Anmerkungen zur Nomenklatur

Wer noch nicht ganz so vehement in das Thema Leitern eingestiegen ist, wird von ein paar Dingen etwas verblüfft sein. Daher folgende Erklärungen.

  • In einer Leiter darf der Eindeutigkeit wegen jedes Intervall-Geschlecht nur einmal auftreten. Kommt also in einer Leiter ein Intervall von drei und eins von vier Halbtönen vor, dürfen diese Stufen nicht als b3 und 3 bezeichnet werden. Daher wird man diese Intervalle als z.B. b3 und b4 bezeichnen. Analog bei Auftreten von b5 und 5 in einer Leiter diese Intervalle als #4 und 5. Vorhergehende und nachfolgende Intervalle müssen dann ebenfalls korrigiert werden (z.B. 6 -> bb7, 4 -> #3 etc.).
  • Manche Harmonisierungen sind über die Terzschichtungen nicht eindeutig regelbar, besonders in Harmonisch Moll wg. der übermäßigen Sekunde. Daher lehnt man diese Stufenakkorde an bereits bekannte Akkorde an. Bestes Beispiel: m7b5 (Minor 7 b5) ist ein m7-Akkord mit verminderter Quinte. Die Terzschichtung würde einen 6er-Akkord ergeben, was nicht sein darf. Dazu in den Wiederholungen mehr.
  • Es gibt in der Literatur unterschiedliche Bezeichnungen. Zwischen der Leiter yxz #2 und xyz #9 ist kein Unterschied. Einige Leuten verschieben Intervall-Bezeichnungen eine Stufe höher, um deutlich zu machen, dass diese Intervall-Differenzen in den Modes auftreten, nicht in der Grundleiter.

Im Zweifelsfall ist die einschlägige Literatur zu Rate zu ziehen.