 |
{title} |
|
| Ampeg V4BH
(USA, 2001) |
|
Ampeg V4BH |
| Reviewer: |
tribble |
| Typ: |
Vollröhre (Top) |
| Speaker: |
- |
| Kanäle: |
- |
| Preis: |
2400 DM (Neu) |
| Leistung: |
100 Watt RMS |
| Eingänge: |
Aktiv/ Passiv/ Power Amp in |
| Ausgänge: |
1x Speakon, 1x Klinke (für Box); PreAmp out; D.I. Out |
| Effect-Loop: |
Keine |
| Klangregelung: |
Bass; Mid; Treble, Mid Select; Ultra High/ Low |
| Fazit: |
Eins möchte ich mal vorwegschicken. Lasst Euch bitte nie von wem erzählen, dass
es reicht wenn man in der Vorstufe 'ne Röhre hat, weil die Endstufe
ja nur laut macht. Ein echter Vollröhrenamp klingt immer ganz anders
als ein Hybrid. Damit mein ich jetzt nicht besser oder schlechter,
sondern einfach nur anders.
Jetzt aber zum Test. Der V4BH wird laut
Ampeg seit den 70ern mehr oder weniger unverändert gebaut,
ich glaub das spricht für sich. In der Vorstufe werkeln zwei
12AX7, in der Endstufe laut Ampeg vier 6L6 bei mir sind aber
5881 drinnen, angeblich klingen die etwas anders. Ich würde
sagen er läuft und klingt gut, also soll uns das erstmal
wurscht sein. Die Röhren leisten aber in jedem Fall 100 Watt.
Das Gehäuse hat der V4 mit seinem grossen Bruder, dem SVT,
gemein, nur dass sich hier die Röhren nicht so drängeln
müssen.
Der V4BH verzichtet auf jeglichen Schnickschnak,
einen 10 Band EQ, verschiedene Kanäle, einen Kompressor
etc. sucht man hier vergebens. Ein Aktiv-, und ein Passiveingang,
Gain, Regelung für Höhen, Mitten und Bässe, Volume,
fertig. Einzig die regelbare Frequenz des Mittenreglers lässt
sich (welch Luxus!) mittels eines 5-fach Schalters aussuchen.
Im übrigen gibt es noch zwei kleine weisse Taster, mit deren
Hilfe man einen Ultra Low und einen Ultra High Boost einstellen
kann, ergo Höhen und Bässe pushen. Bei einem solchen Mittenmonster
wie einem Vollröhrenampeg eher ein Gimmick, aber was solls.
Ich habe alle Regler ziemlich genau auf 12 Uhr (ausser Volume
:) ) und das klingt einfach. Für meinen Geschmack sollte
das auch so sein. Wenn ich erst an 200 Knöpfen fummeln muss
um einen guten Basssound zu bekommen, dann stimmt was nicht.
Um
gleich der grössten Sorge aller Leser vorzubeugen: Nein,
100 Watt sind nicht zu wenig (es sei denn ihr spielt bei Pink
Floyd...). Wir reden hier von einer Vollröhrenbestückung,
ich habe 400 Watt Transistorteile erlebt, die nicht so laut
wurden. Und falls Euch das noch nicht reicht, ich spiel in
meiner Band gegen ein Schlagzeug mit 17 Becken plus Doublebass,
einen Engl Savage und einen Powerball. Und wie haben ständig
Diskussionen, dass der Bass zu laut ist (was er natürlich
nie ist, aber erzählt das mal Gitarrern...). Einzig
eine Eigenheit hat der "kleine" Ampeg gegenüber dem SVT,
wenn man ihn sehr laut spielt und mit einem kraftigen Bass ordentlich
in die Saiten haut zerrt er. Ich persönlich finde das für
Rock und Metal gerade gut, das fetzt gewaltig und klingt wesentlich
besser als jede Tretmine, die ich kenne. Im übrigen kann
man das Zerren sehr gut über das eigene Anschlagverhalten steuern.
Ist aber nicht jedermanns Sache, das weiss ich auch. Bis aber
ein SVT so zerrt sind schon allen Beteiligten die Ohren abgefallen.
In kleinen Clubs muss ich den Stack auch nicht mal über die
P.A. laufen lassen, das packt er auch so. Ansonsten ist aber
auch ein D.I. Out an Bord...
Eins noch. Der Kleine
will kräftige Boxen. Nominell stehen zwar 100W drauf, aber
meine 240W Laney Box ist mit der Leistung des Amps nie fertig
geworden. Unter 300 W würde ich bei den Boxen nicht starten,
ansonsten scheppern und ächzen die nur, was nicht gerade
toll klingt.
Fazit: Ein echter, wenn auch etwas
verkannter Ampeg, wer Rock oder Metal der etwas traditionelleren
Art spielt sollte ihn mal testen. Vielseitigkeit und ein HiFi
mässiger Cleansound sind aber nicht sein Ding.
|
| Bewertung: |
| Stabilität/Zuverlässigkeit: | 10 / 10 |
| Sound: | 10 / 10 |
| Bedienbarkeit/Features: | 10 / 10 |
| Preis/Leistung: | 10 / 10 |
|
| GESAMT: | 10 / 10 |
|
|
|