen XLR-Ausgang für
Recording oder zum Anstöpseln an eine PA. Der BX300 klingt
nämlich schon ohne Effekte und Fiesematenten ordentlich.
Schaltet man die Shape-Funktion ein und dreht den Regler langsam
dazu, passiert so etwas ähnliches wie bei anderen Presence/Ambience/Contour-Regelungen.
Mehr Tiefbässe, weniger Mitten und etwas mehr Höhen.
Der Sound wird drahtiger und bekommt etwas mehr an Druck im Keller.
Jedenfalls soweit, wie man das von einem einzelnen 10-Zöller
erwarten kann. Bis ca. 12 Uhr ist der Shape-Regler eine nette
Sound-Variante, darüber hinaus wird der Sound für meinen
Geschmack etwas synthetisch, aber wer's mag ... vielleicht für
Funk oder Fusion brauchbar. Muss man ja nicht.
Also der BX300 ist lauter als man einen Übeamp braucht.
Die Klangregelung ist wirklich gut abgestimmt, das Gehäuse
stabil und gut verarbeitet. Was mich wirklich überrascht
hat ist, wie deutlich und klar der Mini verschiedene Bässe
und Pickup-Kombinationen sowie Spielvarianten soundmäßig
heraus arbeitet, ob Musicman OPL, Fender Jazz oder der semiakustische
Yamaha. Geradezu feinsinnig reagiert er auf kleinste Änderungen
im Anschlag, als auch auf Pickup-Variationen. Das würde ich
mir von meinem SWR-Stack auch wünschen. Man hört sogar
deutlichst den Unterschied zwischen Anschlag mit verschiedenen
Winkeln zwischen Saiten und Fingern. Heißt aber auch, dass
unsauberes Spiel und mangelhafte Dämpfung unüberhörbar
sind, auch bei geringer Lautstärke. Ich würde mal sagen:
der BX300 ist der ideale Übungsverstärker, und für
die Mini-Session genau so brauchbar. Das muss dem Ulli erst mal
einer nachmachen.
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