Joseph Kosma
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Obwohl gerade als Komponist des Jazz-Standards Autumn Leaves
bekannt geworden, hat Joseph Kosma auch verschiedene Filme
der Kino-Historie mit Songs bestückt, insbesondere mit
dem Regisseur Jean Renoir. Geboren in Budapest am 22. Oktober
1905 studierte er am Konservatorium in Budapest, ging dann
an Die Berliner Oper, bevor er 1929 Bert Brechts Ensemble
beitrat.
Kurt Weill und Hanns Eisler hatten eine großen Einfluss
auf Kosma, bevor dieser damit begann Filmmusik zu schreiben.
Nach dem Umzug nach Paris in 1933 kam es zur Zusammenarbeit
mit dem Regisseur Renoir, ein Fixpunkt darin ist in 1936 'Le
Crime de Monsieur Lange'; ihre Partnerschaft setzte sich über
'La Grande Illusion' (1937) und 'La Rhgle du Jeu' (1939) fort.
Kosma schrieb auch die Musik zum Marcel Carni-Klassiker 'Les
Enfants du Paradis' (1943), im gleichen Jahr für Jacques
Privert für das Ballet Rendezvous. Kosma und Privert
schrieben einige Stücke zusammen, und dazu gehört
auch in 1947 Autumn Leaves, in's Englische übersetzt
von Johnny Mercer.
Insgesamt tendierten Kosmas Arbeiten aber eher in Richtung
klassischer Themen als zur populären Musik. Obwohl es
auch zu Operetten und Komischen Opern kam, wie 'Les Chansons
de Bilitis' (1954) und 'Un Amour Electronique' (1962), sowie
'La Revolte des Canuts' (1964).
Kosma starb in der Nähe von Paris am 7. August 1969.
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Autumn Leaves ist einer der Standards überhaupt. Da
führte ja irgendwann gar kein Weg drum herum. Tatsächlich
hat Kosma ziemlich auf einfache Kompositionstechniken zurück
gegriffen, das aber nur beweist, dass das Einfache oft attraktiver
ist als das Komplexe. Und wenn man nach Versionen von Autumn Leaves
sucht, findet man wieder alle Namen, die uns bei den anderen Stücken
auch schon unter gekommen sind.
Zur üblichen Einstimmung ein kurzer Auszug aus den goldenen
Händen von ...
| Autumn Leaves |
Oscar Peterson & Stephane
Grapelli |
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Ich hätte auch genau so gut Miles Davis, Stan Getz oder Bill
Evans nehmen können. Aber Grapellis Spiel hat schon was.
Vorbetrachtung & Kurzanalyse
Endlich kann ich mich mal gemütlich zurück lehnen, und
auf die Arbeit von Bernd verweisen, der hier
das Stück schön auseinander genommen hat ... So viel zur
Analyse und zum Hinweis auf den Aufbau von Walking Bass Lines. Anbieten
kann ich aber in jedem Fall ein Leadsheet im PDF-Format. Allerdings
weicht diese Version ein klein wenig von Bernds ab. Während
Bernd sozusagen die reine Version verwendet hat, ist diese so etwas
wie eine Session-Version, also mit ein paar Modifikationen. Welche
sage ich gleich.
Zur Praxis
Und dann natürlich noch die 'Changes' (mit dem Schlagzeug
habe ich mir diesmal besondere Mühe gegeben):
| Autumn Leaves Session |
Piano Play-along
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Die Session-Version sieht so aus:
| Takte von ... bis |
Kadenz/Akkorde |
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1 - 4 |
2-5-1 in G-Dur, C M7 ist eine Zwischendominante,
hier als Blues-Dominante. |
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5 - 8 |
2-5-1 in E-Moll, E-Moll ist Moll-Parallele
zu G-Dur. Der E7 in Takt 8 ist Session-Variante, nämlich
Zwischendominante zum kommenden Am7. |
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9 - 16 |
Wiederholung der Takte 1 - 8, diesmal bleiben
wir aber in Takt 16 auf dem Em, weil nämlich in Takt 17
das F# auftaucht, und deshalb nix mit Zwischendominante hier,
das würde nur für Am7 passen. |
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17 - 20 |
2-5-1 in E-Moll (genauer: Harmonisch Moll!),
Takt 20 wieder Zwischendominate für's drohende Am7. |
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21 - 24 |
Back to the roots: 2-5-1 in G-Dur, wie
Takte 1 - 4. |
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25 - 28 |
Wie Bernd schon meinte, wird es nun etwas
unruhig. Beginnend mit 2-5-1 in E-Moll, Tonika kommt auf Beat
1 in 27. Beat 3 in 27 würde wieder zurück führen
auf 2-5-1 in G-Dur, aber der Am7 bekommt eine Tritonus-Substitution
verpasst und wird zu Eb7, Dm7 pascht wieder, GM7 wird ebenso
(Tritonus-)substituiert und heraus kommt Db7. |
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29 |
Zwischendominante CM7. |
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30 - 32 |
2-5-1 in E-Moll, schon wieder. Takt 32
nun wieder als Zwischendominante zum Am7 im Turn-around, bevor
der Am7 im Takt 1 wieder zum Zuge kommt. |
Die Modifikationen der Session-Variante sind hier also nur einige
Zwischendominanten, die dafür sorgen, dass in möglichst
jedem Takt ein
anderer Akkord steht. Und sei es nur ein E7 statt einem Em. Außer
eben in den Takten 15 und 16, da geht nix, wegen dem F#m7b5 in Takt
17. Obwohl .... man könnte eigentlich alle B7 durch B7b9 ersetzen,
nicht nur in Takt 18 ...
Trotzdem
noch ein paar Hinweise zu unserem beliebten Spiel Chord/Scale Relationship.
Nur für dieses Stück gültig, klaro.
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A m7 |
Dorisch |
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F# m7b5 |
Lokrisch |
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D 7 |
Mixolydisch |
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G M7 |
Ionisch |
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G M7 |
Ionisch |
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E m |
Harmonisch Moll |
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C M7 |
Mixolydisch |
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E 7 |
Flamenco |
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B 7 |
Mixolydisch |
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B 7b9 |
Phrygisch |
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Eb 7 |
Nur Grundton/Quinte |
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Db 7 |
Nur Grundton/Quinte |
Die Methode 'nur Akkordtöne' steht uns ja immer zur Verfügung,
gell?
Eine mögliche WBL
Ist dann noch hier. Feel free to make it better. Zum Beispiel hiermit.
| Autumn Leaves Session |
Walking Bass
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Dann also bis zur nächsten Session.
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