Über Just Chords
Jede anständige WebSite, die mehr als drei Seiten enthält,
hat eine Meta-Page. Meta-Informationen sind Informationen über
Informationen. Daher hier ein paar Informationen über die Entstehung
von Just Chords, die Zwischenschritte und warum es diese Seiten überhaupt
gibt. Mit den Jahreszahlen habe ich heute so meine Problem, aber ich
versuche es einmal.
Damals ...
Es war so Mitte 1995, als das Internet schon nicht mehr ganz so jung
war, aber das WWW noch eher in den Anfängen steckte. Und das Web,
wie
man heute sagt, war eine Domäne der Englisch-sprachigen Autoren.
Man konnte auch nicht so einfach sich eine Domain claimen wie heute,
die NIC war keine zugängliche Institution. So wäre www.was-steht-auf-dem-ei.de
kaum denkbar gewesen.
Deshalb waren auch kaum deutsche Seiten zu Themen wie Gitarre und Bass
oder Musik-Theorie zu finden. Ein paar Frühaufsteher an Unis oder
Instituten hatten schon ein paar Seiten auf die Beine gestellt, aber
zum Thema Bass war praktisch nichts zu finden. Da ich in dieser Zeit
nach meinem musikalischen Wiedereinstieg sehr intensiv an Themen wie
Musiktheorie und Techniken gearbeitet habe, kam ich durch die Mailing-List
The
Bottom Line auf die Idee, doch einige meiner eigenen Lernschritte
zu dokumentieren. Dass ich das gerade in Englisch tat, lag an meinem
Engagement in der obigen Mailing-List. Und da ich keinen eigenen Webserver
hatte, war eine amerikanische Kollegin so nett, meine Seiten auf ihren
Firmen-Server aufzunehmen. So enstand die erste Version von JC auf vt2000.com.
Leider hat Carol es nie geschafft, meinen Namen richtig zu schreiben.
Einige Zeit später, so in 1996, kamen die ersten Provider hier
in Deutschland auf, die ihren Kunden eigenen Webspace zur Verfügung
stellten. Für mich war das Eggenet,
die Firma ist eine Tochter des hiesigen Energieversorgers PESAG. Ganze
5MB hatte ich nun zur Verfügung, aber ohne Haufen von Bildern und
MP3-Dateien war das ein Anfang. Kaum hatte ich die englische Version
auf meinem Server in's Netz gestellt, wurde ich gründlichst mit
Katzendreck beworfen: warum ich als Deutscher denn in Englisch schreiben
würde? Recht hatten sie. War doch mein Ansatz gewesen Informationen
über bassistisches Wirken dort zu liefern, wo sie am wenigsten
verfügbar waren. Nämlich in Deutsch. Bitte, es war 1996!
Nun in Deutsch
Die Übersetzung der Artikel ging recht flott vor sich. Nach ein
paar Wochen war die deutsche Version online. Da ich in dieser Zeit sehr
viel Zeit hatte (ich wohnte allein ohne meine Kinder und ohne Beziehungskiste),
mich im Laufe der Woche in meiner Freizeit mit nichts anderem als Musik
beschäftigte, kamen auch die ersten praktischen Artikel dazu. Was
zur Folge hatte, dass die 5MB bald ausgereizt waren. Langes Mosern bei
meinem Provider verschafften mir 10MB als Ausnahme-Regelung. Auf Grund
meiner hohen Produktivität und der zunehmenden Möglichkeiten
(TablEdit, MIDI, Grafikprogramme) hielt auch das nicht lange an. Irgendwo
in 1997 war ich wieder am Quota-Blech. Blieb mir nur der Umzug zu einem
Provider, der zu bezahlbaren Konditionen mehr Webspace zur Verfügung
stellte. Das war damals Puretec, mit 50MB Webspace für mich ein
Eldorado, und mehrere Mailadressen bekam ich auch. Und nicht nur das,
nun war es auch möglich, dass man als Privatmann eine eigene Domain
bekam. Seit 1997 gibt es die Domains justchords.com und justchords.de.
Damals nur mit der Theory
und der Bass Collection.
Die Reality
Collection entstand erst so in 1998. Und das, weil einige Themen
eben mehr Band- als Instrumenten-bezogen waren.
Einzug der Gitarristen
Ungefähr in diese Zeit, also 1998, fiel es auch, dass mich
ein Bekannter, Eric Vandenberg, ansprach. Eric wohnte damals noch
bei Atlanta/USA und meinte, ich könnte doch auch Gitarren-Themen
mit aufnehmen. So lieferte Eric seine ersten Artikel und MIDI-Files.
So entstand auch die Riffs Of The Day-Serie, die heute nur
noch in einem ZIP-File
existiert. Zum Glück konnte man recht einfach in einen höheren
Tarif bei Puretec wechseln, und so an 100MB WebSpace kommen, denn
die 50MB-Grenze näherte sich bald. Aus dieser Zeit kam auch
die Idee mit der Offline-Version,
denn DSL war noch Zukunftsmusik, Standard war das 56k-Modem, maximal.
Da ich nicht jedes Rad neu erfinden wollte, begann ich, Artikel
aus dem Englischen zu übersetzen und in Just Chords zu veröffentlichen,
wenn sie mir sinnvoll und nützlich erschienen. So bekam ich
Kontakt zu Carol
Kaye, Jeff
Berlin und Adam
Nitti. Weitere Artikel stammen vom Gitarrenbauer Walter
Kraushaar. Mein Freund Bernd
Weitzmann erstellte sogar eine ganze Reihe von Artikeln zum
Thema Jazz. Und auch noch hier und da finden sich Artikel verschiedener
Autoren. So kamen viele Seiten zusammen, sei es durch eigene Arbeit
oder Zulieferungen anderer. Auf der Credits-Seite
finden sich weitere Angaben dazu.
Sonstiges
Noch später oder so kamen dann noch andere Dokumente
sowie die Equipment
Database, inspiriert durch ähnliche amerikanische
Seiten. Die Linx
Collection ist erst so in 1999 entstanden, wird aber demnächst
entfallen, weil es Link-Sammlungen im Netz schon genug gibt. Lediglich
ein paar seltene und wenig verwendete Links werden übrig bleiben.
Das Scale
Book und das Practice
Book stammen aus 2001, das Java-Applet EarTrain
aus 2002. Mir fällt aber bestimmt noch mehr Neues zu solchen Sachen
ein.
Stand April 2003
Ich habe mal kurz gezählt, etwas vereinfacht:
- 672 HTML-Seiten, davon 118 in der Bass Collection, 59 in der
Guitar Collection, 49 in der Reality Collection und 106 in der
Theory Collection. 166 Seiten sind es in der Equipment Database,
die gar keine Datenbank ist.
- 940 GIF- und 170 JPG-Images, 322 TablEdit-Files, 896 MIDI-Sequenzen.
jedoch nur 58 MP3-Dateien.
- 3341 Dateien insgesamt, die gut 70MB Platz belegen.
Es wird langsamer weiter gehen, aber ich denke es gibt noch einige
Themen und Kapitel zu ergänzen. Ein paar Artikel sind auch
immer noch die uralten Version von 1998, mit denen ich gar nicht
mehr zufrieden bin und die ich im Laufe der Zeit neu erarbeiten
werde. Es hatten sich während der Übersetzung damals,
und auch so zwischendurch, ein paar Schreib- und Logikfehler eingeschlichen,
die aber mittlerweile ausgemerzt sein sollten. Garantieren würde
ich für nix ...
Warum nur?
Warum setzt sich jemand über Jahre hin, schreibt Dutzende
von Artikeln, investiert eine Menge Geld in Provider, Hardware und
Software, Zeit schon bald vernachlässigt, und hat doch nicht
einen einzigen Werbe-Banner auf den Seiten, vom Link zu TablEdit
abgesehen? Hat der einen an der Waffel? Hat der nix zu tun? Ein
Narzist? Ein Basser-Wessi? Ein alter Mann auf dem Ego-Trip? Wahrscheinlich
ein wenig von allem, aber nie nur das Eine.
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Ad I:
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Ich schreibe gerne und viel, es macht mir einfach
Spaß. |
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Ad II:
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Einige Zeit, fast vier Jahre, habe ich in der
technischen Ausbildung gearbeitet (en detail: UNIX, Shell, SysAdmin,
Grundlagen C-Programmierung), habe dabei eine Video-Reihe mit
erstellt und die Handbücher dazu geschrieben. Wann immer
ich für Andere Informationen aufbereiten musste, hatte
ich die Klamotten hinterher um so sicherer im Griff gehabt.
Das gilt für den lp-Spooler in UNIX genau so wie für
die Modes. Just Chords war mein riesengroßes Notiz- und
Arbeitsbuch. |
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Ad III:
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Durch JC habe ich eine Menge Kontakt zu Leuten
bekommen, die ganz ganz große Zahl positive und sehr positive
Erfahrungen und interessante Themen. So entstand auch die Bass
FAQ, einfach aus den vielen Mails mit Fragen, die noch offen
waren oder sind. |
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Ad IV:
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Es hat einfach immer Spaß gemacht und mich
gefordert, über Themen nachzudenken und zu forschen. |
Und wie ist der als Bassist?
Hier wird es nun persönlich und es kommt ein wenig auf die
Schlüsselfrage zu. Ganz ehrlich: als Bassist bin ich absolut
durchschnittlich. Ich bin kein Knaller-Instrumentalist, ich bin
genau wie Tausende anderer Hobby-Musiker. Mein Lieblings-Pattern
ist 1 - 4 - 5 - 8, meine Fretless-Fähigkeiten sind begrenzt,
Slapping ist mir fremd und wenn jemand aus dem Stand etwas aus dem
Realbook
spielen müsste, wäre Bernd wohl besser dazu geeignet als
ich. Das ist so.
Wenn es aber darum geht, Stücke zu erarbeiten, neue Bass-Linien
zu entwickeln und zu transkribieren, kommt mir zu Gute, dass ich
über die Jahre ein sehr gutes Gehör und Gefühl für
Noten entwickelt habe. Das ist ein enormer Vorteil und deshalb habe
ich in so vielen Artikeln auch solch großen Wert auf die Entwicklung
des Gehörs gelegt. Wenn jemand auf dem Piano eine Akkordfolge
spielt, kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, ob das jeweils
ein Dur, dom7- oder sus4-Akkord ist, ob da eine 9 oder eine 2 den
Feel angibt. Bei allem Wert, der heute auf technische Spielereien
gelegt wird, man verbringe nur mal eine Stunde in einem Musik-Geschäft
in der Bass-Abteilung, halte ich solche Fähigkeiten für
128-Mal wichtiger und besser als die Fähigkeit 64tel-Noten
zu slappen oder mit allen zehn Fingern zu tappen. Artikulation
ist aus meiner Sicht wichtig, Zuhören können, band-dienlich
zu spielen, Harmonie Wirklichkeit werden zu lassen.
Ich bin ein guter Organisator, möchte gern mit Leuten spielen,
die auch meine Freunde sind und ich möchte Spaß haben.
Musik ist für mich eine Sache der Seele, eine emotionale
Sprache. Das Instrument und seine Technik ist dabei nur eine
einzelne Komponente, der Rest kommt aus den Fingern und dem Bauch.
Ohne ein wahrnehmendes, nicht nur aufnehmendes Gehör, ist das
jedoch Makulatur. Musik hat mich von frühester Kindheit bis
heute begleitet und ist immer ein wesentlicher Aspekt meines Lebens
gewesen. Just Chords widmet sich zu einem großen Teil dieser
Sicht, Musik als einen Teil unserer Seele zu betrachten, als eine
andere Form von Sprache und Kommunikation. Wird Musik zu einem Mittel
zum reinen
Geldmachen, zum Abzocken und Zudröhnen gemacht, zu akustischen
Kartoffelchips und zum Bastelhobby für den Subwoofer im GTI,
werde ich grantig, das ist mir zu profan, das entweiht für
mich das, was uns Leute wie J.S. Bach, Bob Dylan oder Art Garfunkel
als musikalisches Erbe hinterlassen haben.
Man verzeihe mir an dieser Stelle diesen Fanatismus, aber nur dieser
hat Just Chords realisierbar gemacht. 
Stay tuned,

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