Spieltechniken
Wo fangen wir denn am besten an? Slappen? Kann ich
nicht ab, und hören kann ich's bald auch nicht
mehr. Slappen ist was für Leute, die durch Spielen
allein nicht auffallen.
Vielleicht sollten wir uns zuerst fragen, wofür
wir diese Sachen überhaupt brauchen. Manche sind
ja schon froh, wenn sie überhaupt in der Band im
Timing nicht völlig daneben liegen. Timing? Das
ist ein Thema für ein späteres Kapitel.
Nein, wir sollten uns zuerst mit grundlegenderen Techniken
beschäftigen, die uns dienen, dass unser Spiel
interessant und abwechslungsreich klingt. Teilweise
sind es nur Gimmicks, beinahe entstehen schon blöde
Angewohnheiten daraus. Oder es wird die eigene Handschrift.
Wie bei Stanley Clarke, der oft so klingt, als würde
er mit der Kettensäge seinen Alembic bearbeiten.
Aber ...
Bevor man sich nun mit Energie auf ausgefuchste Spieltechniken
stürzt: Es sind oft die einfacheren Dinge, die
das Spielen erleichtern. Und die in vielen Büchern
nicht drinstehen. Warum auch immer ... bei Rechtshändern,
sonst vice versa ...
Erst die linke Hand
Für ein flüssiges, energiesparendes und
schnelles Spiel ist Streckvermögen der Finger wichtig.
Die meisten Bassisten benutzen zum Greifen nicht oder
sehr selten den Ringfinger. Ist auch nicht unverständlich,
denn der hat i.d.R. am wenigsten Kraft. Das aber wiederum
ist nicht biologisch bedingt, sondern benutzungsabhängig.
Wenn man aber den Ringfinger mitbenutzt, zum Greifen,
hat man eine Reichweite von vier bzw. sogar fünf
Bünden (leere Saite mitgerechnet). Daher propagieren
einige Bassisten die 'One finger per fret'-Regel. Und
als Nebeneffekt dieser Regel ergibt sich auch eine höhere
Streckfähigkeit der Greifhand. Es sei denn, man
hat ein kleines Handicap, und das haben ca. 25% der
Menschen: die Verwachsung von Sehnenteilen. Kann man
wie folgt feststellen:
- Finger gerade ausstrecken.
- Den kleinen Finger nun
nach innen biegen, die anderen Finger versuchen gerade
zu halten.
- Geht der Ringfinger mit?
Dann liegt zumindestens
eine geringe Verwachsung im oberen Sehnenbereich vor.
- Hilft man dem Kleinen
nun mit der anderen Hand nach, biegt ihn um und das
Geradehalten des Ringfingers wird schmerzhaft oder
ist gar nicht möglich, liegt eine starke Verwachsung
der Sehnen vor.
Im letzteren Fall kann man den Ringfinger tatsächlich
vergessen. Ist schade, aber keine Katastrophe. Man muss
eben in vielen Fällen auf seine Mithilfe verzichten.
Im ersteren Fall ist der Ringfinger aber schon noch
überwiegend autark in seinen Bewegungen und Training
ist angesagt. 0=Kein Finger, 1=Zeigefinger, 2=Mittelfinger,
3=Ringfinger, 4=Kleiner Finger. E(2, 1) = E-Saite, 2.
Bund, Zeigefinger etc.
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Übung 1: |
Diese Übung stammt von
Steve Bailey,
ist eigentlich für fretless gedacht und hat
auch sehr gute trainierende Effekte auf auf dem
bundierten Bass: Oktave Shifting. Also Grundton
mit 1, Oktave mit 3, Grundton + 1 mit 2, dann (Grundton
+ 1) Oktave mit 4, Shift auf den nächsten Grundton.
Also ...
Mit je einem Finger pro Bund:
E(0, 0) - D(2, 2), E(1, 1) - D(3, 3), E(2, 2)
- D(4, 4), Lagen-Shift
E(3, 1) - D(5, 3), E(4, 2) - D(6, 4), Saiten-Wechsel
A(0, 0) - G(2, 2), A(1, 1) - G(3, 3), A(2, 2)
- G(4, 4), Lagen-Shift
A(3, 1) - G(5, 3), A(4, 2) - G(6, 4), Lagen-Shift
A(5, 1) - G(7, 3), A(6, 2) - G(8, 4), Lagen-Shift
etc.
Grundton und Okatve erst zweimal als ganze Note,
dann zweimal als halbe Note.
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Übung 2: |
Eine alte Übung von der
Gitarre: Chromatische Skalen.
E(1, 1) - E(2, 2) - E(3, 3) - E(4, 4), A(1,
1) - A(2, 2) - A(3, 3) - A(4, 4),
D(1, 1) - D(2, 2) - D(3, 3) - D(4, 4), G(1, 1)
- G(2, 2) - G(3, 3) - G(4, 4),
E(2, 1) - E(3, 2) - E(4, 3) - E(5, 4), A(2, 1)
- A(3, 2) - A(4, 3) - A(5, 4) etc.
und wieder den Hals abwärts.
Das Ganze in Viertelnoten, mit wachsender Übung
auch Achtel.
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Übung 3: |
Dito, aber nicht nur chromatisch
aufsteigend, sondern auch wieder zurück
bis zum Ausgangspunkt. Erst dann eine Bundposition
höher rutschen. |
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Übung 4: |
Wie Übung 3, aber beim
Zurückgehen den Zeigefinger auf der höheren
Saite stehen lassen, bis das Umsetzen auf die
nächsttiefere Saite wirklich notwendig ist. |
Die Übungen dienen einerseits zur reine Kraftsteigerung,
aber auch, um die Koordination und Autarkie der einzelnen
Finger zu verbessern.
Nun die rechte Hand
Was wohl eines der am meisten unterschätzten
Themen beim Bass-Spiel ist, ist die Anschlagstechnik
der (in vielen Fällen) rechten Hand. Was da verludert
und geschludert wird und wieviel Potential darin steckt,
wird selten diskutiert. Ich würde grob schätzen,
dass 25 bis 30% des Stils, der 'grosse' Bassisten ausmacht,
in der Anschlagshand steckt. Gar nicht Slapping gemeint,
sondern nur das einfache Fingering oder Picking.
Und darum würde ich in das Üben des Anschlags
auch mindestens ein Viertel der allgemeinen Übungszeit
stecken und mich um eine Palette von konventionellen
Anschlagstechniken kümmern.
Falls Ihr mit Plektrum spielt, bleibt da auch nicht
viel mehr als Üben. Wer auf einem Fretless mit
Plec spielt, gehört sowieso erschossen.
Falls Ihr aber, wie ein richtiger Bassist :-)), mit
den Fingern spielt, solltet Ihr so früh wie möglich
auf den Anschlag mit mehr als einem Finger kommen. Zwei
sollten es schon werden, drei sind eigentlich das Optimum.
Hauptproblem beim Mehrfinger-Anschlag ist die Gleichförmigkeit
(= gleichbleibende Stärke) und das Timing des Anschlags.
Viele Übungen hab ich da nicht, da ja auch das
Ziel ziemlich eindeutig ist.
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Übung: |
Mit Metronom (oder einem ausdauernden,
gleichmütigem Drummer :-) aufsteigend über
je vier 4/4- Takte ganze, halbe und Viertel-Noten.
a) auf einer Saite
b) auf unterschiedlichen Saiten aufsteigend
c) mit den Fingerfolgen 1 - 2 - 3, 2 - 3 - 1 und
3 - 1 - 2 analog a) und b)
d) auf unterschiedlichen Saiten absteigend.
e) mit der Fingerfolge 1 - 2 - 3 - 2 -1 - 2 ...
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Und das, bis die Schädeldecke, oder der Fingernagel,
oder die Fingerkuppe, abhebt.
Alles paletti? Ich halte solche Übungen, gerade
am Anfang, aber auch zum Warmlaufen, für 100x wichtiger,
sinnvoller und gewinnbringend als sich mit Slapping
oder Tapping, Hopping und Popping auseinanderzusetzen.
Na ja gut, einige Spieltechniken sind schon nützlich
und sogar wichtig. Kommen wie jetzt dazu.
Spieltechniken, recht, links, mittig
Jetzt wird es also etwas dröger, denn diese Dinge
sind in Schreibform schwer zu vermitteln, auch, weil
sie von Bassisten nicht durchgängig gleich gehandhabt
werden. Hier liegt auch ein Potential für individuelles
Spiel und Extravaganz.
Am einfachsten ist das Aufzählen. Mr. Zulu:
Energie! Eigentlich wären ein paar Bilder,oder
Videos von Vorteil. Aber soviel Platz hab ich hier nicht.
Greifhand-Effekte
Hammer-On
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Eine Note wird wie üblich gegriffen
und mit der Anschlagshand in Schwingung versetzt.
Anstatt nun die nächste Note auf der gleichen
Saite zu greifen und anzuschlagen, wird der nächste
Finger mit einer gewissen Geschwindigkeit auf die
Greifposition aufgeschlagen. Durch das Auftreffen
der Saite auf den Bund wird Energie auf die Saite
übertragen und sie wird erneut ohne weitere
Berührung mit der neuen Note in Schwingung
versetzt.
Ein mehrfaches, aufsteigendes Hammer-On nennt
sich auch Legato. |
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Effekt: |
Durch das Hammer-On entsteht ein perkussiver,
metallischer Anschlag. Da dieser Vorgang mit weniger
Präzision als das übliche Anschlagen erfolgen
muss, ist der Anschlag erheblich schneller möglich.
Oft ist das Timing genauer als beim üblichen
Anschlagen. |
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Beispiel: |
Der Zeigefinger greift auf der G-Saite im 5. Bund,
es folgt der übliche Anschlag. Wenn die nächste
Note das D wäre, macht man den Hammer-On Sekundenbruchteile
bevor das D normal gespielt würde. Es entsteht
ein gewisses 'Gleiten' und Betonen des Wechsels. |
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Kritisch: |
Die Greifhand muss über eine Portion Kraft
und Schnelligkeit verfügen. Koordination ist
schon angesagt. Der Aufschlag muss möglichst
nahe vor dem Zielbund erfolgen, damit soviel mechanische
Energie wie möglich auf die Saite übertragen
wird. |
Pull-Off
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Genaugenommen die Umkehrung des Hammer-On,
oder die Ergänzung dazu. Während HO für
aufsteigende Notenfolgen dient, ist PO für
absteigende Notenfolgen zu verwenden.
Voraussetzung ist, dass die nächste, tiefere
Note auf der gleichen Saite mit einem weiteren
Finger erreichbar ist. Dieser greift die Folgenote
und anstatt die aktuelle Note einfach loszulassen,
reisst man den Finger seitlich von der Saite.
Dadurch wird die Folgenote aktiv, die Greifhand
übernimmt jedoch (abgeschwächt) das
Anreissen der Saite. |
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Effekt: |
Auch hier entsteht, diesmal bedingt durch die
Anreissposition, ein anderer Anschlagsklang als
mit der normalen Anschlagshand. Der Effekt ist nicht
so stark wie beim Hammer-On, aber immer noch deutlich
hörbar. |
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Beispiel: |
Mittelfinger greift auf der G-Saite im 6. Bund,
Zeigefinger im 5. Bund. Die Saite wird normal angeschlagen,
dann der Mittelfinger zum Griffbrettrand schnell
weggezogen. |
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Kritisch: |
Auch eine gewisse Kraft und Geschwindigkeit, vor
allem aber die Koordination zwischen weggehendem
und bleibendem Greiffinger. Die Position zwischen
den Bünden, wo der Pull-Off erfolgt, ist aber
nicht so kritisch. |
Hammer-On, Pull-Off
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Die Kombination beider Techniken macht
Sinn in schnellen Abläufen oder mit Passing
Notes. Auch für Fills ganz lustig. |
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Effekt: |
Durch diese Kombination HO/PO können, mehrfach
in verschiedenen Lagen verwendet, hohe Geschwindigkeiten
erreicht werden, ohne dass die Anschlagshand wesentlich
beteiligt ist. Auch und gerade bei regelmässigem
Üben entwickelt die Greifhand erheblich mehr
Kraft als die Anschlagshand. Dieser Effekt wird
durch die andere Handhaltung der Greifhand noch
unterstützt. |
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Beispiel: |
Nur auf der G-Saite HO/PO vom 11./12. Bund abwärts
rutschend. Da fallen dem Ketarristen aber die Bünde
aus dem Griffbrett. |
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Kritisch: |
Hier jetzt die Koordination zwischen Greifhand
und Anschlagshand, da die Aktivitäten gegenläufig
sind. |
Slides
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Slides sind nichts anderes als eine
Saite anzuschlagen und bei schwingender Saite auf
dem Bund in die nächste Position zu rutschen.
Ein ganz wichtiger Effekt bei Fretless-Bässen.
Durch das 'Hoppeln' beim bundierten Bass über
die Bünde erhält die Saite zusätzliche
Energie. |
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Effekt: |
Schwer zu beschreiben. Ausprobieren. Durch den
mehr oder minder gleitenden Übergang zwischen
den Noten entsteht eine gewisse Weichheit. Übertrieben
wird es aber albern, auch auf dem Fretless. |
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Beispiel: |
G-Saite im 2. Bund greifen, anschlagen und sofort
in den 7. Bund gleiten, Ton stehen lassen. |
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Kritisch: |
Der greifende Finger muss fest auf dem Griffbrett
bleiben. Der Druck muss sogar noch ein wenig höher
sein als beim normalen Greifen, damit zusätzliche
Energie in die Saite geht, durch das Über-Die-Bünde-Hoppeln.
Das Timing-Verhältnis zwischen Dauer der ersten
Note und Zeit für den Slide sollte so in etwa
1:1 betragen. |
Vibrato
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Für das Spiel auf dem Fretless
unverzichtbar, es sei denn man hat die Intonation
von Jaco Pastorius. Aber der hat wahrscheinlich
auch nur genug geübt.
Vibrato ist eine Tonhöhen-Modulation einer
schwingenden Saite. Während E-Gitarristen
(!) Vibratos durch Hin- und Herschieben der Saiten
parallel zu den Bünden erzeugen, tun Bassisten
dies eher wie klassische Gitarristen und z.B.
Cellisten. Da die Saiten des Basses meist zu dick
für Bendings sind, erzeugt man ein Vibrato,
indem der greifende Finger die Saite senkrecht
zu den Bünden hin- und herschiebt. Durch
die so passierende Spannungsänderung der
gegriffenen Saite geschieht auch eine Änderung
der Schwingungsfrequenz. Die Bewegung sollte sinusförmig
erfolgen.
Auf dem Fretless wird das Vibrato durch mässiges
Rollen der Fingerspitze parallel zur Saite erzeugt. |
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Effekt: |
Ein Vibrato nimmt einem länger gehaltenem
Ton die Statik und fügt auch ein Quäntchen
Weichheit hinzu. Auf dem Fretless wird eine ungenaue
Intonation verschleiert oder korrigiert. |
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Beispiel: |
Geht hier schlecht. |
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Kritisch: |
Je dicker die Saite, desto höher der Kraftaufwand,
um die Saite zu dehnen oder zu stauchen. Vibrato
erfordert immer eine kräftige Hand. Vibrato
macht um so mehr Sinn, je höher die Note. Für
ein F auf der E-Saite im 1. Bund macht ein Vibrato
kaum Eindruck. |
Lefthand Tapping
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Spieltechnisch dem Hammer-On sehr
ähnlich, geht es hier um das Aufschlagen mehrerer
Saiten parallel oder seriell, meist zum Spielen
eines Akkords oder einer Melodielinie. Ich würde
es als eine nacheinanderfolgende Serie von Hammer-Ons
mit mehreren Fingern bezeichnen. |
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Effekt: |
Wie bei den Hammer-Ons kann man hohe Geschwindigkeiten
erreichen. |
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Beispiel: |
Wie üblich die A-Saite anschlagen und klingen
lassen. Nun Ringfinger und Zeigefinger der Greifhand
zum parallelen Hammer-On der D- und G-Saite im 12.
Bund benutzen und sofort in den 14. Bund rutschen
lassen. |
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Kritisch: |
Recht kraft- und übungsintensiv. Koordination
Greifhand/Anschlagshand ist ebenso ein wichtichtiger
Faktor. |
Anschlagshand-Effekte
Da gibt's auch 'ne Menge. Ich konzentriere mich aber
auf die, die ich persönlich mag (ist ja schliesslich
meine Seite, oder? ...)
Standard-Anschlag
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Mit Standard-Anschlag meine ich das
übliche Plucking, also Anreissen der
Saite mit den Fingerspitzen. Und da kommen schon
einige Möglichkeiten zusammen.
Am Anfang wird man sich auf das Anreissen mit
den Zeigefinger beschränken, der Daumen sollte
eine sichere Position (z.B. auf dem Halsende,
auf einem Pickup oder die tiefste Saite) suchen.
Durch die Stelle des Anrisses ergibt sich schon
eine Menge verschiedener Sounds, ob man nahe der
Bridge oder nahe dem Hals arbeitet. Sind die Fingernägel
etwas länger, so 2 .. 3 mm über die
Fingerkuppe hinaus, wird der Anschlag perkussiver
und härter. Dann kommt noch die Option, eher
mit den Nägeln oder der seitlichen Fingerkuppe,
ohne Nägel, anzuschlagen.
Man sollte sich aber daran gewöhnen, den
Daumen nicht zu Abstützung aufzusetzen, sondern
nur zur Positionierung. Nächste Schritte
sind das Anreissen mit zwei oder drei Fingern.
Die Story ist eine reine Übungssache. |
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Effekt: |
Obwohl nun wirklich Standard, ergeben sich eine
Menge Sound-Variationen. Vorteil ist aber vor allen
Dingen die genaue Kontrolle des Anschlags. |
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Beispiel: |
Üben, Üben, Üben ... |
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Kritisch: |
Gleichförmigkeit des Anschlags mit den verschiedenen
Fingern. Übungen sollten in erster Linie auf
einen gleichförmigen Anschlag mit allen Fingern
gemacht werden. Herausfinden, wo die Schwächen
liegen, kann man, indem man im Wechselschlag mit
den unterschiedlichen Mustern arbeitet (Z=Zeige-,
M=Mitte-, R=Ring-Finger): Z-M-R, M-R-Z, R-Z-M |
Thumping
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Vielleicht habt Iht mal auf älteren
Bässen unter den Saiten eine kleine Leiste
gesehen. Sie diente in der alten Anschlagsform des
Thumping als Fingerstütze.
Gemeint ist des Anreissen der Saiten mit dem
Daumen. Dazu ruhen die vier Finger (Z/M/R/K) unterhalb
der Saiten auf dem Korpus, die jeweilige Saite
wird mit der äusseren Seite des Daumens angerissen.
Der Daumen liegt parallel zu den Saiten. |
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Effekt: |
Ein sehr weicher, fast dumpfer Ton. Da aber die
Auslenkung der Saite eher kräftig ist, ergibt
sich auch ein druckvoller Sound, aber auch ein weicher,
fliessender ist möglich, je nach Anschlagsstärke. |
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Beispiel: |
Tja, was kann man da sagen ... |
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Kritisch: |
Nicht übertreiben! Ich verwende Thumping
für gelegentliche Intros, wo der Bass zu fühlen,
aber nicht so direkt zu hören sein soll. |
Slapping
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Na ja, ich hatte meinen Senf ja schon
dazu gegeben.
Slapping ist nicht Anreissen, sondern Anschlagen
der Saiten. Wichtig ist die Handhaltung: Zu Anfang
sollten die Finger leicht eingerollt sein, der
Daumen parallel zur Handfläche, senkrecht
zur Handkante. Mit dem Knöchel des Daumens
wird die Saite nun auf einen der letzten Bünde
oder kurz hinter dem Halsende aufgeschlagen. Der
Daumen liegt parallel zur Saite, er darf auch
etwas überstreckt sein. |
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Effekt: |
Metallischer, perkussiver Sound, in Kombinbation
mit Hammer-Ons und Pull-Offs sind sehr flinke Basslinien
spielbar. |
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Beispiel: |
Mark King, Stu Hamm etc. etc. Mehr Material auch
beim Bass Lobster. |
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Kritisch: |
Gutes Slappen ist verdammt schwierig und erfordert
eine Menge Übung und Kondition. |
Popping
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Heisst: mit dem Zeigefinger eine Saite
hochziehen (nicht zu hoch!) und dann mit Schmackes
auf das Griffbrett platschen lassen. Meist kombiniert
mit Slapping. |
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Effekt: |
Kann man sich vorstellen. Hat klanglich schon
etwas mit Slap gemeinsam. |
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Beispiel: |
Mark King, Stu Hamm etc. etc. |
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Kritisch: |
Eigentlich was für Dummies. Schwieriger wird
es aber in der Kombination Slap + Pop, d.H. Slap
einer Saite, dann Pop der Oktave eine oder zwei
Saiten höher, das dann in Achtel. Ist schon
nicht mehr trivial, im Funk aber sicher eine wichtige
Stilform. Viiiiiiiel Üben! |
Righthand Tapping
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Das ist was Geiles :-)
Ähnlich dem Lefthand Tapping, aber nun
mit der rechten Hand, werden die oberen Akkord-Noten
mit der rechten Hand getappt, die linke Hand spielt
die unteren Akkorde-Noten mittels Hammer-Ons.
Oder Akkorde + Melodie. Oder Melodie + Akkorde. |
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Effekt: |
Metallischer, perkussiver Sound, Solos, Stick-ähnlicher
Sound und Feel. |
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Beispiel: |
Hmmm, ... |
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Kritisch: |
Sehr schwierig, vor allem die Koordination Links/Rechts
und das Noten-Material. |
So weit erst einmal eine Übersicht.
Ich würde Anfängern aber empfehlen, sich
von diesen ganzen Sonderlocken der Anschlagstechniken
fernzuhalten, denn sie lenken von der eigentlichen Problematik
ab. Man kann dauerhaft Mängel in der Flexibilität
durch Slappen, Hoppen und Poppen nicht überdecken.
Erst wenn man sein Repertoir aufgebaut hat und melodisch
sattelfest ist, kann man sich bedenkenlos in diese Regionen
vorarbeiten.
So weit unser Exkurs in die Anschlagstechniken und
Spieltechniken.
In diesen Bereich fallen dann auch noch die elektronischen
Effekte, oder, falls kein Interesse an einem
vollmusikalischen Thema, nämlich, was schön
klingt.
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